KÄMPF MIT: Ahrweiler Jäger wehren sich

Ein harter Winter mit sehr viel verhungertem Wild und der neue Entwurf der Landesjagdverordnung hat die Kreisjägerschaft Ahrweiler in Aufruhr versetzt. Bereits auf der Jahreshauptversammlung in Dernau hat der Kreisgruppenvorsitzende Jürgen Kindgen angekündigt: „Wir lassen uns die tierschutzfeindliche Politik von Ministerin Höfken nicht länger gefallen. Wir werden mit diesen Themen in die Öffentlichkeit gehen.“

Zum 1. Juni startet die Kreisjägerschaft mit der Kampagne „Kämpft mit!“. Worum geht es?

Die Abschaffung des Verbotes, Wild im Winter durch Füttern vor dem Hungertod zu bewahren ist das Schwerpunktthema. In Rheinland-Pfalz ist das Füttern des Schalenwildes mit ganz extremen Ausnahmen vollständig verboten. Jahrzehntelang galt es als vornehme Pflicht des Jägers, im Winter die schützende Hand über das Wild zu legen und es mit Erhaltungsfutter über die magere Zeit zu bringen. Die rot-grüne Landesregierung hat dazu ganz andere Vorstellungen. Durch das Verbot des Fütterns sollen Wildbestände reduziert werden. Der Hungertod des Wildes wird dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern ist sogar erwünscht. Die Sprecherin der Grünen, Cornelia Behm, drückt es so aus: „Wenn das Wild im Winter verhungert, haben wir endlich ökologische Wildbestände.“

Die Kreisjägerschaft Ahrweiler ist darüber empört. Der Hungertod der Tiere ist ein grausamer Tod. Ihm geht eine Zeit des Siechtums voraus. Die hochkomplexen Verdauungsvorgänge der Wiederkäuer produzieren sehr viel Säure. Wenn Tiere unter Hunger leiden, entsteht eine Übersäuerung des gesamten Organismus, die zu Lähmungen führt. Jürgen Kindgen: „Ein Tier gezielt in den Hungertod zu treiben, ist Tierquälerei. Für solche Methoden sind wir Jäger nicht nur nicht zu haben, wir lehnen diese entschieden ab.“

Die fragwürdige Haltung gegenüber wildlebenden Tieren macht sich jedoch nicht nur im Fütterungsverbot bemerkbar. Die Landesregierung hat noch nachgelegt. Aus dem Ministerium von Frau Höfken wurde nun der Entwurf einer neuen Verordnung vorgestellt. In Rheinland-Pfalz darf sich Rot-, Dam- und Muffelwild nur in bestimmten Bewirtschaftungsbezirken aufhalten. Diese „Gettoisierung“ ist für alle Naturfreunde unerträglich. Sie soll jetzt weiter mit der neuen Landesverordnung manifestiert werden. Außerhalb der Bewirtschaftungsgebiete soll die Schonzeit vollkommen abgeschafft werden. Bereits jetzt ist außerhalb der Bewirtschaftungsgebiete der Abschuss aller weiblichen Stücke und allen Jungwildes Zwang. Jäger, die ein solches Stück unbeschossen ziehen lassen, müssen ein Bußgeld zahlen. Wird jetzt auch noch die Schonzeit abgeschafft, führt dies dazu, dass auch der Abschuss hochträchtiger Muttertiere kurz vor dem Setzen Pflicht ist. Wer sich nicht daran hält, kann mit bis zu 5.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Wildlebende Tiere in enge Bereiche zu verbannen ist mit Methoden des modernen Tier- und Artenschutzes unvereinbar. Windwurfflächen, Straßenbau, Änderungen der landwirtschaftlichen Nutzung führen dazu, dass sich plötzlich neue Gebiete als idealer Lebensraum für wildlebende Tiere darstellen. Dann muss es ihnen auch möglich sein, sich dort zu verbreiten. Ökonomische Interessen alleine rechtfertigen die Eliminierung von ganzen Tierarten nicht.

Wie perfide diese Haltung zu unseren größten Wildarten, dem Rotwild, dem Damwild und dem Muffelwild ist, zeigt sich daran, dass gleichzeitig die Jagdzeit auf den Iltis abgeschafft wird. Der Landesjagdverbands-Präsident Kurt Alexander Michael spricht zu recht von einem „Zwei-Klassen-Tierschutzrecht“: Die eine soll mit allen möglichen Mitteln –  und darunter auch tierschutzfragwürdigen Praktiken – gemeuchelt werden, die andere wird gehätschelt. Das Hätscheln des Raubwildes geht zu Lasten seltener Vogelarten, seltener Amphibien, ja der Artenvielfalt schlechthin.

Die Kreisjägerschaft wird in einer bisher einzigartigen Aktion auf diese Thematik aufmerksam machen. Sie hat die Kampagne „Kämpft mit!“ ins Leben gerufen. Damit möchte sie die Öffentlichkeit auf die tier- und artenschutzfeindliche Politik der rot-grünen Landesregierung aufmerksam machen. Sie fordert: Sofortige Aufhebung des Fütterungsverbotes, keine neue Landesjagdverordnung.

Du kannst diese Aktion unterstützen. Geh auf die Internetseite „www.jagd-aw-kaempf-mit.de. Wende dich an die Kreisjägerschaft Ahrweiler, Jürgen Kindgen, Postfach 12 77, 53484 Sinzig-Bad Bodendorf. PM KJS Ahrweiler

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