Junge Jäger üben massive Kritik an LJVB-Geschäftsführer

Die Arbeitsgemeinschaft Junge Jäger (AG) des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) hat einen “Brandbrief” an das Präsidium des Verbandes aus Anlass des Rücktritts von LJVB-Vorstandsmitglied Udo Appenzeller (JAWINA berichtete) verfasst. Darin äußern die Jungen Jäger Verständnis für Appenzellers Rücktritt – und üben massive Kritik an LJVB-Geschäftsführer Matthias Schannwell. In dem von der AG-Sprecherin Katja Gottwald und ihrem Stellvertreter Claus Zidek unterzeichneten Schreiben, das der Red. vorliegt, heißt es: “Mit Erschrecken und großem Bedauern haben wir Udos Entscheidung zur Kenntnis genommen und so fühlen wir uns zu einer Stellungnahme verpflichtet. Nicht aus Anstand, sondern weil auch wir als AG Junge Jäger des LJV Brandenburg, viele seiner Punkte teilen.” Die AG bedankt sich für die “großartige Arbeit von Udo”, sein Engagement für den LJV Brandenburg habe “uns als Verband geprägt und auch dazu gemacht, was wir heute sind.” Das hohe Maß an Engagement, das Appenzeller “nicht nur auf Veranstaltungen sondern auch privat weit darüber hinaus zeigte”, sei “maßgebend für die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes gewesen”. Appenzeller sei eines “der wenigen Präsidiumsmitglieder, welches sich zusammen mit uns AG Junge Jäger auf Messen und Veranstaltungen wie der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) in Paaren-Glien oder Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin präsentierte”, er sei “nicht nur ein ideelles, sondern auch fachliches Vorbild, der mit Engagement und Herzblut viel mehr als „Dienst nach Vorschrift“ in der Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit leistete.”

Vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit auf Messen und Veranstaltung stellen die Jungen Jäger fest: “Wir können Udos Entscheidung absolut nachvollziehen.”

Innerhalb eines Jahres [Schannwell ist seit ca. einem Jahr im Amt, Anm. d. Red.] sei die Stimmung in der Geschäftsstelle “schlagartig in eine allgemeine Unzufriedenheit gekippt.” Lange hätte man “den Mund gehalten”, aber “jetzt und besonders durch den Rücktritt Udos, können wir uns nicht mehr zurückhalten.”

Im Brandbrief der Jungen Jäger heißt es dann weiter im Wortlaut:

“Darum möchten wir Dir zunächst eine Frage stellen: wer ist überhaupt Matthias Schannwell?

Seit einem Jahr ist Herr Schannwell der Geschäftsführer unserer Geschäftsstelle, so viel wissen wir.

Leider wissen wir nicht mehr von ihm.”

Schannwell sei seit einem Jahr ist er im Amt, trotzdem habe er es “bis heute nicht geschafft, sich der AG Junge Jäger offiziell vorzustellen.” Diversen Veranstaltungen der AG im September 2016, März 2017, Mai 2017 und August dem Camp Junge Jäger sei Schannwell ferngeblieben. Man gehe “davon aus, dass Herr Schannwell keinerlei Interesse an der AG Junge Jäger besitzt.”

Verschiedene Protagonisten der AG beklagen den rüden Umgangston des Geschäftsführers bei verschiedenen Anlässen: Man erwarte, “dass ein Mitarbeiter und besonders der Geschäftsführer” bei wichtigen Veranstaltungen präsent sei: “Wir haben in der Vergangenheit, wie auch auf Veranstaltungen des Dachverbandes gesehen, dass es möglich ist, dass Mitarbeiter jeglicher Hierarchie-Stufe an Veranstaltungen teilnehmen und beste Stimmung herrschen kann. Keine Aktivität des Geschäftsführers Herrn Schannwell lässt vermuten, dass er sich engagiert.”

Ansonsten müsse die AG davon ausgehen, “dass der LJV Brandenburg die Einstellung Herrn Schannwells gegenüber der AG Junge Jäger teilt. Auf dem Landesjägertag auf Schloss Diedersdorf schaffte man es weder uns einzuladen, geschweige denn davon Redezeit für Projekte wie das Lehrprinzenportal zu geben. Einzig dank der Aktion „Wild auf Wild“ und der direkten Ansprache durch den DJV wurde die AG Junge Jäger für ihr Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt. Ist das die Einstellung uns gegenüber?”

Man müsse “davon ausgehen, dass durch dieses Verhalten Mitglieder ihre Ansichten über ihr Engagement in einem Verband und die Sinnhaftigkeit ihrer Mitgliedschaft überhaupt überdenken werden.”

Die Ag resümiert:” Wir als AG Junge Jäger können in dem vergangenen Jahr keinerlei von einer Erfolgsgeschichte des Herrn Matthias Schannwell sprechen.

Er war nicht in der Lage, sich der AG Junge Jäger persönlich vorzustellen.

Die Zusammenarbeit funktioniert nicht.

Er zeigt keinerlei Interesse oder Wertschätzung an unserem Engagement.

Er sorgt mit seinem Verhalten dafür, dass Mitglieder ihr Engagement überdenken.

Er wird von unseren Mitgliedsbeiträgen bezahlt und dennoch wissen wir nicht, wer er ist.

Die AG appelliert an LJVB-Präsidenten Dirk-Henner Wellershoff: “Es muss sich etwas ändern.”

Es gebe nur zwei Optionen: Entweder Schannwell ändere seine Einstellung gegenüber der AG Junge Jäger und die damit verbundene Zusammenarbeit um 180 Grad oder Präsident und Präsidium müssten “davon ausgehen, dass wir als AG Junge Jäger fortan unsere Zusammenarbeit in dem bekannten Maße, überdenken werden.”

“Weidmannsheil

Im Namen der AG Junge Jäger des Landesjagdverbandes Brandenburg

Katja Gottwald, Sprecherin

Claus Zidek, stellv. Sprecher”

Beitragsbild: Katja Gottwald, Sprecherin der AG Junge Jäger (am Fuß der Leiter) bei der Montage von Fledermauskästen. Quelle: LJVB

Ein Gedanke zu „Junge Jäger üben massive Kritik an LJVB-Geschäftsführer

  1. N. Bunke

    Chapeau – ich bin gespannt, was da jetzt folgt. Vielleicht wachen ja jetzt mal ein, zwei oder mehr Herren auf….. Wie kann man so dämlich sein, sich denen, die sich positiv für die Jagd engagieren, scheinbar komplett verweigern?! Wann wird so ein Engagement mal entsprechend gewürdigt? Es ist zum Heulen…..,damit wären wir wieder bei der Kompetenzquote in der Besetzung von Verbänden…
    P.S. Gut gemacht Claus!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.