Jagdverpachtung durch Jagdgenossenschaften wird umsatzsteuerpflichtig

Zum 1. Januar 2017 ist die Umsatzbesteuerung juristischer Personen des öffentlichen Rechts im Zuge einer Anpassung an europäisches Recht neu geregelt worden (§ 2b Umsatzsteuergesetz (UStG). Demnach besteht ab dem 01.01.2017 auch bei der Jagdverpachtung durch eine Jagdgenossenschaft Umsatzsteuerpflicht, wie die Bundesarbeitgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) erklärt. “Allerdings,” so die BAGJE, “kann die Jagdgenossenschaft gegenüber dem Finanzamt einmalig eine Optionserklärung zur Anwendung der bisherigen Umsatzsteuerregelungen abgeben.” Die BAGJE empfiehlt ihren Mitgliedern, Jagdpachtverträge mit Wirkung zum 01.01.2017 dahingehend anzupassen, “dass zusätzlich zu der vereinbarten Pachtzahlung vom Pächter noch die gesetzliche Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19 Prozent geschuldet wird und dass die Umsatzsteuer offen ausgewiesen wird”, falls die Jagdgenossenschaften entscheiden, von diesem gesetzlichen Optionsrecht bis spätestens zum 31.12.2016 keinen Gebrauch zu machen.

Da die wenigsten Jäger von einer Erhöhung des Pachtzinses um 19 Prozent begeistert sein dürften, erscheint es empfehlenswert, wenn Jagdpächter gegenüber der verpachtenden Jagdgenossenschaft auf Ausübung des Optionsrechts dringen. Die Optionserklärung ist bis spätestens 31.12.2016 abzugeben. Es handelt sich um eine nicht verlängerbare Ausschlussfrist, wie das Bundesfinanzministerium in einer Mail an die Finanzbehörden betont. Darin heißt es weiter: “Die Optionserklärung ist durch den gesetzlichen Vertreter oder einen Bevollmächtigten abzugeben und grundsätzlich an das nach § 21 AO zuständige Finanzamt zu richten. Eine ggf. abweichende Zuständigkeit nach den Vorschriften der Abgabenordnung bleibt hiervon unberührt.

Das Umsatzsteuergesetz sieht für die Optionserklärung keine spezielle Form vor. Zur besseren Nachvollziehbarkeit sollen die Finanzämter die Schriftform anregen. Aus der Erklärung muss sich hinreichend deutlich ergeben, dass die juristische Person des öffentlichen Rechts § 2 Absatz 3 UStG in der am 31. Dezember 2015 geltenden Fassung für sämtliche nach dem 31. Dezember 2016 und vor dem 1. Januar 2021 ausgeführte Leistungen weiterhin anwendet. Hat sich eine juristische Person des öffentlichen Rechts bisher auf die neuere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zur Unternehmereigenschaft juristischer Personen des öffentlichen Rechts berufen, kann sie dennoch eine Optionserklärung mit der Wirkung abgeben, dass für sie ab dem 1. Januar 2017 § 2 Absatz 3 UStG in der am 31. Dezember 2015 geltenden Fassung anzuwenden ist.”

Bei der Verpachtung von Eigenjagdbezirken ändert sich durch die Neuregelung nichts, da diese auch bisher in der Regel schon umsatzsteuerpflichtig war. PM/SE

Beitragsbild: Kopf der im Beitrag erwähnten Mail des BMF (Ausschnitt).

 

 

 

Ein Gedanke zu „Jagdverpachtung durch Jagdgenossenschaften wird umsatzsteuerpflichtig

  1. Hunt-and-Nature

    Das ist eine sehr gute Information, die für den Pratiker sehr nützlich sein kann.
    Sind wir Jäger doch eher dir Spezialisten im Revier.

    Antworten

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