Jagdunfall Nittenau: Jäger entschuldigt sich, will nie mehr jagen

Der erste Verhandlungstag des Prozesses um den tödlichen Jagdunfall von Nittenau ist ein großes Thema in der Lokalberichterstattung. Der angeklagte Jäger hat demnach unter Tränen sein Bedauern über das Geschehene ausgesprochen. Der 46-jährige Angeklagte habe seine Waffen abgegeben, seinen Jagdschein nicht verlängert und wolle nie mehr zur Jagd gehen, berichtet BR24. Der Unglücksschütze ist erfahrener Jäger, Jagdscheininhaber seit 1995, bereits sein Vater ging zur Jagd. Er sei in die Jagd hineingewachsen, habe sie nicht nur als Hobby, sondern als willkommene Pflicht betrachtet, erklärte er laut nordbayern.de. An dem Tag des Unglücks war er offenbar auch Jagdleiter. Die spontan anberaumte Drückjagd mit elf Jägern fand statt, weil der Landwirt massive Wildschäden durch Wildschweine in dem Maisfeld beklagt hatte. Zeugen bestätigten, dass der Jagdleiter sie ausführlich über die Sicherheit belehrt und insbesondere auf die Gefahr durch die nahe Bundesstraße hingewiesen habe. Sicherheitshalber sei ein Feldweg gesperrt worden. In diesem Zusammenhang habe der Angeklagte einem Zeuge zufolge gesagt: “Keiner schießt auf die Straße, weil keine Wildsau ist es wert, dass ein Menschenleben gefährdet wird”, berichtet die Passauer Neue Presse.

Der Angeklagte gab an, eine Anhöhe im Gelände als ausreichenden Kugelfang angesehen zu haben. Von erhöhter Position auf einem Traktor gab er mehrere Schüsse auf Wildschweine ab, die dritte tötete den polizeilichen Ermittlungen gemäß den Beifahrer des Kia, der mit einem Verwandten auf dem Weg zu einer Motorsportveranstaltung war. Das Projektil drang in den rechten Unterarm des Opfers ein und durschlug Oberkörper und Lunge. Der Mann war sofort tot. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, nicht auf ausreichenden Kugelfang geachtet zu haben.

Die Eltern des Verstorbenen 47-jährigen treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Ihr Sohn sei “wie ein Wildschwein hingerichtet” worden, warfen sie dem Unglücksschützen vor. Sie fordern die Höchststrafe für den Angeklagten. red.

Beitragsbild: Nicht ohne Risiko – Erntejagd. (Archivbild). Foto: SE

 

Dabei fiel der Satz:

5 Gedanken zu „Jagdunfall Nittenau: Jäger entschuldigt sich, will nie mehr jagen

  1. Zündelnerlaubt

    Eine Hinrichtung erfordert Absicht…. bei aller verständlichen Trauer, das ist sehr dick aufgetragen und klingt bei nahe so, als hätte man da einen Jagdgegner-Anwalt engagiert.
    Außerdem richtet niemand Wildschweine hin, da 1. die Todesstrafe in Deutschland abgeschafft worden ist, und 2. fallen Tiere nicht unter das menschliche Strafrecht.

    Es ist bei jeder Jagd immer Sorgsamkeit und Achtsamkeit mit der Waffenhandhabung geboten und sei die Jagd noch so kurzfristig verabredet worden.
    Man muss sich immer der Konsequenzen bewusst sein und zu den Götter flehen, das man selbst immer auf alles achtet…..

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Mia culpa, mia maxima culpa, das nimmt dem Schützen niemand ab, auch nicht die Richter. Ist die Kugel aus dem Lauf hält kein Teufel sie mehr auf. Das müssen unsern jungen Jäger von den Alten lernen.

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    1. Grimbart

      Warum soll ihm das niemand abnehmen? Er hatte den Jagdschein seit 24 Jahren und ist 46 Jahre alt. Da kann man doch eigentlich nicht mehr von einem jungen Jäger reden.
      Ich glaube ihm, dass er tief bestürzt ist. Er muss schließlich damit leben, dass er ein Menschenleben auf dem Gewissen hat.

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  3. Joachim

    Mich würde mal interessieren, wie kalt und leer man eigentlich sein muß, bis man ernsthaft glaubt, daß es einen Menschen kalt läßt, wenn er ohne Absicht einen anderen getötet hat?
    Schließt man von sich auf andere, wenn man so etwas sagt?

    Nebenbei, meus, -a, -um

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