Jagdunfall Nittenau: Anklage und Verteidigung verzichten auf Rechtsmittel – Strafe ist rechtskräftig

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Auf den Verurteilten kommen weitere massive finanzielle Forderungen zu

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Nittenau, bei dem der Beifahrer eines PKW auf der Bundesstraße 16 von einem verirrten Geschoss aus der Büchse eines Jägers getroffen wurde (JAWINA berichtete), verzichten Anklage und Verteidigung auf Rechtsmittel. Damit wird das Urteil rechtskräftig. Der Unglücksschütze ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er als Bewährungsauflage jeweils 10.000 Euro an den Vater und die Mutter des Verstorbenen sowie an die gemeinnützige Einrichtung Hospizverein Schwandorf bezahlen. Mit diesen insgesamt 30.000 Euro dürfte die Sache für den Verurteilten jedoch nicht ausgestanden sein.

Wie das Lokalmedium Onetz berichtet, dessen kenntnisreiche, ausgewogene und sachliche Berichterstattung zu dem Fall hervorsticht, sollen dem Unglücksschützen die aufwändigen, sich über Wochen hinziehenden Ermittlungstätigkeiten der Polizei in Rechnung gestellt werden. Demnach belaufen sich allein die Forderungen der Kripo Amberg auf über 50.000 Euro. Hinzu kommen die Gebühren für Anwälte und Gerichtskosten. Welche Kosten die Jagdhaftpflicht des 46 Jahre alten Unglücksschützen übernimmt, geht aus dem Bericht nicht hervor. SE

Beitragsbild: Schwacher Trost – Geld macht das Opfer nicht wieder lebendig, die finanzielle Belastung für den Verurteilten ist jedoch durchaus schmerzhaft. Foto: SE

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