Jagdunfall bei Nittenau: Geschoss war kein Abpraller

Im Gerichtsverfahren um den tödlichen Jagdunfall bei Nittenau hat der ballistische Gutachter ausgesagt. Demnach stammt das tödliche Geschoss aus der Selbstladebüchse des 47-jährigen Angeklagten. Den Untersuchungen des Ballistikexperten Axel Manthei vom Landeskriminalamt Bayern zufolge hat das Geschoss auf seiner Flugbahn einen weichen Gegenstand berührt oder durchschlagen, wodurch es um zwei Grad von seiner ursprünglichen Flugbahn abwich. Nach Ansicht des Ballistikers ist es am wahrscheinlichsten, dass die Kugel ein Wildschwein durchschlagen habe. Einem Bericht des Lokalmediums Onetz.de zufolge hielt der Gutachter es für unwahrscheinlich, dass das Geschoss mit dem Ackerboden, dem Schutzzaun an der Bundesstraße 16 oder dem Bewuchs auf der Böschung der Straße in Berührung gekommen sei.

Ein Gutachter Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nahm zu den Sicherheitsvorkehrungen auf der Jagd Stellung. Demnach habe der angeklagte Jagdleiter die Jagdgäste zu Beginn der Jagd zwar ausführlich über die Sicherheitsvorschriften und die Geländebeschaffenheit belehrt, ausgerechnet er selbst habe dann aber in Richtung der Bundesstraße geschossen.

Der Schütze stand bei der Schussabgabe auf einem Drückjagdbock, der auf einem PKW-Anhänger montiert war. Der Schuss sei so aus einer Höhe von 2,5 Metern abgefeuert worden. Aus dieser Höhe sei sicherer Kugelfang lediglich bis zu einer Entfernung von 17 Metern gegeben, erklärte der Gutachter. Das Geschoss ist aber über 100 Meter weiter in Richtung Straße geflogen. red.

Beitragsbild: Geschosse und Geschosssplitter (Archivbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Jagdunfall bei Nittenau: Geschoss war kein Abpraller

  1. Frömmel

    Der Jäger hat zweifelsohne fahrlässig gehandelt, ebenso fahrlässig oder grob fahrlässig wäre es aber ihm eine böse Absicht zu unterstellen! Eine schwer zu beurteilende Situation. Das gleiche geschieht Tag für Tag auf unseren Autobahnen ( jeder ist mit der Waffe Auto potentieller fahrlässiger Täter !)

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