Jagdrevier unverpachtbar – Riesen-Minus für Gemeinde und Jagdgenossen

Landwirte und Waldbesitzer erhöhen wegen zunehmender Wildschäden den Druck auf die Jägerschaft – was dabei heraus kommt, lässt sich in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Bettenfeld (Landkreis Bernkastel-Wittlich) betrachten: Seit der ehemalige Jagdpächter wegen ausufernder Wildschadensforderungen das Handtuch warf, ist die Gemeindejagd trotz hohem Waldanteil und reichem Wildvorkommen unverpachtbar. Die Gemeinde entwickelte daraufhin vor zwei Jahren ein Regiejagd-Modell: Ein Jagdleiter wurde eingestellt, der Begehungsscheine an interessierte Jäger ausgeben sollte. Jetzt hat die Gemeinde, wie der Triersche Volksfreund berichtet, für das Jagdjahr 2013/14 Bilanz gezogen – das Ergebnis ist vernichtend: Unterm Strich, Erlöse aus dem Verkauf von Wildbret und Begehungsscheinen bereits berücksichtigt, bleibt ein Minus in Höhe von 43.000 Euro, das Gemeinde und Jagdgenossen (also Grundstücksbesitzer) je zur Hälfte übernehmen müssen.

Das sogenannte “Bettenfelder Modell” sei gescheitert, konstatiert der Triersche Volksfreund. Allein für die Errichtung neuer Hochsitze habe die Gemeinde 32.000 Euro berappen müssen, die übrigen Kosten resultierten aus Wildschäden und der Bezahlung des Jagdleiters. Wolfgang Schmitz, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Wittlich – Land sagte gegenüber dem Trierschen Volksfreund, das Ziel, die Wildbestände abzusenken, um das Revier wieder verpachtbar zu machen, sei jedoch erreicht worden. Das Scheitern des Bettenfelder Modells verdeutlicht wieder einmal, dass Jäger wichtige gesellschaftliche Aufgaben von beträchtlichem Wert erfüllen – und in der Regel bezahlen sie sogar noch dafür. SE

Beitragsbild: Schwarzwildschäden im Mais, Copyright: SE

5 Gedanken zu „Jagdrevier unverpachtbar – Riesen-Minus für Gemeinde und Jagdgenossen

  1. Paul

    Ja, so geht das …. und ….wie sieht das Ergebnis aus …. wenn die “Nitwissenden ” u. Wildschützer Recht bekommen würde … und die Jagd würde eingestellt…… Halleluja :: !!!

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  2. Markus

    Ein gutes Beispiel dafür, dass Jäger, Landwirte und Forstverwaltungen sich gemeinsam an einen Tisch setzen müssen.

    In Hessen gibt es gerade ein Kontrabeispiel dazu: “Die Eigenjagd im Revier Hilgenroth (im Rheingau-Taunus-Kreis) funktioniert:”
    http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/untertaunus/heidenrod/einzigartiges-projekt-im-rheingau-taunus-die-eigenjagd-im-revier-hilgenroth-funktioniert_14945730.htm

    Besonders der letzte Absatz ist sehr aufschlußreich: “… Zudem könnte Hilgenroth ein Vorbild für die übrigen 20 Jagdbezirke der Gemeinde sein”… (Quelle: Wiesbadener Kurier vom 21.01.2015). Wollen wir das wirklich?

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  3. knut schröder

    wildschäden ,hier kann nicht allein der jagdpächter mehr verantwortlich sein , insbesondere die verursachten flächenschäden durch Wildschweine sind fast nicht mehr bezahlbar, hier muss eine kostenaufteilung stattfinden zwischen stadt-gemeinde und Forstamt. hier sollte ein länderübergreifender Dialog stattfinden

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