Jagdhunde: Schleppende Ermittlungen

Nicht gerade übereifrig ermittelt die Polizei des bereits im Oktober auf einer Drückjagd in Thüringen erschossenen Wachtels (Jawina berichtete). Fast drei Monate nach dem Vorfall scheint “ermittlungstechnisch noch nichts passiert” zu sein, wie der Besitzer des Wachtels in einem aktuellen Kommentar (den wir im folgenden veröffentlichen) zu dem Jawina-Beitrag schreibt. Auch Carmen J., die ihren geklauten Wachtel dank Ortungsgerät zurückerobern konnte, berichtet telefonisch: Die zuständige Polizeidienstelle wusste Wochen später noch von gar nichts, hat anscheinend nicht mal eine Akte. Jawina wird dranbleiben und sich bei der Polizei nach dem Fortgang der Ermittlungen erkundigen – vielleicht erhöht “Medieninteresse” ja die Bearbeitungsintensität…

Der Kommentar von Klaus B, Besitzer der erschossenen Wachtelhündin Cloe:

“Ich bin, war muss man korrekterweise sagen, der Halter von Cloe. Nachdem ich bis zum 31.12.14 (also zwei Monate nach dem Vorfall) von der zuständigen LPI in Thüringen nichts gehört habe, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, den Rat eines Hauptkommissars, der auch der Halter von Cloe’s Bruder ist, aufzugreifen und den Ablauf der Geschehnisse aus meiner Sicht, damit diese Gegenstand der Ermittlungsakte werden, zu Papier zu bringen.

Zwei Wochen später versuchte ich vergeblich, den zuständigen Ermittlungsbeamten telefonisch zu erreichen. Am dritten Tag meiner Bemühungen, den 14.01.15, rief er dann zurück. Den Inhalt des Gespräches machte mich nicht glücklich, mußte ich den Eindruck gewinnen, dass ermittlungstechnisch noch nichts passiert ist, ausser, dass die zerstörte Garmin-Halsungen noch in der KTU Erfurt weilt (-> wenn diese nicht erst nach Erhalt meines Schreibens zur KTU verbracht worden ist). Des weiteren erfuhr ich, dass mein Schreiben dezidierte Fragen aufwarf, was noch einer Befragung bei meiner zuständigen Polizeidienststelle nach sich ziehen würde. Zwei Wochen später (heute) noch keine Vorladung.

Nach heutigem Gespräch mit dem FoAl Gehren werde ich nun, da nach jetziger Indizienlage nicht nur zwei Sachbeschädigungen (Cloe + Garmin-Halsung), sondern auch strafrechtlich relevante Dinge betroffen sind, wobei eine mit Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren geahndewt werden kann, die zuständige Staatsanwaltschaft, wie auch die UJB schriftlich zu informieren, in der Hoffnung, dass dann die Ermittlungen ein bisschen mehr Fahrt aufnehmen werden.

Beitragsbild: Das zerschossene Garmin-Ortungshalsband von Cloe. Foto: privat

Ein Gedanke zu „Jagdhunde: Schleppende Ermittlungen

  1. Klaus B.

    Cloe vom Pferchberg, um die es in diesem Beitrag geht, ist/war ein Deutsche Bracke!
    Folgende Zusatzinformationen kann ich als ehemaliger Eigentümer von Cloe nach aktuellem Stand anfügen.
    Mit Schreiben vom 29.6.15 bin ich von meinem Anwalt davon in Kenntnis gesetzt worden, dass die ermittelnde LPI mit Datum vom 17.06.15 die Ermittlungsarbeit abgeschlossen hat und die Ermittlungsakte, Umfang >180 Seiten, an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurde.
    Mit Schreiben vom 22.07.15 wurde ich davon in Kenntnis gesetzt, dass mein Anwalt nun die vorbezeichnete Ermittlungsakte vorliegen hat, aus der hervorgeht, dass das kriminaltechnische Untersuchungsergebnis noch nicht vorliegt.
    Aktuell wurde ich davon in Kenntnis gesetzt, dass das Ermittlungsverfahren formell eingestellt wird und für den Fall, dass das genetische Gutachten einen Hinweis auf einen Täter gibt, wieder aufgenommen wird.

    Ergänzung: das LKA ist mit genetischen Untersuchungen über einen längeren Zeitraum eingedeckt!!!

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