Jagd und Medien: Tue Gutes und rede darüber

Kitzrettung und Öffentlichkeitsarbeit – ein Gastbeitrag von Anna Lena Kaufmann.

Die Jagd steht heute mehr denn je im Fokus der (kritischen) Öffentlichkeit. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger und notwendiger aufzuklären, transparent zu sein und mit Vorbehalten aufzuräumen. Wir Jäger sind Botschafter für Wild, Wald und Natur. Wir verstehen, lieben und schützen die Natur. Wir üben eine handwerklich tadellose, tierschutz- und damit waidgerechte Jagd aus. Der Öffentlichkeit muss deutlich gemacht werden, welche wichtigen Aufgaben Jäger im ökologischen Kreislauf wahrnehmen. Wir haben absolut keinen Grund unsere Verdienste vor der Öffentlichkeit zu verbergen. „Tue Gutes und rede darüber!” lautet hier die Devise.

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Kitzretterin im Einsatz. Fotos: Anna Lena Kaufmann

Wie Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg, einmal so treffend formulierte: „Öffentlichkeitsarbeit und Imagewerbung sind keine Selbstläufer, sondern wie eine tragende Säule eines Bauwerks. Wenn ich sie nicht solide aufstelle und stetig pflege, wackelt über kurz oder lang das ganze Konstrukt. Ist es erst einmal so weit gekommen, ist die Reparatur extrem aufwendig; im schlimmsten Fall ist das Bauwerk nicht mehr zu retten.”

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Von Jägern gerettetes Kitz bei der Umsiedlung. Fotos: Anna Lena Kaufmann

Das Fundament effizienter Öffentlichkeitsarbeit ist kontinuierliches Kommunizieren. Deshalb ist es essenziell, dass wir Jäger jederzeit und allerorts Imagehege betreiben – und unseren Mitbürgern das verantwortungsvolle und nachhaltige Handeln in Wald und Flur sowie das moderne und zugleich traditionsbewusste Waidwerk näherbringen.

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Kleine Rehkitze haben noch keinen Fluchtreflex. Sie drücken sich, d.h. bleiben reglos liegen und vertrauen auf gute Tarnung und schwache Witterung. So fallen viele zur Erntezeit den Mähdreschern zum Opfer, wenn Jäger sie nicht suchen und umsiedeln. Der Anbau nachwachsender Rohstoffe z.B. für Biogas-Anlagen verschärft das Problem, weil die Felder dafür nicht erst im Herbst, sondern oft lange vor der Reife abgeerntet werden, wenn viele Jungtiere noch ganz klein sind. Fotos: Anna Lena Kaufmann

Ein gelungenes und medienwirksames Praxisbeispiel ist eine Kitzrettungsaktion, die Ende Mai in einem stadtnahen Revier bei Hamburg durchgeführt wurde. 26 freiwillige Helfer – Jäger wie Nichtjäger – durchkämmten gemeinsam unmittelbar vor der Wiesenmahd an zwei Tagen eine Fläche von rund 20 Hektar. Insgesamt vier Kitze wurden gefunden und konnten gerettet werden. Im Vorwege hatte Jagdpächter J. Hollweg die regionale Presse informiert und diese eingeladen, sich an der Suche zu beteiligen. Das Angebot stieß in den Redaktionen auf großen Zuspruch, sodass gleich zwei Reporter an der Seite der Ehrenamtlichen durch das hüfthohe Gras stiefelten. Im Nachhinein wurden drei Artikel veröffentlicht, davon einer in der Samstagsausgabe einer regionalen Tageszeitung (Druckauflage rund 22.000).

Die Jawina-Redaktion dankt Anna Lena Kaufmann für den gelungenen Beitrag und die tollen Fotos!

Text und Fotos: Anna Lena Kaufmann, www.textschmiede-kaufmann.de

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