Jagd in Afrika unverzichtbar für Schutz von Wildtieren und Lebensräumen

Auf der Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung“, betonten Vertreter von Wildbewirtschaftungsbehörden, Parlamenten, Botschaften und Nichtregierungsorganisationen Simbabwes, Südafrikas und Namibias die Rolle der nachhaltigen Jagd für den Natur- und Wildtierschutz in Afrika und verwahrten sich gegen ideologisch motivierte Einmischung europäischer Staaten und Organisationen. Die Konferenz wurde von dem Vorsitzenden der Intergruppe „Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“ des Europäischen Parlaments, Karl-Heinz Florenz, organisiert.


Ali Kaka, Vizepräsident der Internationalen Union zur Erhaltung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN), der größten Dachorganisationen für Naturschutzorganisationen in der Welt, und kenianischer Staatsbürger moderierte die Diskussion und rief das Publikum auf, sich zu beteiligen und Fragen zu stellen.

Die Podiumsteilnehmer erläuterten den Anwesenden, darunter EU-Parlamentariern, Vertretern der Europäischen Kommission sowie Spitzenvertretern von Organisationen der nachhaltigen Jagd und Nutzung,  wie die Jagd in Afrika maßgeblich zur Wildtiererhaltung, der Verbesserung von Lebensräumen sowie dem Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel beiträgt und verwiesen auf die Bedeutung der gemeinschaftsgestützten Naturerhaltung als Erfolgsfaktor für das Engagement Afrikas zur Erholung seiner Wildtierbestände bei gleichzeitiger wesentlicher Unterstützung der Lebensbedingungen dortiger Gemeinschaften.

Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung”. Quelle: FACE

Zu den Podiumsteilnehmern gehörten Joanna Drake (stellvertretende Generaldirektorin der GD Umwelt der Europäischen Kommission), Maxi Louis (NACSO, Vertreterin der Gemeinschaften aus Namibia), S.E. Prof. Kaire Mbuende (Botschafter von Namibia), S.E. Tadeous Chifamba (Botschafter von Simbabwe), Joanna Yawitch (Vorsitzende der South African National Parks) sowie Arnaud Goessens (Wildlife Conservation Society) und Wilfried Pabst (Grundbesitzer aus Simbabwe).

Der Minister für Umweltangelegenheiten Südafrikas Dr. Edna Molewa schaltete sich per Videobotschaft zur Konferenz dazu und bekräftigte, dass Südafrikas Ansätze zur Wildtierbewirtschaftung sowohl Tieren wie Menschen zugutekommen sollten. „Südafrika setzt sich für eine Förderung der verantwortlichen Jagd ein, die im Einklang mit den geltenden gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt wird“, so Herr Molewa. Er berichtete, dass Trophäen- und Fleischjäger in der Jagdsaison 2015-2016 mit jeweils 1.9 Mrd. bzw. 8.6 Mrd. Rand – d.h. circa 129 bzw. 584 Millionen Euro – zur Wirtschaft Südafrikas beigetragen hätten. Darüber hinaus träge die Jagd mit jährlich 31.000 bis 87.000 Tonnen gesunden, mageren und der freien Wildbahn entstammenden Proteins zur Ernährungssicherung bei.

Joanna Drake betonte, dass die Einbindung lokaler Gemeinschaften einen Meilenstein und auch ein Schlüsselelement des Aktionsplans der EU gegen den illegalen Wildtierhandel darstellte und ermutigte die Organisationen, welche für die nachhaltige Nutzung eintreten, ihre wertvolle Naturschutzarbeit fortzusetzen und die nachhaltige Jagd weiter zu fördern.

Prof. Kaire Mbuende zeigte sich besorgt über einige Initiativen für ein Einfuhrverbot von Trophäen in die EU, welches katastrophale Folgen nach sich zöge, da 80 % der Wildtiereinkünfte Namibias durch die Jagdindustrie erbracht würden.

Maxi Louis fügte hinzu, dass Namibia trotz der mit der Wildtierbewirtschaftung verbundenen Herausforderungen durch Dürren, Konflikten zwischen Mensch und Wildtieren sowie der Wilderei und Fragen der Landnutzung auch Erfolgsgeschichten geschrieben und große zusammenhängende Landschaften mit ordentlichem Management und echtem Vorteilsausgleich geschaffen hätte.

Tadeous Chifamba verwies auf die Wilderei als eine der größten Bedrohungen für die Wildtiere Simbabwes und unterstrich die Bedeutung der nachhaltigen Jagd als Gegenmaßnahme hierzu, da die hierdurch erzielten Einkünfte an die lokalen Gemeinschaften zurückflössen und diese damit motiviert wären, im Einklang mit den dort lebenden Wildtieren zu leben.

Willy Pabst erzählte von der erfolgreichen Einrichtung seines Wildtierparadieses und machte deutlich, dass dabei die Trophäenjagd der Schlüssel zum Erfolg gewesen wäre, da hierdurch die nötigen Einkünfte zur Sicherung gedeihender Wildtierbestände generiert werden konnten.

MdEP Stefan Eck und stellvertretender Vorsitzender der Intergruppe „Tierschutz“ des Europäischen Parlaments, äußerte sich ablehnend zur Trophäenjagd, räumte aber zugleich ein, dass zur Sicherung gesunder Wildtierbestände eine einprozentige Entnahme durch die Trophäenjagd eine akzeptable Bewirtschaftungsmaßnahme darstellen könnte. Dies könnte der Anfang eines konstruktiven Dialogs zwischen den Gegnern und Befürwortern der Trophäenjagd im Interesse der Wildtiererhaltung werden.

MdEP Bendt Bendtsen, stellvertretender Vorsitzender der Intergruppe „Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“ und MdEP Franz Obermayr zeigten sich über die wichtigen Informationen seitens der afrikanischen Delegierten erfreut und sprachen sich nachdrücklich für die regelmäßige Wiederholung solcher Veranstaltungen aus, um der Stimme Afrikas Gehör zu verschaffen. MEP Annie Schreijer-Pierik, stellvertretende Vorsitzende der Intergruppe “ Biodiversität, Jagd, Ländliche Aktivitäten“, fasste die wichtigsten Schlussfolgerungen zusammen und schloss die Konferenz.

Die Botschaft der Redner und Teilnehmer der Veranstaltung an die EU war deutlich: Afrikas Wildbewirtschaftungsbehörden und die Führer naturschutzrelevanter Organisationen Südafrikas bewirtschaften und erhalten erfolgreich ihre Wildtiere dank Methoden der nachhaltigen Nutzung, einschließlich der Jagd. Die Entscheidungsträger in der EU sollten mit den afrikanischen Führern für die Fortsetzung, Unterstützung, Erhöhung und Wiederholung dieser Erfolge zusammenarbeiten.

Der Europäische Zusammenschluss für die Jagd und Wildtiererhaltung (FACE), der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC), der Europäische Grundbesitzerverband (ELO) sowie der Safari Club International (SCI) hatten das Vergnügen, diese Konferenz mit zu organisieren und Afrika und seiner Wildtiererhaltung eine Plattform und Stimme in der europäischen Hauptstadt Brüssel zu bieten. PM

Beitragsbild: Konferenz “Ruhig bleiben und Afrika die Führung übernehmen lassen: Unterstützung von Gemeinschaften bei der Wildtiererhaltung”. Quelle: FACE

2 Gedanken zu „Jagd in Afrika unverzichtbar für Schutz von Wildtieren und Lebensräumen

  1. Grimbart

    Dies sollte eine Pflichtveranstaltung für alle Umweltminister der europäischen Staaten werden. Ebenso von allen Redakteuren und Intendanten, damit auch über diesen Aspekt mal berichtet wird. Was bekommen wir denn sonst zu sehen? Betroffenheit-TV a la Hannes Jaenicke.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.