Jäger unterstützen Volksbegehren: Keine Windkraft im Wald!

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) ruft zur Unterzeichnung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“ auf. Bis zum 6. Juli werden 80.000 Unterschriften gegen Windkraftanlagen im Wald benötigt.

In Brandenburg entstehen immer neue Windkraftanlagen – zunehmend auch im Wald. Dem Ausbau stehen die Jägerinnen und Jäger Brandenburgs kritisch gegenüber. Mitte Mai beschlossen die Vertreter der rund 9.600 Mitglieder des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) einstimmig die Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet Brandenburg“. Kommen bis zum 6. Juli 80.000 Unterschriften zusammen, muss sich das Parlament mit der Forderung, keine weiteren WKA im Wald zu bauen, befassen. Lehnen die Delegierten ab, wäre ein Volksentscheid der nächste Schritt.

„Wald ist ein besonders schützenswerter Biotop, der nicht durch Windkraftanlagen verbaut und zerstückelt werden darf“, sagt Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des LJVB. „Der Wald ist unser wichtigster CO2-Speicher und bietet vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum.“ In Deutschland werden jährlich ca. 250.000 Fledermäuse durch Windenergieanlagen getötet. Auch besonders geschützte Arten wie Seeadler oder Rotmilan werden Opfer der großen Rotoren. Darüber hinaus ist der Flächenverbrauch der Anlagen enorm. Während der Bauphase und später für Wartungsarbeiten müssen große Areale für die Lastwagen sowie den Kran gerodet und verdichtet werden. Um die Anlagen herum dürfen die Flächen aus Brandschutzgründen nicht bewachsen sein. Außerdem müssen für die Zuwege breite Schneisen geschlagen und frei gehalten werden.

Windkraft im Wald

Wald mit Windkraft ist kein Wald mehr. Foto: SE

Für den Netzanschluss müssen Kabel verlegt und ebenfalls Schneisen geschlagen werden. Dies alles führt zu einer dauerhaften Zerschneidung des geschlossenen Waldbildes mit allen teilweise noch sehr unklaren Konsequenzen für Flora und Fauna. Daher lehnen die Jägerinnen und Jäger Brandenburgs aus natur- und artenschutzrechtlichen Gründen den Bau von Windkraftanlagen im Wald derzeit ab.

Windkraft_Wald

Eihemaliger Wald – der Profitgier der Windkraft-Lobby geopfert. Foto: SE

Unterschrift auf dem Amt per Brief

Die Unterschriften können nicht auf der Straße gesammelt werden. Brandenburger ab dem 16. Lebensjähr können sich persönlich im Bürgeramt ihres Wohnorts in das Volksbegehren eintragen. Man kann sich die Unterlagen aber auch bequem und portofrei nach Hause schicken lassen. Dafür muss man lediglich auf der Homepage der Initiative die Unterlagen anfordern: www.vi-rettet-brandenburg.de PM LJVB

7 Gedanken zu „Jäger unterstützen Volksbegehren: Keine Windkraft im Wald!

  1. Mungo Park

    Hallo, durch den Waldumbau entstehen dunkle sommergrüne Laubwälder, die keine ideale Äsung für Wiederkäuer bieten. Die offene Fläche um die Wka bringt Struktur und Äsung in die Fläche. So wird auch der Verbissdruck im Wald minimiert. Solche Flächen könnten auch für das Niederwild interessant sein. Eigentlich bieten sich einige Möglichkeiten für die Jäger. Als anerkannte Naturschutzorganisation könnte man vielleicht direkt von den Ausgleichsmassnahmen profitieren.

    Und ich bin kein Freund von Wka’s im Wald, aber immer noch besser als riesige eingezäunte Photovoltaikanlagen in der Landschaft. Diese Flächen sind verloren für die Jagd.

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    1. admin Beitragsautor

      Ich habe auch schon “Naturschützer” von den wertvollen Trockenrasenflächen schwärmen hören, die sich unter den eingezäunten Solarkollektoren angeblich bilden. Windkraft im Wald bedeutet das Ende der Stille, weil die Dinger Krach machen, egal ob Wind weht oder nicht, es bildet sich über Quadratkilometer eine Maschinenhaus-Geräuschkulisse, es bedeutet das Ende der Dunkelheit, weil es oben rot blinkt und unten jeder Eingang beleuchtet ist. Auf den Schotterpisten fahren Leute in entlegenste Waldgebiete, wo sie vorher gar nicht hingekommen sind: Motocrosser, Pilzsucher, Geocacher, Hundespaziergänger, Müllablader. “Möglichkeiten für Jäger” – wirklich?

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      1. admin Beitragsautor

        Oha, JAWINA-Leser JS hat (telefonisch) eine Ergänzung eingebracht, es scheint doch Möglichkeiten durch Windkraft im Wald für Jäger zu geben, und zwar bei der Fuchsjagd: Dank der Beleuchtung der Windräder hat man immer ausreichendes Büchsenlicht – und auch guten Anlauf, weil der Fuchs kommt, um sich die geshredderten Rotmilane, Schwarzstörche etc. zu holen. Die Red. dankt für diesen Hinweis!

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  2. AH

    Dauerbeleuchtung! Da bietet sich doch eine FullTime Kirrung an. Wenn man dann noch Zugang zum Turm bekommt ist Kugelfang garantiert.

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    1. admin Beitragsautor

      Nach Informationen auf der Seite der Volksinitiative Rettet Brandenburg (http://www.vi-rettet-brandenburg.de/), dürfen “bei einem Volksbegehren in Brandenburg […] die Unterschriften nicht direkt auf der Straße gesammelt werden. Sie können sich aber persönlich im Bürgeramt Ihres Wohnorts in das Volksbegehren eintragen.” Auf der Seite der VI besteht aber auch die Möglichkeit, die Unterlagen online portofrei anzufordern, und zwar hier:

      http://www.vi-rettet-brandenburg.de/volksbegehren/volksbegehren

      bzw. hier:

      https://formular.volksbegehren-windkraft.de/PHPMailer/sample_forms/start.html

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