IWA-Nachlese 2: Hundeschutzweste mit integrierter Wolfs-Abwehr

Wolfsangriffe sind Todesursache Nr. 1 bei Stöberhunden in Schweden – diese Hundeschutzwesten-Kombination des schwedischen Herstellers Dogtech verspricht Schutz bei Attacken von Wildschwein und Wolf.

Die Schweden haben bei der Entwicklung der Hundeschutzweste Protector Pro einen innovativen Ansatz verwirklicht: Unter der strapazierfähigen Außenhaut aus kräftigem Nylongewebe (Cordura), steckt ein aus Neopren geschneiderter Kern – das ist das Material, aus dem Taucheranzüge bestehen. Die Neoprenschicht hält den Hund warm, falls er bei der Jagd in eiskaltes Wasser fällt, was im Winter, wenn Flüsse und Seen mit einer dünnen Eisschicht überfroren sind, bekanntermaßen eine reale Gefahr darstellt. Außerdem gewährt die Weste einen gewissen Auftrieb: Das soll verhindern, dass der Hund ertrinkt.

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Hundeschutzweste Protector Pro von Dogtech: Neoprenkern unter stabilem Cordura-Gewebe, 3M-Reflektoren, geräumige GPS-Tasche.
Bild: Hersteller/Dogtech

Die Weste ist mit hochwertigen Reflektoren von 3M und Qualitätsreißverschlüssen von YKK ausgestattet, was für hochwertige Verarbeitung spricht. Auf dem Rückenteil ist eine geräumige GPS-Tasche angebracht. Die eigentliche Schutzfunktion erfüllen mehrere Lagen aus sogenanntem Ballistic Nylon: Bei den Größen XS und S sind es vier Lagen, bei M sechs und bei L und größer acht. Das hat den naheliegenden Grund, dass ein kleinerer Hund leichter ist und somit z.B. den Schlägen eines Keilers weniger Masse entgegensetzt. Folglich kommen kleinere Größen mit weniger Lagen des schützenden Gewebes aus, was dem Gewicht und der Flexiblität der Weste und damit der Beweglichkeit des Hundes zugute kommt. Die einzelnen Lagen des Schutzvlieses werden nicht miteinander vernäht: So können sie aneinander entlang gleiten, was den Schutz vor Durchstechen erhöht und die Weste weicher, flexibler macht.

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Jagdhund mit Protector-Pro-Weste.
Bild: Hersteller/Dogtech

Der eigentliche Clou der Protector-Pro-Weste sind natürlich die optional verfügbaren Anti-Wolf-Stacheln. Dogtech nennt die mit breiten Klettbändern anzubringenden Stahlstacheln “Wolf Steel”. Die Schweden haben festgestellt, dass Wölfe die flüchtenden Jagdhunde entweder in die Flanken, den Rücken oder den Hals beißen.

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Im Einsatz mit der Protector Pro.
Bild: Hersteller/Dogtech

Flanken und Rücken schützen die Stachelbänder an der Weste, für den Hals gibt es eine Halsung mit – selbstverständlich nach außen zeigenden – Piekern. Ähnliche Modelle aus Leder und mit Stacheln aus Holz verwenden Schäfer zum Schutz ihrer Hütehunde z.B. in den Wolfsgebieten Rumäniens.

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Protector-Halsung mit Stacheln zur Wolfsabwehr.
Bild: Hersteller/Dogtech

Die Funktionsweise bedarf kaum einer Erläuterung: Beißt der Wolf kraftvoll zu, so rammt er sich die Stahlspitzen in den Rachen, was zwar keine ernsthaften Verletzungen, aber ein vermutlich eindrucksvoll unangenehmes Beißgefühl verursacht. Der Wolf lässt also von seiner Beute ab, und vielleicht ist, wenn sich dergleichen wiederholt, damit sogar ein gewisser “erzieherischer Effekt” (Jagdhund ungenießbar) verbunden? Der Hersteller sagt, in Schweden seien drei bestätigte Wolfsangriffe auf Hunde, die den Protector Pro mit Wolf-Steel trugen, dokumentiert: Alle drei Hunde sollen die Attacken unverletzt überlebt haben, nachdem der Wolf auf die Stahlspitzen gebissen hatte..

Dogtech sucht derzeit nach Vertriebspartnern in Deutschland, noch ist die Weste hier offiziell nicht erhältlich. In Schweden kostet die Weste (ohne Halsung und Protektoren) nach unseren Recherchen um die 4000 Schwedische Kronen, das sind ca. 450 Euro. Das liegt im Rahmen dessen, was auch andere hochwertige Hundeschutzwesten kosten. Wir hoffen, die Protector Pro demnächst einem ausführlichen Test im Jagdeinsatz unterziehen zu können. SE

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