IWA 2017: “WBK-Befristung und Psycho-Tests sind vom Tisch”

Messe startet mit Aussteller-Rekord – Eck: A- und B-Waffenschränke dürfen ohne Einschränkung weiter genutzt werden

Bei der Eröffnungsveranstaltung der IWA 2017 äußerte sich der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, Gerhard Eck, zur europäischen Waffenrichtlinie. Demnach sind die von der Kommission vorgeschlagene Befristung waffenrechtlicher Erlaubnisse auf fünf Jahre und die “standardisierten medizinischen Untersuchungen” bei Neuausstellung oder Verlängerung höchstwahrscheinlich vom Tisch. Man habe die EU-Kommission überzeugen können, dass der bürokratische Aufwand in keinem akzeptablen Verhältnis zum zu erwartenden Nutzen stünde. “Damit sind keine einschneidenden Veränderungen für das deutsche Waffenrecht zu erwarten”, so Gerhard Eck.

Die IWA 2017 ist mit einem neuen Ausstellerrekord in ihr 44. Jahr gegangen: 1515 Aussteller aus 50 Ländern sind dieses Jahr dabei, acht von zehn Ausstellern kommen von außerhalb Deutschlands.

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Der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Foto: SE

Gerhard Eck, selbst bekennender Jäger, begrüßte, dass die geplanten Verschärfungen der Aufbewahrungsvorschriften für Schusswaffen nicht dazu führen würden, dass Jäger und Sportschützen sich neue Waffenschränke kaufen müssten: “Wir haben uns für angemessenen Bestandsschutz eingesetzt mit dem Ergebnis, dass A- und B-Behältnisse uneingeschränkt weitergenutzt werden dürfen.

Eck kündigte an, dass allen sogenannten “Reichsbürgern” in Bayern die waffenrechtlichen Erlaubnisse entzogen werden würden: “Wer unsere Rechtsordnung ablehnt und für sich für unverbindlich hält, ist waffenrechtlich unzuverlässig”, so der Staatssekretär.

Eck lobte den zügigen Ausbau des Nationalen Waffenregisters (NWR). Dies habe zum Ziel, künftig “den gesamten Lebenszyklus einer Waffe von der Herstellung bis zur Vernichtung” abzubilden.

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Dorothee Bär: Die IWA ist die größte Waffenmesse. Es soll noch so einen kleinen Ableger in Las Vegas geben. Aber wozu nach LAs Vegas fliegen, wenn man auch nach Nürnberg kommen kann!”

Die Staatssekretärin für Verkehr und digitale Infrastruktur (und Ehrenpatronin des Bayerischen Jagdverbands), Dorothee Bär, betonte in ihrem Grußwort: “Das Problem sind nicht die Sportschützen und Jäger, sondern die illegalen Waffen und das Darknet. Und illegal heißt illegal: Da helfen keine Gesetze.”

Auch der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bekannte sich zur Jagd: Jagd sei aktiver Naturschutz, würde gerade in den bayerischen Bergwäldern der Abschuss nicht erfüllt, so sei das ein ökologisches Problem.  SE

Beitragsbild: Staatssekretär Gerhard Eck bei der Eröffnung der IWA 2017. Foto: SE

2 Gedanken zu „IWA 2017: “WBK-Befristung und Psycho-Tests sind vom Tisch”

    1. admin Beitragsautor

      Sorry, in einer früheren Version dieses Artikels haben wir Fr. Bär zur Bundesverkehrsministerin befördert. Wir entschuldigen uns für diesen bedauerlichen Fehler.

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