IWA 2016: Roughstuff – Verjüngungskur für Loden

Es gibt ja einige Hersteller, die von sich behaupten, dem bewährten Lodenstoff ein zeitgemäßeres Erscheinungsbild verpasst zu haben. Nach meiner persönlichen Einschätzung oft eher erfolglos: Probiert man die moosgrüne Kluft an, so glotzt einen aus dem Spiegel erschrocken das altvertraute Lodengespenst an, man sieht mindestens zehn Jahre älter aus und denkt sich: Fehlt nur noch der Saubart am Jagahuat.

Die junge, 2013 gegründete Firma Roughstuff stellt Kleidung aus Loden her, die wirklich nicht danach aussieht – und das ist eindeutig als Vorzug aufzufassen. Zum Beispiel die auf der IWA 2016 ausgestellte Jacke “Deubelskerl” in drückjagdtauglichem orange (auch in hellblau, schwarz braun und grün erhältlich), die wirklich nichts von muffigem Traditionalismus hat und trotz Loden eher wie eine moderne Softshell-Jacke daherkommt. 269 Euro kostet der Deubelskerl, die Jacke besteht aus deutschem Loden aus 100 Prozent Schurwolle und wird lt. Hersteller in Europa (Polen) gefertigt. “Wir hätten die Jacken gerne in Deutschland hergestellt”, erklärt Roughstuff-Gründer Tobias Stork, “Haben aber keinen Hersteller gefunden, der die gewünschte Qualität liefern konnte.”

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Lodenjacke Deubelskerl von Roughstuff. Foto: SE

Stork begann mit der Fertigung von Lodenprodukten für den Eigenbedarf, weil er auf dem Markt nicht das fand, was er brauchte oder gerne hätte, wie es auf der Internetseite des Unternehmens heißt. Also machte er sie mit Omas alter Nähmaschine zunächst selbst, musste aber bald einsehen, dass sich mit seines Nähkünstes zwar funktionelle, aber “nicht wirkliche schöne” Kleidungsstücke erschaffen ließen. Also wurden Partner zur Umsetzung der komplexer werdenden Projekte gesucht – und das war der Beginn von Roughstuff.

Geringfügig traditioneller, aber immer noch frisch und modern wirkt der Lodenanorak “Haudegen” aus dickerem Loden mit einem Schnürzug am Halsausschnitt und riesiger Kängurutasche. Der Haudegen ist weit geschnitten und soll laut Hersteller als äußerste Schicht für Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip bilden. Der Haudegen wird ebenfalls aus deutschem Loden hergestellt, es gibt ihn in grün und braun für 329 Euro. SE

Mehr Informationen: https://www.raffstaff.de/

Beitragsbild: Tobias Stork mit Lodenanorak Haudegen. Foto: SE

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