Italien: Region Venetien steigt aus europäischem Wolfsprojekt aus

Die norditalienische Region Venetien zieht sich aus dem europäischen Wolfsprojekt “Life Wolfalps” zurück. Die Wölfe würden zunehmend als Störfaktor empfunden, berichtet der ORF: Der Schutz der Herdentiere auf den Sommerweiden und die Verträglichkeit mit dem Tourismus würden zunehmend zum Problem. Nachdem in den 70er Jahren der Wolfsbestand in Italien auf etwa 100 Tiere abgesunken war, leben nun dank strenger Schutzmaßnahmen wieder etwa 2000 Wölfe in dem Land. Wie viele davon in Venetien lebten, sei unklar, fest stehe jedoch, dass sie große Schäden anrichteten, so der ORF. Es hagele Klagen von Viehzüchtern. Insbesondere auf den schwer zu schützenden Dolomiten-Hochebenen machen Wölfe den Schäfern zu schaffen. “Wir prüfen, welche Maßnahmen wir gegen die Wölfe ergreifen können, die nicht gejagt werden können. Jede Nacht gibt es Angriffe auf Schafe und andere Tiere, die ebenfalls das Recht zu leben haben“, zitiert der ORF den Präsidenten der Region Venetien, Luca Zaia.

Das Projekt “Life Wolfalps” hat sich laut der Internetseite des Projekts zum Ziel gesetzt, “koordinierte Aktionen zum Erhalt des Wolfes nach seiner spontanen Wiederkehr in Kernarealen und im gesamten Alpenbogen” durchzuführen. Dafür steht ein Gesamtbudget in Höhe von 6.100.454 Euro zur Verfügung, zu denen die EU 4.174.309 beigesteuert hat. “Das Hauptziel des Projektes “Life Wolfalps” ist die Erhaltung einer Wolfpopulation in den Kerngebieten und im gesamten Ökosystem der Alpen in verträglicher Nachbarschaft zwischen der Tierart und den wirtschaftlichen Aktivitäten der Menschen, so heißt es auf der Projektseite: Dieses Ziel werde erreicht, wenn einige wichtige Aktionen koordiniert werden. Die wichtigsten Aktionen auf lokaler Ebene seien z.B. die “Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in Arealen, welche erst jüngst vom Wolf besiedelt werden”, die “Entwicklung, Überprüfung und Verwirklichung im gesamten Alpenraum von neuen und speziellen Strategien zur Vorbeugung von Wolfattacken auf Haustiere”, sowie die “Umsetzung von lokalen Managementplänen, um die menschlichen Aktivitäten mit dem Schutz der Art in Einklang zu bringen, bei Schutz der Kernhabitate des Wolfes, in denen er sich fortpflanzt. Die Umsetzung des Planes sieht auch vor, den Tourismus mit Wolfexkursionen zu entwickeln.”

Mit dem Ausstieg Venetiens dürften diese Strategien als gescheitert anzusehen sein. SE

Beitragsbild: Internetseite des Projekts “Life Wolfalps“. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

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