Italien: Jäger erschiesst Wanderer bei Wildschweinjagd

Bei Apricale in der italienischen Region Ligurien hat ein 29 Jahre alter Jäger einen Wanderer erschossen. Der Jäger hatte den 19jährigen Nathan Labolani, der mit seinem Hund spazieren ging, für ein Wildschwein gehalten. Der junge Mann wurde von einem Geschoss aus der .300 Winchester Magnum in den Rücken getroffen und erlitt schwere Verletzungen am Bauch und einem Arm. Der Jäger ist erst seit zwei Jahren im Besitz eines Jagdscheins. Obwohl Polizei, Bergrettung und Feuerwehr sofort alarmiert wurden und ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kam, dauerte es aufgrund des unzugänglichen Geländes in der Bergregion lange, bis die Helfer das Opfer erreichten. Zwei Stunden, nachdem das Geschoss ihn getroffen hatte, erlag Labolani seinen Verletzungen. Der Jäger muss sich wegen Totschlags verantworten. Der Vorfall hat eine Diskussion über die Jagdzeit ausgelöst, da der Aufgang der Wildschweinjagd mit der Pilzsaison zusammenfällt.

Die Jagdverbände der Region sprachen den Hinterbliebenen ihr Beileid aus und äußerten sich bestürzt über den Vorfall. Sie forderten alle Jäger nochmals eindringlich auf, bei der Jagd die größte Vorsicht walten zu lassen. Der WWF kritisierte, dass man sich wenige Tage nach Eröffnung der Jagdsaison bereits mit einem Todesopfer durch “das anachronistische und inaktzeptable Spektakel” befassen müsse und forderte, die Jagd in der gesamten Region als Zeichen der Trauer auszusetzen. Ob man dem schrecklichen Leid des Opfers und der Hinterbliebenen den angebrachten Respekt erweist, indem man es für ideologische Ziele instrumentaliert? SE

Beitragsbild: Wildschwein – eher geringe Ähnlichkeit mit einem Wanderer. Foto: SE

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