Italien: Erste Wolfsjagd seit 46 Jahren

Wolf in Bremen gesichtet – Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin

Zum ersten Mal seit der Wolf in Italien im Jahr 1971 unter strengen Schutz gestellt wurde, will die italienische Regierung die Bejagung wieder aufnehmen. Die Bejagung soll nur dort gestattet sein, wo die Bestände eine ausreichende Größe aufweisen – das dürfte in vielen Gegenden Italiens der Fall sein. In Italien leben nach Schätzungen des nationalen Umweltinstituts ISPRA mindestens 2000 Wölfe. In entsprechenden Dimensionen bewege sich auch die Zahl gerissener Schafe und Ziege, schreibt die Berliner Lokalzeitung Tagesspiegel. Die enorme Bestandszunahme – 1971 lebten nur etwa 100 Wölfe in Italien – ist dem Tagesspiegel zufolge nicht nur auf den strengen Schutzstatus des Wolfs zurückzuführen, sondern vor allem darauf, dass viele ländliche Gegenden Italiens in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen hatten. Die Menschen seien aus den kargen Gebirgstälern des Apennins in die Industriegebiete Norditaliens abgewandert, so das Lokalblatt. Naturfreunde protestierten gegen die Wiederaufnahme der Bejagung, die “keine Probleme löse”, so der Tagesspiegel. Effizienter seien Präventionsmaßnahmen wie Elektrozäune (siehe dazu weiter unten, Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin).

Wolf in Bremen war “sich seiner rechtlichen Lage bewusst”, meint Anwohner.

In Borgfeld im Bremer Stadtbezirk Ost ist am Morgen des 28. Januar gegen 8.00 Uhr früh ein Wolf in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser gesichtet worden. Das berichten die Landesjägerschaft Bremen (LJB) und der Weser-Kurier (letzterer bringt das Foto eines Anwohners). Der LJB zufolge wurde das Foto als C1-Nachweis gewertet. Ein C1-Nachweis ist ein unbestreitbarer Beweis für das Vorhandensein eins Wolfs durch Foto, GPS-Ortung, Totfund oder Fang. C2-Nachweise werden durch Wolfsrisse erbracht, Beobachtungen gelten als C3-Nachweis.

Die LJB schreibt, das Tier sei “gleich von zwei Anwohnern des Lehester Deiches beobachtet und fotografiert” worden: “Der Wolf näherte sich entlang des Lehester Deiches der Lilienthaler Heerstraße, bog davor ab und lief auf der Seite der Bebauung des Neubaugebietes Borgfeld-West wieder zurück, bevor er dann auf dem Jan-Reiners-Weg stadteinwärts verschwand. Weitere Menschen haben ein wolfsähnliches Tier, was alle eindeutig als klar anzusprechenden Wolf bezeichneten, kurz darauf am Autobahnzubringer und in der Haferwende gesehen. Das Tier soll sich den beobachtenden Personen je nach Situation auf 5 bis 20 m genähert haben. Dafür sprechen verschiedene, der Landesjägerschaft vorliegende, unabhängig voneinander gemachte Aussagen.”

Bernd Otte, der den Wolf fotografiert hat sagt, das Gebiet, in dem der Wolf aufgenommen wurde, sei rundherum bebaut. Der Wolf “habe den Eindruck gemacht, als sei er sich seiner rechtlichen Lage durchaus bewusst gewesen”, resümiert Otte. Völlig furchtlos und unbeeindruckt von der Nähe von Häusern und Menschen habe er sich durch die Ortschaft bewegt. Das sei im Hinblick auf Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg schon etwas beunruhigend, finden Anwohner.

Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin

Im Schweizer Tessin haben Wölfe bei einem Angriff 18 zum Teil hochträchtige Schafe gerissen, wie der Schweizer Bauer online berichtet. Bei einem Angriff in der Woche zuvor hatte der Schäfe bereits vier Tiere verloren. Die Schafe waren dem Bericht zufolge durch 1,20 Meter hohe Elektrozäune geschützt. Der Schaden sei mit Geld allein nicht wiedergutzumachen, klagte der Schweizer Bauer im Schweizer Bauer, “Die Wölfe machen meine Existenz kaputt.” SE

Beitragsbild: Wolf auf dem Lehester Deich. Foto: Bernd Otte.

Die JAWINA-Redaktion dankt Herrn Bernd Otte ganz herzlich für die Genehmigung zur Veröffentlichung des Bildes!

 

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