In den Wildbretpreisen ist noch Luft…

Es gibt Jagden, auf denen Jäger ein von ihnen erlegtes Stück Rehwild für den Schnäppchenpreis von 20 Euro erwerben können. Ein gutes, nein, ein sehr gutes Geschäft, mag sich der eine oder andere Weidmann denken, der weiß, dass sich allein der Rücken in der Vorweihnachtszeit locker für 50 Euro verticken lässt (die entsprechende EU-Zertifizierung der Zerwirk- und Kühlräume selbstverständlich vorausgesetzt). Bleiben noch zwei Keulen und der ganze Rest, der ebenfalls veräußert oder – auch nicht so schlimm – dem Eigenverzehr zugeführt werden kann. Aber dass in den Wildbretpreisen durchaus noch Luft nach oben ist, dokumentieren die Preise, die ein Berliner Bio-Supermarkt in gehobener Lage für Mai-Bock aus dem Fläming aufruft:

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Rücken vom Rehwild ohne Knochen für 5,69 Euro – nicht etwa für’s Kilo, sondern für 100 Gramm…

56,90 Euro für ein Kilo Rehrücken ohne Knochen – und die Verkäuferin an der Fleischtheke berichtete, dass das Wildbret auch zu diesem selbstbewussten Preis “weggeht wie warme Semmeln.” Mehr bio, mehr öko als bei Wild geht nicht, heißt es immer, auch “mehr artgerechtere Haltung” dürfte schwer möglich sein. Das Beispiel zeigt, dass kritische Kunden bereit sind, dafür einen durchaus angemessenen Preis zu bezahlen. Die Qualität muss natürlich stimmen, wie auf dem Bild oben: Das Fleisch ist auf den ersten Blick als Gourmet-Ware zu erkennen.

Einem Wildbretabnehmer einen grob zurechtgehauenen Klumpen Fleisch mit dem halben Haarkleid der Winterdecke dran in einer blutigen Plastiktüte zu überreichen, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Wer sauber schießt und aufbricht, Fleischreifung und Zerwirken beherrscht und küchengerechte Portionen sauber vakuumiert, wird das honoriert bekommen – und betreibt ganz nebenbei die beste Öffentlichkeitsarbeit für die Jagd. DR

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