Immer mehr Nutztierrisse – Bauernpräsident fordert Wolfsabschüsse

Mehr als 1600 tote Schafe, Rinder und Pferde – Union für wolfsfreie Zonen

Wölfe töten immer mehr Nutztiere in Deutschland. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) unter Berufung auf Angaben der Bundesländer berichtet, verzeichneten die Behörden 2018 insgesamt 1664 Schafe, Rinder oder andere Nutztiere, die dem Wolf nachweislich oder sehr wahrscheinlich zum Opfer gefallen sind. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1500 tote Tiere. Besonders die ost- und norddeutschen Bundesländer sind betroffen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht angesichts der Entwicklung die Weidetierhaltung in Deutschland gefährdet. Er sagte dem Blatt: “Wenn wir Schafe und Kühe auf den Weiden, Deichen und Almen sehen wollen, dann führt kein Weg an der Bestandsregulierung des Wolfes vorbei.” Er forderte vor dem Bauerntag in Leipzig, Wölfe nicht erst dann abzuschießen, wenn sie Nutztiere gerissen haben. Es müsse präventiv in den Bestand des Raubtieres eingegriffen werden. Rukwied sagte: “Wölfe und im Zweifelsfall auch ganze Rudel müssen entnommen werden können.”

Die geplante “Lex Wolf” der Bundesregierung gehe hier nicht weit genug, sagte der Bauernpräsident. Die Bundesregierung plant den Abschuss sogenannter Problemwölfe zu erleichtern, die nachweislich Nutztiere attackiert haben. Dieser Nachweis gilt aber als schwierig. Der Bundestag muss der Gesetzesänderung noch zustimmen. Unionsfraktionsvize Gitta Connemann kündigte bereits an, dass sich ihre Fraktion für weitergehende Änderungen einsetzen werde. Die CDU-Politikerin sprach sich gegenüber der “NOZ” für wolfsfreie Zonen in Deutschland aus. Nicht nur der Wolf, sondern auch Menschen und Nutztiere müssten geschützt werden. Der Gesetzentwurf sei da ein richtiger Schritt. “Aber der reicht uns nicht.” PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf (Archivbild). Foto: SE

5 Gedanken zu „Immer mehr Nutztierrisse – Bauernpräsident fordert Wolfsabschüsse

  1. Torsten Wehr

    Es wird Zeit dass wir erkennen, dass der Wolf nicht überall in unserer Kulturlandschaft geduldet werden kann.
    Warum wird Rotwild nur in bestimmten Bereichen geduldet?
    Der Wolf hingegen darf sich überall ausbreiten. Das kann nicht sein. Zudem, wenn er so harmlos ist wie ihn unsere Wolfschützer darstellen warum wird er dann in gehegen und Zoos mittels 2,5 Meter Zaun mit Elektrozaun gesichert.
    Ich kann das nicht nachvollziehen.
    Lassen wir ihn doch frei laufen.
    Dann haben ihn auch die Stadtbewohner ganz nah und können ihn bewundern.

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  2. RK

    Torsten Wehr stellt die Fragen zu Recht (warum darf der Wolf sich überall ausbreiten). Leider erleben wir heute in vielen Bereichen Symbolpolitik ohne realistische Abwägung von Nutzen/Risiken/Kosten. Wir sind das mit am dichtesten besiedelte Land in Europa und haben einen Wolfsbestand, der schon absolut und relativ (zur Fläche) den Bestand anderer Länder übersteigt. Das fährt absehbar (was menschliche Opfer anbelangt) gegen die Wand bzw. verursacht schon jetzt massive Probleme (Gefährdung der Weidetierhaltung).
    Konzepte wie wolfssichere Einzäunung ganzer Landschaften kollidieren mit Tier- und Biotopschutz. Einerseits baut man für Millionen EUR “Grünbrücken”, um Biotope zu vernetzen, andererseits will man diese Biotope mit wolfssicheren Zäunen durchschneiden. Absurd. Herdenschutzhunde sind auch gegenüber Wanderern und Radfahrern aggressiv und schützen nicht nur Herden. Das wird so lange weitergehen, bis das erste Kind aus dem Waldkindergarten (von denen schon einige geschlossen worden sind…) oder der erste gehbehinderte Senior gerissen wird. Dann werden alle Verantwortlichen sagen: “Das war überhaupt nicht absehbar” – obwohl schon seit Jahren gewarnt wird.
    Lernen durch Schmerzen – Motivation durch Entsetzen 😉

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  3. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Gebetsmühlenartig kommen diese Forderungen aus der Landwirtschaft, zwar berechtigt aber völlig wirkungslos weil sie ins Leere laufen.
    Die Politiker haben im Augenblick andere Sorgen, sie müssen das Klima retten, das ihnen die Grünen schon um die Ohren gehauen haben. Jetzt dürfen es sich die Altparteien nicht auch noch mit den Grünwählern und -protagonisten vollends verscherzen und den Wolf jagbar machen. Leute auf dem Land, euer SOS wird überhört, da müßt ihr euch schon selber helfen.

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  4. D. Frehse

    Also gelbe Westen anziehen. Bürgerinitativen gründen. Die Grünen haben in SH Probleme mit BI’s gegen Windkraft. Frau von Kalben hatte sich in den Kieler Nachrichten über bashing beschwert.
    Wer politische Verantwortung überehmen will, bekommt auch scharfen Wind von vorn.
    Der Wolf ist kein Kormoran, sondern verändert die Lebenswelt der Land Bevölkerung. Damit müssen wir soziologische Fragen und Machtstrukturen sprechen.

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    1. jochen

      Auch wenn man es nicht sofort sehen kann, weil unter der Wasseroberfläche, auch der Kormoran, verändert seine Lebenswelt. Da muß man nur mal Teichwirte und Angelvereine befragen.

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