“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

Unbeirrt von wissenschaftlicher Kritik, die dem Sachsenforst “keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung” attestierte und vor einer Ausrottung des Rotwilds warnt, setzt der Staatsbetrieb weiterhin auf eine Jagdstrategie, die sich mit wenigen Worten umschreiben lässt: Totschießen, was geht. Einer ahnungslosen Politik wird die der Ertragssteigerung dienende rücksichtslose Schädlingsbekämpfung als angebliche Notwendigkeit im Zuge des “ökologischen Waldumbaus” verkauft. Wir haben mit Karsten Bergner gesprochen, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Erzgebirge und profiliertester Kritiker des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS).

JAWINA: Herr Bergner, Sie kritisieren die sächsische Landesforst für deren Bejagungsstrategie – was werfen Sie dem Forst konkret vor?

Es geht in erster Linie darum, dass Sachsenforst weniger eine Bejagungs- als vielmehr eine „Hau- drauf- Strategie“ verfolgt. Er handelt nicht auf dem aktuellen Stand der ökologischen und wildbiologischen Erkenntnisse. Ein Grundbesitzer hat kein Recht, “Bewirtschaftungshindernisse” auf Kosten der Allgemeinheit zu entfernen. In dem Sinn kann der SBS nicht einfach sagen, Wirtschaften ohne Pflanzenfresser geht leichter (glauben wir) und deshalb beseitigen wir die erst mal. Das ist nicht zulässig und es ist auch nicht sinnvoll. Artgerechte und dem Lebensraum angepasste (nicht einem betriebswirtschaftlichem Ziel angepasste) Wilddichten stehen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft, dem Artenreichtum von Sachsens Wäldern nicht entgegen. Man muss sein Handwerk eben beherrschen und Wildtiere artgerecht lenken und steuern. Beispiele, dass das geht, gibt es zu Hauf- auch aus dem SBS! Hier sei nur Berufsjäger Friedrich genannt, der mit vernünftigen Strategien die Wildschäden im Revier Steinbach innerhalb von zwei Jahren auf ein absolut akzeptables Maß senkte. Herr Friedrich kam auch zu der Überzeugung, dass 75% der Wildschäden des SBS hausgemacht sind – ein Umstand, der dazu führte, dass Herr Friedrich heute kein Angestellter des Staatsbetrieb Sachsenforst mehr ist. Bereits Cäsar hatte ja schon die Angewohnheit, die Überbringer schlechter Botschaften zu töten…

Das beste Negativbeispiel liefert gegenwärtig der Forstbezirk Neudorf, der einen von 700 auf 900 Stück Rotwild erhöhten Dreijahresplan innerhalb von 2 Jahren erfüllt und nun 500 Stück nachbeantragt hat. Man überlege sich was passiert, wenn die Zuwachsträger, deren durchschnittlicher Zuwachs logischer Weise im Dreijahresplan eingerechnet ist, bereits im ersten Jahr erlegt werden und diese somit gar keinen Zuwachs mehr erbringen können. Sowohl Hegegemeinschaft als auch Jagdbeirat haben sich gegen eine solch widersinnige Erhöhung ausgesprochen und gute Gründe dafür angeführt. Da Sachsenforst die Genehmigungsbehörde aber in der eigenen Verwaltung hat, wurde die Erhöhung mit 390 Stück mehr oder weniger durchgewunken. Die Argumente der örtlichen Institutionen wurden dabei einfach weggebügelt. Verbunden ist dieses Beispiel leider auch mit der Tatsache, dass in einigen Revieren mehr Alttiere als Kälber erlegt wurden. Was das in Bezug auf die Einhaltung des Muttertierschutzes bedeutet, weiß jeder Jäger selbst. So berichten die an den Forstbezirk Neudorf angrenzenden Jagdbezirke von einer Vielzahl verwaister Kälber im Winter. Die Untersuchungen hierzu hat die Obere Jagdbehörde an das Kompetenzzentrum des SBS übertragen. Da fehlen einem wirklich die Worte! Das ist genauso als würde man VW die Untersuchungen in der Abgasaffäre übertragen!

Dies ist nur das aktuellste Beispiel von vielen, die belegen, dass Sachsenforst mit absoluter Überheblichkeit und an allen anderen vorbei als Staat im Staate agiert. Wenn man dann noch betrachtet, dass ein derartiger Abschuss wie im Forstbezirk Neudorf die Rahmenbedingungen des dort laufenden, ca. 600.000,- € teuren Forschungsprojekts des SBS derart ändert, dass das ganze Projekt damit zu keinen ernstzunehmenden Ergebnissen mehr kommen kann, sind unsere schlimmsten Befürchtungen wahr geworden. Forstbezirkschef Weinrich hatte uns ausdrücklich zugesagt, dass die Abschusszahlen während der Projektlaufzeit gleich bleiben. Nunmehr stellt sich heraus, dass man sich unter dem Deckmantel des Forschungsprojektes lediglich für teures Geld Zeit erkauft hat, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Sicher sind die 600.000,- € Eigenmittel des SBS, der allerdings jährlich einen Zuschuss in Millionenhöhe vom Freistaat erhält. Nun ist dieses Geld sinnlos verbrannt. Man hätte wohl weitaus besser daran getan, das Geld in Wildäsungsflächen, Winterfütterung und Kulturzäune zu investieren. Da im Sachsenforst aber in immer stärkerem Maße der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich greift, wäre dies mit den gegenwärtigen Entscheidungsträgern beim SBS aber wahrscheinlich ohnehin nicht möglich gewesen.

JAWINA: Welche Änderungen streben Sie an?

Ziel ist es, für den Wirkungsbereich unserer Hegegemeinschaft ein eigentumsübergreifendes Bewirtschaftungskonzept im Rahmen eines Musterprojektes zu erstellen, das sowohl die biologischen Bedürfnisse des Wildes als auch die Interessen der Grundeigentümer und            -Bewirtschafter berücksichtigt. Sowohl die Bejagung, als auch die Winterfütterung, die Anlage von Ruhezonen und Äsungsflächen, Tourismuslenkung, Flächennutzung durch die Bewirtschafter und all diese Faktoren, von denen man weiß, dass sie Einfluss auf die Höhe der Wildschäden haben, werden berücksichtigt. Selbstverständlich werden auch Daten zu Populationshöhen und Wanderverhalten der Wildtiere erhoben und einbezogen. Das Konzept kann dann zumindest vom Ansatz her auch auf andere Hegegemeinschaften übertragen werden. Deshalb sind Hegegemeinschaften wie das Obere Vogtland, der Tharandter Wald oder die HG Osterzgebirge an unserem Projekt interessiert und unterstützen es. Bearbeitet wird das Projekt von Prof. Dr. Dr. Herzog von der TU Dresden. Leider sahen sich die Forstbezirke im Gebiet unserer Hegegemeinschaft nicht in der Lage, sich in das Projekt einzubringen… Dennoch ist es unser Ziel, sozusagen den größtmöglichen Kompromiss zu finden und dabei auf belastbare Zahlen zurückzugreifen, damit untereinander, aber auch nach außen seriös argumentiert werden kann.

Flankiert werden müssen solche Konzepte jedoch auch von entsprechenden gesetzlichen Vorgaben. Ich denke hier z.B. an Jagdzeiten, die an die Wildbiologie angepasst werden müssen. Es sei in diesem Zusammenhang nur an die unsäglichen „Bewegungsjagden“ auf Rotwild im Januar erinnert…

JAWINA: Wie wollen Sie das erreichen?

Die einzige Institution, die eine wirklich revierübergreifende Wildbewirtschaftung leisten kann, ist die Hegegemeinschaft. Ich verweise in diesem Zusammenhang nur auf die Erfurter Erklärung des Bündnisses für Wald und Wild und auf die Abschlusserklärung des 6. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtierstiftung.

Leider ist es so, dass mit der Jagdgesetzesnovellierung in Sachsen die Hegegemeinschaften – entgegen dem Rat von Fachleuten – geschwächt, statt gestärkt wurden. Zwar überträgt der Gesetzgeber den Hegegemeinschaften viele Aufgaben, versetzt sie aber nicht in die Lage, diese auch zu erfüllen. Überall, wo nach dem alten Gesetz noch Einvernehmen mit den Hegegemeinschaften erzielt werden musste, müssen diese heute nur noch informiert werden. Die Hegegemeinschaften haben keinerlei Mittel und Sanktionsmöglichkeiten, ihre Beschlüsse in der Praxis auch umzusetzen. Vielmehr entziehen sich Jagdgebietsinhaber auf Grund der fehlenden Pflichtmitgliedschaft den Vorgaben der Hegegemeinschaften, um nach eigenem Gutdünken zu agieren. So ist uns ein Strategiepapier der Sächsischen Landesforstverwaltung bekannt, wonach sich Sachsenfort aus allen Hegegemeinschaften zurückziehen soll, in denen er nicht die Flächenmehrheit und somit die Meinungsführerschaft hat. In der Hegegemeinschaft Erzgebirge ist das mit den Forstbezirken Neudorf, Eibenstock und Marienberg bereits erfolgt. Wie ein Bewirtschafter – wohlgemerkt nicht Eigentümer! – des Staatswaldes so agieren kann, wo die Regierung doch bei jeder Gelegenheit an die Einhaltung demokratischer Spielregeln erinnert, ist absolut unverständlich. Man muss aber so ehrlich sein und eingestehen, dass der bloße Verbleib der Forstbezirke in den Hegegemeinschaften das Grundproblem nicht löst. Sie sind ja nur ausführendes Organ ihrer Geschäftsführung.

Hier ist vielmehr der Landwirtschaftsminister gefragt, der schon lange mit einer einfachen Verordnung ohne jede Gesetzesänderung viel zum Positiven hin hätte bewegen können. Trotz aller Petitionen und Gespräche kommt aus dem SMUL aber nur Untätigkeit. Sicher auch, weil der Minister entsprechend „beraten“ wird. Wen soll er in Sachen Wald und Jagd auch fragen, wenn nicht seinen eigenen Forstbetrieb? Und so schaffen sich gewisse Ideologen immer mehr Freiräume, die dann vor Ort auch genutzt werden. Auch zu unserer Petition müssen wir leider ernüchtert feststellen, dass sich der Hauptberichterstatter des Petitionsausschusses zu unserer Anhörung nicht einmal über die Petitionsinhalte informiert hatte. Obwohl wir zur Anhörung eindeutig die besseren Argumente hatten (siehe www.rotwilderzgebirge.wordpress.com) und uns sogar der Waldbesitzerverband beigesprungen ist, ist das Desinteresse in der Regierung, überhaupt nach tragfähigen Lösungen zu suchen, ungebrochen. Dennoch haben unsere Aktivitäten dazu geführt, dass das Thema Jagd und Landesforst auf jeden Fall auf der Agenda einer neuen Landesregierung erscheinen wird. Für eine Hegegemeinschaft ist das schon ein unglaublicher Erfolg! Wir werden also spätestens im Herbst nächsten Jahres wieder den Kontakt zu den dann agierenden Politikern suchen.

JAWINA: Welche Wilddichte halten Sie – insbesondere beim Rotwild – im Erzgebirge für tragbar, welche Wilddichte strebt der Forst an bzw. hat er bereits verwirklicht?

Genau diese Frage konnte Herr Prof. Dr. Dr. Herzog auf Grund seiner Untersuchungen hier im Erzgebirge beantworten. Er hat sämtliche Lebensräume im Untersuchungsgebiet bonitiert- sprich festgestellt, wie viel Wild – nicht nur Rotwild –  sie überhaupt tragen können. Das Ergebnis war, dass es keinesfalls zu viel Rotwild gibt. Sachsenforst befindet sich hinsichtlich der Wilddichte noch auf dem wissenschaftlichen Sachstand von 1970. Eine Aussage zur Wilddichte wird am liebsten vermieden oder, falls unumgänglich, einfach aus der Luft gegriffen, ohne zu sagen, wie man darauf kommt. Einigen wird sicher noch folgendes Zitat des Marienberger Forstbezirkschefs in der Freien Presse bekannt sein: “Wir wissen nicht, wie viel Wild da ist, aber der Wildbestand ist zu hoch.” Nach meiner Kenntnis strebt der SBS keine feste Wilddichte an, sondern sagt einfach, dass er mehr schießen muss, solange es „untolerierbare Wildschäden“ gibt. Er geht also von einem direkten Zusammenhang zwischen der Höhe des Wildbestandes und der Höhe der Wildschäden aus, und zwar entgegen der in Fachkreisen vielfach publizierten Überzeugung, dass aus einem irgendwie erhobenen „Wildschaden“ kein Rückschluss auf die Höhe eines Wildbestandes gezogen werden kann  (VÖLK 1998, GERHARDT et al 2017). Wir wissen aus wildbiologischen Untersuchungen der vergangen Jahre, dass die Bestandeshöhe nur einen unter vielen Faktoren darstellt, welche in der Summe Schäl- und Verbissschäden beeinflussen (falsche Jagdstrategie, Stress durch Jagd und Freizeitnutzung der Landschaft, fehlende Winterfütterung etc.). Hier werden also wissenschaftliche Erkenntnisse einfach ignoriert, weil sie der vorgegebenen Ideologie entgegenstehen.

Ich persönlich halte eine Wilddichte von 3 St. Rotwild /100 ha für absolut vertretbar.
Im Anhalt an den von Frau Dr. Christine Miller am 01.09.2018 in Erfurt gehaltenen Vortrag würde ich die absolut notwendige Mindestdichte bei 2 Stück Rotwild / 100 ha ansetzen.
Frau Dr. Miller führte dazu aus: „Rotwild leidet messbar unter physischem und psychischem Stress, zum Beispiel wenn die Sozialstrukturen zerrüttet sind oder die Tiere nicht in den gewohnten Großfamilien (Rudeln) leben können. Als Grenzwert gilt hier eine sozial verträgliche Mindestdichte von 2 Stück pro 100 ha. Geringere Dichten sind biologisch unnatürlich und für das Wild stressend – und widersprechen auch der Anforderung an den Jäger für einen „gesunden Wildbestand“ zu sorgen.“ Die Hegegemeinschaft Erzgebirge umfasst satzungsgemäß eine reine Jagdgebietsfläche von ca. 214.000 ha. Dies würde bedeuten, dass in der Hegegemeinschaft 4280 St. Rotwild leben müssten- eine Zahl, an die wohl nicht einmal die Mitarbeiter im Kompetenzzentrum des SBS glauben werden!

Diese zwei Stück je 100 ha sind jedoch ein rein statistischer Wert. Da es sich um eine rudelnde Wildart handelt, wird es immer zu örtlichen Konzentrationen von Rotwild kommen. Und hier müssen dann eben intelligente Steuerungskonzepte greifen.

Es gibt z.B. Gebiete in Polen, wo die Rotwilddichte bei 10 – 12Stück/ 100 ha liegt- bei viel weniger Wildschäden als in Sachsen. Dies muss ja Gründe haben!

JAWINA: Sind Ihnen die waldbaulichen Ziele – Waldumbau in klimabeständige artenreiche Mischwälder, Sie wissen schon – egal?

Da ich selbst Förster bin und ein Revier von ca. 1000 ha betreue, sind mir die waldbaulichen Ziele selbstverständlich bekannt und können mir auch nicht egal sein. Dennoch schließen sich Wild und Waldumbau nicht aus. Auch im vom mir betreuten Revier erfolgt der Waldumbau- allerdings mit Augenmaß. So bringt eine Schwerpunktbejagung des Wildes auf den Verjüngungsflächen viel mehr, als die Bejagung dort, wo man es am leichtesten erlegen kann. Wir müssen berücksichtigen, dass die Waldbaudoktrin im Lebensraum des Wildes umgesetzt werden. Und zwar im Lebensraum des Wildes, das der Mensch aus seinem ursprünglichem Lebensraum, der Offenlandschaft, in den Wald verdrängt hat und ihm jetzt im „Ersatzlebensraum“ seine natürlichen Lebensäußerungen vorhält.

Sicher werden Sie mir darin  zustimmen, dass sich ein naturnaher Wald nicht einzig durch das Vorhandensein bestimmter Baumarten auszeichnet, sondern auch durch den Umstand, dass Wild in ihm artgerecht leben darf. Es gibt keinen Konflikt zwischen Wald und Wild, sondern lediglich einen Konflikt zwischen menschlichen Interessen. Das Wild hat die naturfernen Bestockungen unserer Wälder nicht verursacht. Das war der Mensch selbst. Und gerade deshalb urteilte der BGH schon am 09.12.1968, dass in naturfernen, instabilen Lebensräumen – und genau von deren Vorhandensein geht der SBS in seiner Waldbaukonzeption aus –  die Anpassung der Wildbestände an die landeskulturellen Verhältnisse nicht einseitig zu Lasten der für die Forstwirtschaft schädlichen Wildarten betrieben werden darf. Sprich, man darf sich das „Bewirtschaftungshemmnis Rotwild“ nicht einfach durch unkontrollierten Abschuss vom Hals schaffen.

JAWINA: Können Sie sich vorstellen, dass waldbauliche Ziele und wirtschaftliche Interessen mit den Wilddichten, die Ihnen vorschweben in Einklang gebracht werden können? Wie soll das ggf. gehen?

Ja, das kann ich mir gerade im Rahmen des Konzeptes, das derzeit erarbeitet wird, sehr gut vorstellen. Und wie bereits gesagt, es gibt Regionen, in denen ganz andere Wildbestände mit den wirtschaftlichen Interessen der Menschen in Einklang gebracht wurden. Allerdings müssen die Menschen das auch wollen und dürfen sich einem derartigen Konzept nicht entziehen. Aber dazu habe ich ja bereits genug gesagt.

JAWINA: Was antworten Sie Kritikern, die Ihnen vorwerfen, es ginge Ihnen ja nur darum, möglichst viele starke Hirsche totzuschießen?

Nun, das ist eher billige Polemik von Leuten, denen die Sachargumente ausgegangen sind.
Ein artgerechter Sozialverband beim Rotwild braucht alte Tiere, männliche wie weibliche. Das ist ein Fakt. Dass sich daraus dann die Möglichkeit ergibt einen alten Hirsch (und ein altes Tier) auch zu erlegen, setzt die biologischen Rahmenbedingungen ja nicht außer Kraft. Das Argument mit den “starken Trophäenhirschen” kommt aus der untersten Ideologen-Schublade. Darauf lassen wir uns gar nicht ein. Die Streckenstatistik belegt anschaulich, dass die Zahl der erlegten starken Hirsche auch in meinem Revier sehr überschaubar ist…  Im Übrigen wurde bei mir noch nie ein Abschuss verkauft. Das ist bekanntlich nicht überall so! Aber grundsätzlich gönne ich jedem weidgerechten Jäger die Erlegung eines starken Stücks Rotwild – egal in welchem Jagdbezirk er es streckt.

Herr Bergner, vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Stephan Elison

Beitragsbild: Karsten Bergner. Foto: SE

9 Gedanken zu „“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

  1. Waldläufer

    Hut ab! Endlich hat mal jemand den Schneid zu sagen, was bei uns in der sächsischen Forstverwaltung los ist! Und das Ideologentum ist nicht auf den Sachsenforst beschränkt, das erstreckt sich auch auf das Ministerium. Ich kann jedem nur empfehlen, auf die im Interview angegebene Homepage zu gehen und dort mal durch die Rubriken zu blättern. Wenn ein Staat seinen Bürgern gegenüber so auftritt, muss er sich wirklich nicht wundern, wenn die dann auf die Straße gehen! Der absolute Knaller ist der letzte Brief der oberen Jagdbehörde an die Hegegemeinschaft! Es stehen übrigens bei weitem nicht alle Mitarbeiter von Sachsenforst hinter den Vorgaben der Geschäftsführung und gleich gar nicht hinter denen des Kompetenzzentrums! Aber des Brot ich ess… Berufsjäger Friedrich musste es am eigenen Leib erfahren!

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  2. Jürgen Rosenbaum

    Der Staatsbetrieb Sachsenforst als outgesourcter Wirtschaftsbetrieb ist die politisch alimentierte Obere Jahdbehörde mit weiteichenden Kompetenzen/Entscheidungsfindungen und gleichzeitig die eigene Aufsichtsbehörde – welch ein Staatsversagen!
    Das in 2012 verabschiedete Sächsische Landesjagdgesetz untergräbt die Körperschaftsrolle der Hegegemeinschaften als Wildbewirtschafter – nichts weiter als ein inkompetentes politische Lippenbekenntnis; der Sächsischen Staatsforstbetrieb führt die Regierung und das Parlament am Nasenring durch den Freistaat Sachsen; der Landesjagdverband gleich derer einer Reihe anderen Länder ein zahnloser Tiger.

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    1. mikka

      mmmmh!?? …wenn ich mir die oben genannte Homepage anschaue und sehe wie hier eine Regierung, Ministerien und Behörden agieren, dann schließt sich für mich ein Kreis… für Outsider!

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    2. Jürgen Rosenbaum

      Sehr geehrter “Paul”,
      da ich meinem Kommentar zum Interviem der JAWINA unter meinem vollen Namen veröffentlicht habe, wäre es für den geneigten Leser Ihres Kommentars, wonach sich “für Insider in Bezug auf Bergner, Miller, Herzog der Kreis schließt”, schon von Interesse, wer sich unter dem Pseudo “Paul” verbirgt und was sich im Genauen Ihrer Meinung nach der Leserschaft erschließen soll?
      MfG
      Jürgen Rosenbaum

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    3. Waldläufer

      Wenn sich hier Kreise schließen, dann doch wohl eher der:
      Schusser, Riedel, Eisenhauer, Gutzer, Hempfling (+ Mitläufer)…

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  3. Bernd Keller

    Wenn der Wolf Wild reisst dann doch nur schwache und kranke Tiere – der Rest wird gesünder und Jäger brauchen wir dann auch nicht mehr.
    Wenn Wild Wald beisst brauchen wir neue Richtlinen und mehr Abschüsse?!
    Oder keine Förster mehr da nur gesunde Bäume durchkommen?
    ; )

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    1. Jürgen Rosenbaum

      Hallo Herr Bernd Keller,
      nur der oder die zwischen den Zeilen lesen kann, wird verstehen was Sie meinen.
      Erklären wir es doch einmal abstrakter: Der Wolf und oder dessen Hybriden reißen alles was Fraß darstellt, egal ob Wild oder Nutztiere und im Blutrausch weit mehr als vertilgt werden kann.
      Wenn wir die Causa Wald, Wild und Förster strapazieren, müssen wir schon vom Wild im Forst reden, denn der Wald als Lebensraum und Lebensgemeinschaft braucht keinen Förster, schon garnicht der Ökowald, der wächst nämlich auch ohne Förster. Andersherum wird ein Schuh draus; der Förster braucht den Wald, um aus diesem den Forst zu kultiviieren; durchaus legitimiert und berechtigt, aber doch prinzipiell vor einem kommerziellen Hintergrund. Der ökologischen Waldumbau ist doch womöglich nur das Alibi, tatsächlich geht es doch darum, mit möglichst wenig Aufwand den Ökonomieforst zu bauen.
      Sicher kann man auch das zerreden, aber Tatsache bleibt nun mal Tatsache; schlimm nur, dass wider besseren Wissen und vollkommen der Hypothese verfallen gehandelt wird.
      Mit WMH
      Jürgen Rosenbaum

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