Hochwasser: Biber zum Abschuss freigegeben

So schnell kann es gehen: Der Biber, eben noch eine der heiligen Tierarten des deutschen Naturschutzes, ist in den Hochwassergebieten Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern zum Abschuss freigegeben worden. Die Untere Jagdbehörde und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ludwigslust-Parchim haben am Freitag zwei entsprechende Ausnahmegenehmigungen im Hochwassergebiet erteilt. Doch was soll das bringen?

Die Ausnahmegenehmigung soll nur gelten, solange die Hochwassersituation noch akut ist. Und schießen sollen die Jäger auch nur dann dürfen, wenn “eindeutig erwiesen” sei, dass der betreffende Biber den Deich gefährde. Wie bitte soll dieser Nachweis zu erbringen sein, insbesondere, wenn der Biber erst einmal tot ist?

Die Jäger, denen sonst bei jeder Gelegenheit die Befähigung zu einem erfolgreichen Wildtiermanagement abgesprochen wird, wären schön blöd, wenn sie sich jetzt, da die Pegelstände allerorts sinken, zum Erfüllungsgehilfen eines populistischen Deichschutzes machen ließen, um in der Öffentlichkeit ein weiteres Mal als willfährige Buhmänner des Artenschutzes dazustehen. Zumal der Abschuss einzelner Biber gegenüber der fachgerecht durchgeführten Fallenjagd als ineffizient bis kontraproduktiv zu bewerten ist.

Jetzt ist vielmehr der richtige Zeitpunkt, um ein von rationalen Erwägungen geleitetes kreisübergreifendes Bibermanagement anzumahnen. Dabei wäre auch eine angemessene Vergütung der Jäger für Deich- und Hochwasserschutzmaßnahmen im Rahmen des Bibermanagements einzufordern. SE

Bild: Biberschäden am Oderdeich. Foto: SE

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