Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

+++ Bauern und Schäfer demonstrieren gegen Wölfe +++ Ganze Rudel entnehmen: FDP fordert im Bundestag Ausweitung der Jagd auf Wölfe +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Göttingen gefilmt +++

Weidetierhalter rufen unter dem Motto “Realitätsferner „Herdenschutz“ bringt keine Lösung” zum Schäfer-Aktionstag am heutigen Freitag auf.

Deutsche Weidetierhalter werden am Abend des 10. Mai Mahn- und Informationsfeuer gegen den Wolf entzünden. Das teilt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e.V mit. Europaweit seien mehr als 120 Mahnfeuer gemeldet worden, teilte ein Sprecher des Vereins auf Anfrage von JAWINA mit. Die Schäfer wollen damit auf die existenzbedrohende Lage hinweisen, in die sie immer mehr hineingeschoben werden, um so die politischen Entscheider zum Umdenken zu bewegen, wie es in der Pressemitteilung heißt: Durchzunehmende Wolfsschäden – infolge des ungehemmten unkontrollierten Populationswachstums – stehen immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Die Schäfer wenden sich insbesondere auch gegen realitätsferne Herdenschutz-Debatten.

„Je bedrohlicher die Lage, desto abstruser die Vorschläge – wie etwa die des Naturschutzbundes Deutschland, der auf verstärkten Herdenschutz setzt“, erklärt Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung. „Der NABU glaubt allen Ernstes, Wolfsattacken durch Barrieren vorbeugen zu können, obwohl Schafe zum Beispiel in freier Natur auf Deichen oder an Berghängen weiden und sich dort gar nicht effektiv schützen lassen.“

Raumplanung ist zentrale Forderung

Durch ihre rasante Vermehrung und Ausbreitung werden Wölfe zur Bedrohung für die artgerechte Weidetierhaltung. Die Schäfer fordern daher von der Politik, die experimentelle Raubtieransiedlung in hochentwickelten Kulturlandschaften zu beenden: „Den Durchbruch in dieser Frage kann nur die Regulierung bringen sowie ein Raumplanungskonzept, das Wolfsrudel in den urbanen Gebieten oder in Gebieten mit Weidetierhaltung grundsätzlich nicht mehr duldet“, so Schmücker.

Am Aktionstag wollen die Schäfer mit Bürgern und Politikern ins Gespräch kommen. Sie entzünden die Mahnfeuer überall zur selben Zeit, und zwar am Freitag, den 10. Mai, um 19.30 Uhr. Für die Teilnehmer, Besucher, Interessierte, Informationshungrige sowie Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren, halten sie Essen und Getränke bereit. PM

Eine interaktive Karte aller Mahnfeuerstellen gibt es hier: https://www.google.com/maps/d/u/0/viewer?mid=1B8mUsmzzB0GQWEgqiizN5xG9sn8lax71&ll=51.442601422748325%2C11.097864876119502&z=7&fbclid=IwAR19I_RumLvYbVRqDRfdaqJ9u5cYZy3a9EL7NwOYbdmI8LVw-XLCIo6wRZA

Beitragsbild: Wolfswache/Mahnfeuer in Brandenburg (Archivbild). Foto: privat

4 Gedanken zu „Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Wenig verständlich ist, dass dort wo der Wolf wohl am häufigsten vorkommt, nämlich in den neuen Bundesländern, keinerlei Solidaritätsfeuer sind. Ist denen das Brennmaterial schon ausgegangen weil zu viele Osterfeuer?

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Danke für den Link – soweit sind wir im Süden noch lange nicht; einerseits gut, andererseits zu viele noch lernresistent.

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