Hessisches Kultusministerium verbietet Sportschießen im Schulsport

Deutschland wieder ein Stück sicherer geworden

In einer Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler vom 11. Dezember 2013 hat das Hessische Kultusministerium ein Verbot des Sportschießens im Schulsport ausgesprochen, wie der Deutsche Schützenbund (DSB) berichtet. Lediglich im Bereich des außerunterrichtlichen Sports solle das Sportschießen künftig noch möglich sein, jedoch ausschließlich beschränkt auf das Bogenschießen. Die Benutzung von Schusswaffen im Schulsport ist generell ausdrücklich verboten. Damit, so beklagt der DSB, schließt Hessen einen von rund 1,4 Millionen Sportlern betriebenen Sport grundsätzlich für Schülerinnen und Schüler aus. Dabei habe das Ministerium nicht einmal Kontakt zum DSB gesucht, der seinen Sitz im Bundesland Hessen habe.

Wozu Freiheit, Selbstverantwortung und das ganze Gedöns: Politikerpunkte sammelt man in Deutschland inzwischen damit, dass man Regeln und Verbote fordert, schreibt Patrick Bernau in der FAZ. Tatsächlich scheinen viele Politiker ihre Berufung darin gefunden zu haben, dem unmündigen Bürger durch immer penetrantere Bevormundung den Weg zur politischen Korrektheit zu weisen. Deutschland werde zum “Land der Verbote”, warnt Bernau.

Merkwürdig nur: In einer Zeit, als Deutschland wieder einmal intensiv über die Verschärfung des Waffengesetzes – sprich: neue Verbote – diskutierte, fand kein Politiker was dabei, sich im güldenen Schein der Medaillen zu sonnen, die Vorzeigeathletin Magdalena Neuner von Olympiaden und Weltcups mit nach Hause brachte. Ohne Frage taugt die Biathletin aufgrund ihrer überragenden Leistungen und ihrer Fairness (die sie nicht mal dann ablegt, wenn es um alles geht) in höherem Maß zum Vorbild, als viele andere Spitzensportler. Und so richtig gemeingefährlich wirkt sie auch nicht – erstaunlich eigentlich: Denn Biathlon, hey Mann, eine quasi paramilitätische Sportart, bei der ECHTE SCHUSSWAFFEN, die ja per se brandgefährlich sind, und deren Anzahl folgerichtig zu minimieren, deren Besitz bis zu seiner Unmöglichkeit zu reglementieren ist usw., hey, mit diesen KANONEN laufen die da rum (Waffennarren, alles Waffennarren!) und SCHIESSEN auch noch damit! Wie kann man sich mit so jemand in der Öffentlichkeit, ja im Fernsehen zeigen? Das erscheint irgendwie inkonsequent…

Das hessische Kultusministerium habe nicht berücksichtigt, “dass das Sportschießen ebenso wie der Bogensport mit vielen olympischen Disziplinen international vertreten ist” und es “mit dieser Regelung  (…) künftig in Hessen noch schwerer sein, Jugendliche an den Spitzensport heranzuführen”, beklagt der DSB. Ohne Breitensport keinen Spitzensport, und ohne Spitzensport keine Magdalena Neuner, an deren Starglanz man parasitieren kann.

Doch vielleicht profitiert der Schießsport ja sogar vom Nimbus des Gefährlichen und Verbotenen, so wie es für jeden Gangsta-Rapper das beste Gratis-Marketing ist, wenn sein neues Album auf den Index kommt. Was Lehrer, Eltern und sogar das Kultusministerium scheiße finden, kann nur cool sein. SE

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.