Hessenforst korrigiert Darstellung von HR und LJV Hessen

Bezug nehmend auf die Pressemitteilung des Landesjagdverbands Hessen “Kein schwangeres Wild bejagen” und den Beitrag des Hessischen Rundfunks (HR), auf den sich der LJV bezieht, teilt Hessenforst folgendes mit:

HessenForst, Landesbetriebsleitung

Datum: 21.03.2018

AZ.: L.3 – F 51

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihrem heute veröffentlichten Homepagebeitrag entnehme ich, dass die Pressemitteilung des LJV über den HR-Beitrag des vergangenen Montags zu Mißverständnissen geführt hat. Der HR hat bereits eine Korrektur auf seiner Homepage veranlasst.

Aus diesem Grunde schicke ich Ihnen folgende Informationen aus Sicht von Hessen-Forst:

Das FA Frankenberg hat im Rahmen des Beitrages ausgesagt, dass ab Mai die Jagd wieder beginnt. Von Treib- (Bewegungs-)jagden war unsererseits nie die Rede.
Einzeljagd ab Mai ist die Regel, auch außerhalb von Hessen-Forst.

Zudem verfolgt das FA Frankenberg ein am Rotwild ausgerichtetes, differenziertes Jagdkonzept mit folgenden Eckpfeilern:

Ä  Intervalljagd: im Zeitraum vom 31. Januar bis 30. April wird nicht gejagt – die Jagd ruht erneut vom 16. Juni bis 31. Juli

Ä  Anfang August findet eine Woche Schwerpunktjagd auf Rotkahlwild statt.

Ä  Ab September beginnt dann die Hauptjagdsaison mit dem Ziel, die Abschusspläne bis Ende des Kalenderjahres erfüllt zu haben. Der Januar dient ggf. als Zusatzzeit, sollten die Zahlen nicht erreicht sein.

Darüber hinaus gibt es Wildruhezonen, die nur wenige Tage im Jahr bejagt werden.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf der Homepage des HR:

http://www.hr.de/unternehmen/korrekturen/korrektur-hessenschau,20180319-korrektur-hessenschau-100.html

Der LJV ist entsprechend informiert.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die PM des LJV Hessen kurzfristig von Ihrer Homepage nehmen könnten.

Beitragsbild: Korrekturmeldung des HR (Screenshot).

4 Gedanken zu „Hessenforst korrigiert Darstellung von HR und LJV Hessen

  1. Ralf

    Ich persönlich lehne es ab, im August Kahlwild zu jagen. Das Bundesjagdrecht, bei dem sich mal jemand was gedacht hatte, sah die Jagd auf Rotwild einmal generell ab September vor. Das Argument, dass der Abschussplan erfüllt werden muss, sehe ich als grenzwertig an.
    Gut- dem Wolf ist es auch egal. Wenn man aber so argumentiert, dann bräuchte man keine Schonzeiten mehr.

    Ich habe mir lange Gedanken über den Begriff (nicht nur ein Wort) “Waidgerechtigkeit” gemacht. Im Grunde könnte man diesen Begriff auch mit dem Begriff (auch nicht nur ein Wort) “Tierschutzgerechtigkeit” erfassen.
    Und ich muss sagen, dass eine Jagdzeit ab September aus meiner Sicht durchaus genügend Jagddruck bringt. Dazu kommt noch der Prädatorendruck durch zunehmende Wolfbestände. Muss man die Sommerschäle unnötig verstärken? (die Betrachtung des sinnvolleren Waldbaus lasse ich außen vor)

    Hin und wieder sollte über Sinnhaftigkeit von Regelungen nachgedacht werden. In diesem Zusammenhang sind auch aus meiner Sicht Fragen offen.
    Der Rehbock darf ab 1. Mai geschossen werden. Frisches Grün belebt die Sinne. Der Rotschmalspießer darf aber erst ab 1. Juni geschossen werden. Hier stellt sich mir die Frage, wann jetzt Setzzeit ist und ob der Büchsenschuss auf den Rehbock schonender ist, als der auf den Rotschmalspießer. Eine angedachte Schalldämpferverwendung mit Unterschallmunition (bei der der Mündungs- und der Überschallknall nicht, aber der Kugelschlag trotzdem zu hören wäre) lasse ich aus meiner Betrachtung außen vor.
    Das Wort “Maibock” bezieht sich allein auf’s Bier. Allerdings herrscht bei mir mitunter auch gefährliches Halbwissen. Vielleicht fehlt mir auch die ein oder andere Perspektive.
    Man sollte vielleicht eher Menschen wie dem Biologen Professor Hans-Dieter Pfannenstiel zur Sinnhaftigkeit von bestehenden Regelungen befragen. Wenn jemand die Kompetenz dazu haben dürfte, dann er!

    Antworten
  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Eine kleine Gemeinheit vorweg: Rettet dem Dativ!
    Jagd- und Schonzeiten des männlichen wiederkäuenden Schalenwildes waren und sind z. T. auch noch heute trophäenorientiert. Die Jagdzeit begann, wenn der “Kopfschmuck” fertig verfegt war und endete spätestens kurz vor dem Abwerfen. Trophäen”qualität” (nach menschlichen Maßstäben) sollte heute bei uns als Abschusskriterium keine Bedeutung mehr haben, da eine “Aufartung” durch “Ausleseabschuss” nicht funktioniert, nie funktioniert hat. Man kann durch Abschuss der Schwachen nicht mehr Starke züchten! Zur Zucht muss man beide Eltern und alle ihre Nachkommen kennen, und muss alle Nachkommen sicher von der Weiterzucht ausschließen, die das gewünschte Merkmal nicht zeigen. Kennt irgendjemand in freier Wildbahn den Vater eines Kalbes oder Kitzes? Nein! Also, Schluss mit der vorrangigen Berücksichtigung der Trophäe als Abschussmerkmal. Mit anderen Worten, es gibt keine wildbiologische Begründung für unsere Jagdzeiten des männlichen wiederkäuenden Schalenwildes. Man schadet beispielsweise seinem Rehwildbestand nicht, wenn man Böcke erlegt, die abgeworfen haben oder am Schieben sind. Selbstverständlich ist es legitim, sich an einer starken Trophäe und an altem reifen Wild zu erfreuen. Beim weiblichen Wild steht mangels Trophäe eher die Biologie im Fokus. Es gehört(e) sich nicht, hochbeschlagenes, säugendes oder abhängige Jungtier führendes Wild zu erlegen. Damit haben die Jagdzeiten einen biologischen Hintergrund. Wenn man dem Wild etwas Gutes tun will, sollte man die Jagdzeiten auf männliches und weibliches Wild tatsächlich synchronisieren. Das hieße aber beispielsweise beim Rehwild Schonzeit während der Blattzeit.
    Früher Aufgang der Jagd (Brandenburg: Schmaltiere und Schmalspießer ab 1. Mai) sollte man so interpretieren, dass dem Jäger damit die Möglichkeit gegeben wird, bei akuten Wildschäden einzugreifen. Kahlwildbejagung ab August ist in Anbetracht von § 22 Abs. 4 BJG gefährlich. Es kommt also, wie überall bei der Jagd, auf das Verantwortungsbewusstsein des Jägers an. Gesetzliche Vorgaben können nur einen Handlungsrahmen abgeben.

    Antworten
    1. Ralf

      Danke für den Hinweis auf den Schreibfehler im vorletzten Satz. Der ist mir erst aufgefallen, als ich den Button gedrückt hatte.

      Antworten
  3. Mikka

    Jagd- und Schonzeiten sind im Grunde vollkommen ohne Belang. Tatsächlich orientieren Sie sich meistens an der männlichen Trophäe und am weiblichen Mutterschutz – jedoch ist mit dem § 22 BJagdG alles geregelt.
    Was wir brauchen – und das dringend – ist Sachverstand, Vernunft und gegenseitiges Vertrauen!!! Mit dieser Formel funktionieren übrigens gute Wildmanagementkonzepte. Wenn man besonders in den Staatsforsten ein wenig umdenken und vernünftiger jagen würde, müsste man solche Totschlagargumente wie “wir haben den Plan noch nicht voll” gar nicht erst bemühen, um waldbauliche Fehler und fehlendes Wildmanagement zu verstecken.
    Es liegt an jedem Jäger selbst welches Spiel er spielt oder eben mitspielt. Wenn man – die moderne Technik macht´s möglich – auf der Kanzel lieber am Zuckerberg leckt als sich intensiv mit der Natur zu beschäftigen, wird es für mich immer schwerer mein Vertrauen in die Jägerschaft zu halten. Danke Ralf für die konstruktive Selbstkritik mal jemanden zu fragen der sich damit auskennt!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.