Hessen: Zwei Wölfe aus Wildpark ausgebrochen

+++ Jagdunfälle in Thüringen: Anklageerhebung steht bevor +++ Niedersachsen: Wolf auf A39 totgefahren +++ Niedersachsen: Wolf reißt Kalb +++ Sachsen: Mehr Geld für Wolfsschäden +++ Hessen: Groß Gerau beantragt Bejagung von Nutrias +++ Bayern: Polizei muss von Hund gewildertes Reh erlösen +++

Zwei Wölfe sind aus ihrem Gehege im Wildpark Knüll (Schwalm-Eder-Kreis) ausgebrochen. Ein Tier wurde erschossen, von dem anderen fehlt bis jetzt jede Spur.

In einer Sondermeldung auf der Internetseite des Wildparks heißt es dazu: “Am 18.01. konnten zwei Wölfe aus ihrem Gehege im Wildpark Knüll entweichen. Beide Tiere überwanden auch einen zweiten Zaun und bewegten sich so frei im Wildpark Knüll, der durch einen Außenzaun großräumig eingegrenzt ist.

Noch am Freitagabend wurde ein Tier aus Sicherheitsgründen im Wildpark erschossen. Der zweite Wolf konnte entwischen. Eine Betäubung war leider nicht möglich, da man für einen gezielten Betäubungsschuss nicht nahe genug an die Wölfe heran kam. Das Schießen war notwendig, da die Gefahr bestand, dass die entlaufenen Wölfe, die sich im Park frei bewegenden Wildtiere weiter aufscheuchen, sodass diese in Panik geraten und sich dabei verletzten oder durch ihren natürlichen Fluchtinstinkt den Außenzaun des Wildparks durchbrechen könnten. Das hätte eine Verkehrsgefährdung dargestellt, wenn z. B. Hirsche, Dam- oder Muffelwild auf der angrenzenden Straße auftauchen. Die freie Haltung verschiedener Tierarten ist eine Besonderheit des Wildparks Knüll.

Inzwischen sind mehrere Wolfssichtungen gemeldet worden, die einzeln überprüft werden. Es ist aktuell nicht klar, wo sich der flüchtige Wolf aufhält, da Wölfe an einzelnen Tagen größere Strecken von bis zu 50 Kilometer zurücklegen können.

Für Menschen besteht nach Einschätzung der Parkleitung und Experten keine unmittelbare Gefahr. Dennoch wird zur Vorsicht geraten. Hunde sollen von Spaziergängern an der Leine geführt werden, da unklar ist, wie der entlaufene Wolf auf diese reagiert. Ob Tiere in umzäunter Freilandhaltung gefährdet sind, kann ebenso nicht ausgeschlossen werden. Der entlaufene Wolf kennt die Jagd im freien Gelände bisher nicht, allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, dass er sich potentiellen Beutetieren nähert.

„Wir bedauern diesen erneuten Ausbruch sehr. Aktuell werden die Zäune der Bären-Wolfs-Anlage kontrolliert und durch eine Fachfirma verstärkt“, so Pressesprecher Ste-phan Bürger. „Trotz regelmäßiger Kontrollen des Geheges gelang es den Wölfen an einer Stelle den Zaun zu beschädigen und durch das entstandene Loch die Flucht anzutreten“, so Bürger weiter.

Wildpark und Kreisverwaltung stehen mit der hiesigen Polizei sowie dem zuständigen Ministerium in Kontakt und tauschen alle Informationen zeitnah aus. Weitere Informationen sollen in einer Pressekonferenz am morgigen Dienstag, um 11.00 Uhr im Wildpark Knüll gegeben werden.” PM

Beitragsbild: Schlummernder Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Ein Gedanke zu „Hessen: Zwei Wölfe aus Wildpark ausgebrochen

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Auf der Internetseite des Landesumweltamtes Brandenburg, aufgerufen am 22.11.2018, stand unter der Überschrift Genetische Daten zu Wölfen: ” Die brandenburgischen Wölfe sind Teil der Deutsch-Westpolnischen Wolfspopulation. Hinweise auf Gehegeflüchtlinge oder illegale Aussetzungen durch den Menschen gibt es in Brandenburg aus genetischer Sicht nicht.”
    Als ich die Seite am 17.01.2019 erneut aufgerufen habe, stand an gleicher Stelle: “Die brandenburgischen Wölfe sind Teil der Deutsch-Westpolnischen Wolfspopulation. Hinweise illegale Aussetzungen von Wölfen durch den Menschen gibt es in Brandenburg auch aus genetischer Sicht nicht.”
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.