Hessen: Streit um Bejagung von Waschbär und Kormoran im Landtag

In der gestrigen Plenarsitzung des Hessischen Landtags haben die Regierungskoalition aus CDU und Grünen und die Opposition heftig um die Bejagung von Waschbär und Kormoran gestritten. Einige SPD-Abgeordnete hatten einen Antrag eingebracht, in dem gefordert wird, die Bejagung des Waschbären in Hessen “ohne Einschränkungen” zuzulassen. Die Schonzeit vom 1. März bis 31. Juli solle aufgehoben werden. Die FDP unterstützte den Antrag der SPD. Der jagdpolitische Sprecher der hessischen FDP-Fraktion, Jürgen Lenders, erklärte, man wolle eine Regelung, die es unter Wahrung des Schutzes der Elterntiere erlaube, Waschbären ganzjährig zu bejagen. Ministerpräsident Bouffier habe beim Landesjägertag erklärt, dass er die Auffassung der Jäger teile, dass Waschbären gejagt werden sollten, wenn sie zur Bedrohung anderer Tierarten werden. Leider habe sich die CDU nun dem Druck der Grünen gebeugt und der Ministerpräsident sein Wort gebrochen, da die Koalition einen Antrag vorgelegt habe, der an den unsinnigen Regelungen der Jagdverordnung festhalte.

Der Sprecher der CDU-Fraktion erklärte laut fuldainfo, Jagd und Fischerei seien “wichtige Kulturgüter”, Jäger und Fischer leisteten “eine wichtige Arbeit für unsere Umwelt und die ganze Gesellschaft”, doch habe man sich bei Verabschiedung der “Jagdverordnung im Zuge eines Gesamtkompromisses und unter Abwägung verschiedener Interessen und wildbiologischer Erkenntnisse dazu entschieden, den bundesgesetzlich geregelten Elterntierschutz zu konkretisieren und eine Schonzeit für den Waschbär einzuführen.” Einer Änderung dieser Regelung erteilte die Regierungskoalition eine klare Absage.

Auch der von der FDP-Fraktion eingebrachte Antrag, eine Kormoranverordnung zum Schutz bedrohter Fischarten nach dem Vorbild anderer Bundesländer zu erlassen, wurde von der Regierungskoalition zurückgewiesen. Einigkeit herrscht offenbar nicht einmal über den Kormoranbestand. Im FDP- Antrag heißt es, “die Population des Kormorans [habe sich] in den vergangenen Jahrzehnten durch Schutzmaßnahmen erheblich vergrößert.” im Gegenantrag von CDU und Grünen wird behauptet, dass “die Brutbestandszahlen des Kormorans für Hessen in den letzten Jahren stagnierend bis rückläufig sind.” Die jeweilige politische Überzeugung bewirkt offenbar messbare Schwankungen statistischer Größen.

Wenn man, so CDU-Sprecher Landau in fuldainfo, “wie bei der Jagd und der Fischerei, verschiedene Interessen zusammenbringen müsse, seien immer auch Kompromisse nötig, die nicht alle Interessengruppen vollständig zufriedenstellten. Die Union werde sich “aber auch in Zukunft dafür einsetzen, dass die gute Ausbildung und die vielfältigen Leistungen von Jägern und Fischern bei der Abwägung von Interessen besondere Berücksichtigung finden.”

Beitragsbild: Waschbär-Apport. Foto: SE

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