Hessen: Jagdverordnung wird noch 2015 veröffentlicht

LJV Hessen: “Protest des LJV Hessen zeigt Wirkung”

Nach Ansicht des Landesjagdverbands Hessen (LJV) haben die im Vorfeld initiierte sowie Unterschriftensammlung, eine Großdemonstration vor der Staatskanzlei in Wiesbaden und die öffentliche Anhörung im Landtag “zu signifikanten Änderungen der hessischen Jagdverordnung geführt”. Diese soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich persönlich für Verbesserungen eingesetzt.

Demnach hat LJV hat erreicht, dass die Jagdzeit beim Rotwild wieder vereinheitlicht wird. Jäger dürfen Elstern und Rabenkrähen aus Artenschutzgründen länger bejagen. Feldhase und Stockente bleiben weiterhin bejagbar und der Fuchs kann effektiv bis zum 28. Februar bejagt werden. Ebenso erhält die Graugans eine reguläre Jagdzeit und das Rebhuhn lediglich eine befristete Schonzeit und keine komplette Herausnahme aus der Bejagung. Im Bereich der Jungjägerausbildung wurde der Forderung nach einem Ausbildungsrahmenplan ebenso Rechnung getragen, wie den praxisnahen Anforderungen im Rahmen der Schießprüfung auf bewegliche Ziele. Auch die Wiederholung der Jägerprüfung ist möglich. Im Bereich der Fangjagd konnten praxisnahe Regelungen erreicht werden.

Der LJV als überparteilicher Verband dank allen politischen Akteuren und den Verbänden des ländlichen Raumes, die uns unterstützt haben für ihre Hilfe, so dass es zu  diesen Verbesserungen gekommen ist. LJV-Präsident Dr. Jürgen Ellenberger erklärt: „Staatsministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) hat ausdrücklich die weitere sachliche Zusammenarbeit im Interesse der wildlebenden Tiere angeboten. Dieses Angebot greifen wir gerne auf.“ PM LJV Hessen

Etwas anders als in der PM des LJV Hessen liest sich die Geschichte in einer PM des grünen Umweltministeriums in Hessen:  Die Jagd in Hessen sei “weiterhin notwendig”, stellt Ministerin Hinz bedauernd fest, werde aber stärker an der Wildbiologie ausgerichtet. Der Tierschutz bei der Jagd werde aufgewertet und gefährdete Wildtiere würden “einen deutlich besseren Schutz” erfahren.

Weiter heißt es: “Bei bestandsbedrohten Arten wie zum Beispiel dem Rebhuhn wird die Bejagung künftig ausgesetzt.” Das klingt nicht so, als ob mit einer Wiederaufnahme der Jagd alsbald/jemals zu rechnen sei. “Wildtiere, die stark gefährdet sind, dürfen nach der neuen Hessischen Jagdverordnung gar nicht mehr bejagt werden. Das gilt zum Beispiel für Iltis und Hermelin” so die PM des Ministeriums: “Die Erhebung und Entwicklung des Tierbestandes, das sogenannte Monitoring, wird künftig in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Jägerschaft und Wildbiologen der Universität Gießen erfolgen.” PM MUKLV Hessen/SE

Beitragsbild: Jägerdemo in Hessen. Quelle: DJV

5 Gedanken zu „Hessen: Jagdverordnung wird noch 2015 veröffentlicht

  1. Ein Landmensch

    Ob Jäger, Landwirte, Grundbesitzer usw. müssen immer rechtzeitig am Drücker bleiben, wenn sie keine Ökodiktaur unter der Regie der Grünen wollen. Machen wir das auch in den anstehenden Wahlkämpfen in den Ländern deutlich, denn insbesondere sind unsere großen Volksparteien gefragt. Was man von den Grünen als Verbotspartei zu erwarten ist, dürfte ja jedem Wähler bekannt sein – NRW ist das beste Beispiel.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Dass Menschen aus dem ländlichen Raum die eigentumsfeindlichen Grünen, die sich auf dem Ökofantasiatrip befinden, nicht wählen können, ist klar. Die Hoffnung aber auf die “großen Volksparteien” zu setzen, geht ebenso an der Realität vorbei. Schließlich regieren die Grünen immer mit einer der “großen Volksparteien” als Koalitionspartner. Und in schöner Regelmäßigkeit überlässt dieser Koalitionspartner aus reinem Machterhaltungskalkül den Grünen Jagd und Natur als Spielwiese. Hier muss die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Demokratie gestellt werden, wenn eine Minderheitspartei auf einem bestimmten Politikfeld ihre realitätsfremden Vorstellungen eins zu eins umsetzen kann.

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  3. Ein Landmensch

    In Hessen hat der Ministerpräsident die Jäger u. andere Landnutzer wenigstens noch angehört. Was man wohl in NRW von Frau Kraft von der SPD nicht behaupten kann. Ich sehe für den ländlichen Raum die Gefahr einer sogn. Ökodiktaur, wenn die Grünen zum Koalitionspartner werden. Aber auch die Menschen in den Städten machen sich auch ihre Gedanken zu dieser Verbotspartei. Daher die Fragen ant die großen Volksparteien: Was ist wenn die Grünen aus Machtgier zum Koalitionspartner werden. Die Meinung von Herrn Pfannenstiel hat daher Berechtigung. Stellen wir daher rechtzeitig die entsprechenden Fragen an die Parteien. Insbesondere stellt sich für mich auch einmal die Frage: Wollen die großen Volksparteinen den ländlichen Raum den Grünen zukünftig als Spielwiese überlassen, wenn eine Koalition mit dieser Verbotspartei eingegangen wird? Deshalb sind auch andere kleinere Parteien gefragt, wenn es um diese Themen geht. Der Wähler sollte und will wissen, woran er dran ist -auch bei evtle. Koalitionen im Bund und Land.

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  4. FRank

    Ob die Anhörung des MP Hessens an der tatsächlichen Umsetzung grüner Vorstellungen zur rechtlichen Regelung der Jagd etwas gebracht hat, wird erst noch die Zukunft weisen müssen – Vorsicht also mit vorschnellen Rückschlüssen in Bezug auf das Parteienspektrum. Immerhin gibt es in Hessen eine schwarz-grüne Koalition, grundsätzlich ist damit also auch eine solche Konstellation zur Regierungsbildung “erprobt” und “bewährt”. Ob und in welchem Umfang sich ein größerer Koalitionspartner vom kleineren “freie Hand” in eigenen Ressorts zusichern lässt und dies auch offensiv durchsetzt, hängt wohl von den jeweils beteiligten Personenkonstellationen ab.

    Der Hinweis Professor Pfannenstiels ist also vollauf berechtigt. Mehr noch: Leider ist den großen (?) Volksparteien zu konstatieren, dass sie sich vielfach schlicht die Butter vom Brot genommen lassen haben. Kaum eine Partei ist davon nachhaltiger negativ betroffen, als die älteste dt. Volkspartei, die im Südwesten inzwischen zum kleineren Koalitionspartner mutiert ist. Und unbestreitbar dürfte sein, dass sich die Grünen in vielen Bereichen Meriten erworben haben, die vor der Hand nicht einmal mit ihrer Wahrnehmung als “Umweltpartei” zu tun haben. Als Beispiel sei hier nur der Verbraucherschutz rsp. die Verbraucherrechte genannt. Ein “dickes” Thema, mit dem, wer es besetzt, ungeachtet seiner sonstigen Ausrichtung schon mal ein ordentliches Potential hat, in weiten Bevölkerungskreisen zu punkten.

    Um nicht missverstanden zu werden – ich sehe in einer pluralistischen Demokratie deutlich bessere Problemlösungspotentiale als in einem Zwei-Parteien-System, wie es bis zur aktuellen Wahl in Spanien noch bestanden hat. Ich meine aber, dass sich unsere beiden großen Volksparteien gleichermaßen ein schweres Versäumnis vorhalten lassen müssen: sie haben beide – vielfach durch zu ausgeprägte Unbeweglichkeit – wichtige Themenfelder ohne Not verschenkt.

    Das dies weder zwingend noch irreversibel, indes meist von erheblichen “inneren Schmerzen begleitet” ist, lässt sich wiederum an zwei Beispielen allein für die CDU verdeutlichen: Mit dem Atomausstieg der Kanzlerin nach Fukushima hat sie ein originär grünes Thema mehrheitswirksam an sich gerissen hat – mit allerdings möglicherweise üblen Folgen für die Regierten. Denn die Energiekonzerne versuchen derweil durch Umstrukturierungen, daraus resultierende ökonomischen Verluste auf den Steuerzahler abzuwälzen und es wird spannend sein zu beobachten, ob und inwieweit die Kanzlerin und ihre Partei dies mitmacht/durchgehen lässt.

    Denn zu welchen “inneren Schmerzen” die unerwartete Themenbesetzung oder -hoheit durch die CDU führt, lässt sich an einem zweiten, ebenfalls durchaus mehrheitsträchtigen Beispiels der Kanzlerin beobachten – der Flüchtlingsfrage.

    Insofern wäre es – sicher auch nicht schädlich für die Interessen der Naturnutzer wie Jäger – wünschenswert, wenn einerseits die beiden großen Volksparteien hinsichtlich ihres Gewichts wieder näher beieinander lägen und sich die übrigen Stimmen so umverteilen würden, dass auch wieder eine altbekannte vierte Partei in den Bundestag einziehen kann – auch wenn sie ihr dort erstmaliges Ausscheiden in der Geschichte dieser Republik sich sicher selbst eingebrockt hat.

    Nun geht dies alles an landespolitischen Dingen natürlich vollkommen vorbei. Ich möchte den Blick dennoch auf den Bund richten, weil wir eines nicht vergessen dürfen: Ob NRW oder anderorts, ob Artenkatalog oder Munitionsdiskussion – das sind alles nur “Testballons” für bevorstehende (von einigen) beabsichtigte Rechtsänderungen im Bund, sei es im Jagd-, Naturschutz- oder auch im Waffenrecht. Es gilt umso mehr: immeh hübsch uffbasse!

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