Hessen: Jagdhund erschossen – Verfahren eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen einen Schützen, der auf einer Drückjagd bei Blessenbach (Landkreis Limburg-Weilburg) einen Jagdhund erschossen hatte, ist von der Staatsanwaltschaft Limburg eingestellt worden. Das berichtet mittelhessen.de. Der Hund blieb nach der Jagd verschwunden, zu seinem Verbleib konnte bzw. wollte keiner der Jagdteilnehmer etwas sagen. Am nächsten Tag fand der Hundebesitzer den Leichnam des Hundes: Mit Ästen verblendet, die GPS-Halsung abgenommen, ausgeschaltet und fortgeworfen. Vier Tage nach der Jagd meldete sich der Unglücksschütze – es war der Jagdkönig, er hatte die meisten Sauen auf der Jagd geschossen. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber mittelhessen.de erklärte, sei das Ermittlungsverfahren eingestellt worden, weil die Schussabgabe fahrlässig, nicht vorsätzlich erfolgt sei. Zudem sei das Entfernen des GPS-Halsbands nicht als Diebstahl zu werten, weil der Täter es sich nicht angeeignet, sondern nur fortgeworfen habe. Ob sich aus dem Vorfall jagdrechtliche Konsequenzen ergeben steht noch nicht fest, es erscheint aber zweifelhaft. SE

Beitragsbild: Flinke Finger aufgepasst – hier bricht ein Jagdhund aus dem Mais, keine Sau. Foto: SE

5 Gedanken zu „Hessen: Jagdhund erschossen – Verfahren eingestellt

  1. Harzjäger

    Ich muss feststellen das der Jagdliche Anstand in unserer Zeit sehr zu Wünschen übrig lässt. Sollte es einen Schützen während einer Jagd passieren das hierbei ein Hund zu tode kommt, sollte wenigsten soviel Anstand zeigen dieses dem Hundeführer auch mitzuteilen. Den Hund zu verstecken und das Halsband abzuschalten und zu entsorgen ist nicht zu entschuldigen. Sollten weiterhin solche Urteile von unseren Gerichten gefällt werden, braucht man sich nicht mehr zu wundern das die Hunde am Stand bleiben, oder garnicht mehr an Drückjagten teilnehmen.
    In der heutigen Zeit für seine Taten gerade zu stehen ist in unserer Gesellschaft vom Aussterben bedroht. Die Politik macht es uns allen vor.

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  2. Grimbart

    Ich hoffe der Schütze hat wenigstens genügend Rückgrad eine anständige Kompensation zu zahlen. Aber wahrscheinlich ist das nicht der Fall, ansonsten hätte er nicht so gehandelt und versucht den Vorfall zu vertuschen. Weiß nicht wie ich als Hundeführer reagiert hätte, wenn ich dem Mann begegnet wäre.

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    1. K.M.

      Der Meinung von Grimbart kann man nur zustimmen. Aber was für Vögel habe sich da auf dieser Jagd getummelt? Als Jäger kann man sie sicherlich nicht bezeichnen!

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  3. Allons!

    Das Verhalten des Schützen ist natürlich überhaupt nicht in Ordnung, strafrechtlich relevant ist es nun nicht, zivilrechtlich (Schadensersatz) und in Bezug auf seine Zuverlässigkeit (Jagdrecht/Waffenrecht) ist bislang nix bekannt. Aus moralischer und jagdkameradschaftlicher Sicht ist der Fall natürlich bestürzend und offenbart reichlich Potential nach oben. Andererseits: Wieviel Fahrerflucht wird aus der Situation heraus begangen, und da geht es teils um Menschenleben. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.
    Grüße, Allons!

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  4. F,v.Schlieben

    Ich wüsste sehr wohl was ich als Hundeführer gemacht hätte in dieser Situation. Nicht wegen dem Hund aber wegen des Versteckens.

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