Hessen: Jäger mit Dachlatte verprügelt – Bewährungsstrafe

Ein 57-jähriger Schläger, der einen 71 Jahre alten Jäger mit einer Dachlatte krankenhausreif geschlagen hat, ist vom Amtsgericht Wetzlar wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss der Täter 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, sich der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellen sowie Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 1100 Euro bezahlen. Das berichtet das Nachrichtenportal mittelhessen.de. Der Jäger hatte von einem Hochsitz aus seine Waffe eingeschossen. Der Verurteilte hatte sich von den Knallgeräuschen wohl gestört gefühlt. Nach Schilderungen des Jägers kletterte der ihm unbekannte Mann auf den Hochsitz, forderte ihn auf, das Schießen einzustellen und versuchte, den Weidmann von dem vier Meter hohen Hochsitz zu zerren, wobei dessen Weste zerriss.

Am in der Nähe des Hochsitzes abgestellten Auto des Jägers nahm das blutige Geschehen seinen Fortgang: Der 57-jährige hatte sich die Autoschlüssel des Jägers angeeignet, die der Jäger zurück haben forderte. Um seiner Forgerung gegenüber dem erheblich jüngeren Mann Nachdruck zu verleihen, hatte er sich mit einer Dachlatte bewaffnet. Der körperlich überlegene Gewalttäter nahm dem Jäger die Dachlatte weg und prügelte damit auf das Opfer ein, bis die Latte zerbrach. Der Jäger trug mehrere Platzwunden am Kopf und Abwehrverletzungen an den Unterarmen davon, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Der Angeklagte behauptete vor dem Amtsgericht, er sei auf seine Aufforderung, das Schießen einzustellen, von dem Jäger beleidigt und angegriffen worden. Während der laut mittelhessen.de “blutverschmierte Jäger” nach dem Vorfall eine Polizeiwache aufsuchte und Anzeige erstattete, setzte sein Peiniger einen Notruf ab: Ein Jäger sei bedauerlicherweise vom Hochsitz gefallen. Es stand somit Aussage gegen Aussage. Das Gericht schenkte den Ausführungen des Schlägers jedoch keinen Glauben, während es die Aussagen des Jägers als “absolut glaubwürdig mit keinerlei Belastungstendenz” einstufte, wie mittelhessen.de berichtet. Zudem entsprachen die ärztlich dokumentierten Verletzungen des Opfers genau dessen Schilderung des Tathergangs. Zu einer Verurteilung ist es letztlich aber wohl nur gekommen, weil der Täter mehrfach einschlägig vorbestraft war. SE

Amtsgericht Wetzlar, Az.: 2JS53043/14

Beitragsbild: Dachlatten, Foto Copyright: SE

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.