Hessen: Angeblich 40 Millionen Euro Wildschaden – Ex-Förster zeigt Hessenforst an

Ein pensionierter hessischer Staatsförster hat Anzeige gegen Verantwortliche des Forstamts Jossgrund und des Landesbetriebs Hessenforst wegen Untreue erstattet. Der Mann wirft seinen ehemaligen Försterkollegen vor, über Jahre hinweg im Bereich des Forstamts “in Vernachlässigung ihrer Dienstpflichten” völlig überhöhte Rotwildbestände herangehegt zu haben, was von den Vorgesetzten bei Hessenforst geduldet worden sei. Dadurch seien, wie es in der Anzeige des Forstbeamten heißt, im Lauf der 25jährigen Dienstzeit des Forstamtsleiters Wildschäden durch Schäle und Verbiss in Höhe von 40 Millionen Euro entstanden. Wie das Nachrichtenportal inFranken.de berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Hanau Ermittlungen aufgenommen. Dem Bericht zufolge haben Hessenforst und das hessische Umweltministerium “unumwunden eingestanden”, dass es ein Problem mit überhöhten Wildbeständen im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs gebe. Seit Jahren werde beteuert, dass man an der Reduktion arbeite. Da man mit dem angestammten Forstpersonal nicht vorankomme, werde jetzt die Hinzuziehung externer Dienstleister zur Dezimierung des Rotwilds erwogen.

Das hessische Umweltministerium teilte auf Anfrage von inFranken.de mit, dass das Problem seit 2001 bekannt sei und intensiv an einer Lösung gearbeitet werde. Da Wildtiere herrenlos sei, gebe es nach Einschätzung des Ministeriums jedoch keinen Eigentümer, der für Wildschäden verantwortlich gemacht werden könne. SE

Beitragsbild: Wildschaden durch Schälen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

 

 

4 Gedanken zu „Hessen: Angeblich 40 Millionen Euro Wildschaden – Ex-Förster zeigt Hessenforst an

  1. Anko

    “Da man mit dem angestammten Forstpersonal nicht vorankomme, werde jetzt die Hinzuziehung externer Dienstleister zur Dezimierung des Rotwilds erwogen.”

    Deutlicher kann der Dienstherr kaum sagen, was er von den betreffenden Förstern hält: Nix.

    Allerdings handeln die üblicherweise auch nur im Rahmen der dienstlichen Vorgaben,. Diese resultierten bzgl. Rotwildabschuss aus offenbar sehenden Auges zu niedrig beantragten Abschussplänen, die durch wiederum eine Landesbehörde abgesegnet wurden.

    Bei wem genau liegt also genau die Verantwortlichkeit und folgt die Försterschelte womöglich wieder mal nur dem Prinzip “haltet den Dieb”?

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  2. Ralf

    Externe Dienstleister, die noch mehr Steuergeld kosten? Die nächste Veruntreuung? Dass die Förster den Abschuss nicht alleine schaffen können, liegt auf der Hand.
    Aus dem Text geht allerdings nicht hervor, ob Privatjäger (also die Steuerzahler selbst) auch am Abschuss beteiligt wurden/ werden. Das wäre eine Möglichkeit. Zumal die Jäger freiwillig und für den Fiskus kostenneutral ihre Freizeit aufwenden.

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  3. K.H.

    Bliebe zunächst einmal die genaue Prüfung des Sachverhaltes. Zudem stellt sich für mich auch die Fragen: Wollte da sich nicht ein Förster wichtig machen? Evtl. einer der sogar Mitglied beim ÖJV ist?

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    1. Anko

      Zitat: Dem Bericht zufolge haben Hessenforst und das hessische Umweltministerium „unumwunden eingestanden“, dass es ein Problem mit überhöhten Wildbeständen im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs gebe. Seit Jahren werde beteuert, dass man an der Reduktion arbeite.

      Welcher Teil des Sachverhalts ist an dieser Stelle nich unklar?

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