Heimatloser Hund apportiert Fasan für verdutzten Jäger

Eine rührende Geschichte (leider ohne richtiges happy ending) hat sich im US-Bundesstaat South Dakota zugetragen: Ein Jäger erlegte am 4. Januar in der Nähe des Sand Lake National Wildlife Refuge – einem geschützten Feuchtgebiet und Wasservogelparadies – einen Fasan. Dieser wurde dem verdutzten Jäger von einem ihm unbekannten Hund apportiert. Die gelbe Labrador-Hündin musste schon einige Tage bei bitterer Kälte ohne Schutz und Nahrung im Freien verbracht haben, berichtet die Onlinezeitung Watertown Public Opinion. Sie war sehr dünn und hatte Wunden an den Gelenken und Pfoten, die auf den ersten Blick wie Frostbeulen aussahen, sich später jedoch als Granulome entpuppten. Das hielt die Hündin aber nicht davon ab, dem fremden Jäger den erlegten Fasan ordnungsgemäß zu apportieren und auszugeben. Der Jäger verständigte den Fish & Wildlife Service (FWS), die amerikanische Jagd- und Fischereibehörde.

Leider konnte die anstellige Jagdhelferin bei dem neuen Herrn, den sie sich ausgesucht hatte, nicht bleiben. Ein Mitarbeiter vom FWS übernahm sie von dem Jäger und brachte sie nach Aberdeen in ein Tierheim der Tierschutzorganisation Humane Society, wo sie medizinisch versorgt und auf den Namen River getauft wurde. Dann kam die auf acht bis zehn Jahre geschätzte Hundedame in einen warmen und trockenen Zwinger, wo sie die nächsten 48 Stunden tief und fest verschlief. River ist weder mit Mikrochip noch mit einer Plakette gekennzeichnet, an ihrem Halsband sind jedoch die typischen Metallclips, an denen die Plakette üblicherweise befestigt werde, so eine Tierheimmitarbeiterin. Sie ist stubenrein, gut erzogen und solide jagdlich ausgebildet. Warum ihr einstiger Besitzer sich bislang anscheinend nicht darum gekümmert hat, seinen Hund wieder zu bekommen, erscheint rätselhaft. River soll jetzt in ein neues Zuhause vermittelt werden. red.

Beitragsbild: River auf der Internetseite der Aberdeen Area Humane Society (Screenshot).

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