Hat die Jagd ein Frauen-Problem?

In regelmäßigen Abständen werden in der Presse Jubelmeldungen lanciert, denen zufolge der Frauenanteil unter den Jägern steigt (z.B. hier oder hier oder hier), die “Jagd immer weiblicher” werde. Auch der Deutsche Jagdverband (DJV) jubelt mit und folgert – vielleicht etwas voreilig, Jäger seien “moderner als ihr Ruf“. Ach wirklich? Schaut man sich die DJV-Seite mit den Porträts der Präsidiumsmitglieder an, so können einem starke Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Aussage und an der Fähigkeit des Präsidiums zur Selbstreflektion kommen: Da sind alles Herren abgebildet, fast ausnahmslos in reifem bis deutlich vorgerücktem Alter, gewandet in großkarierte Tweedsakkos oder Trachtenjanker. Der Verband und seine Repräsentanten vermitteln ein Bild von der Jagd, so angestaubt, vorgestrig und piefig, das ganz schlecht zur behaupteten Modernität passen will. Frauen kommen in der gesamten deutschen Jägerschaft auf einen Anteil von sieben Prozent, in den Jungjägerkursen liegt der Frauenanteil teilweise weitaus höher, bei zwanzig, dreißig, mitunter sogar knapp fünfzig Prozent. Wie vor diesem Hintergrund und der angeblich angestrebten gesellschaftlichen Öffnung und Auffrischung des Erscheinungsbildes der Jagd ein DJV-Präsidium mit null Prozent Frauenquote zu bewerten ist, mag jeder selbst entscheiden.

Das Bild ändert sich nicht wesentlich, wenn man die DJV-Seite betrachtet, auf der die Repräsentanten der Landesjagdverbände (LJV) aufgelistet sind: Von den 44 dort aufgelisteten wichtigen Positionen – Präsident, Geschäftsführer, Pressesprecher – sind gerade einmal drei von Frauen besetzt. Zwei davon in Personalunion von Kati Ebel, “Geschäftsführer” und “Pressesprecher” (der DJV verwendet tatsächlich die männlichen Formen…) des LJV Mecklenburg-Vorpommern, die andere ist Stephanie Lessel, im LJV Sachsen zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Es muss nicht unbedingt  Zufall sein, dass die Ehrenrettung in Sachen Frauenquote durch Landesjagdverbände der neuen Bundesländer erfolgt: In der DDR waren Frauen auf der Jagd vermutlich eher Normalität als in der stockkonservativen Gesellschaft Westdeutschlands.

Grafik: DJV

Rechnet man die wichtigsten Positionen in den Vertretungen der deutschen Jägerschaft zusammen, so sind von den 64 aufgeführten Positionen (DJV-Präsidium inkl. Ehrenmitglieder plus die Präsidenten, Geschäftsführer und Pressesprecher der LJV) 3,1 bzw. 4,7 Prozent (je nachdem, ob man die durch Kati Ebel ausgefüllten Position zweifach berechnet oder nicht) der Posten mit Frauen besetzt. Legt man nur die Anzahl der Personen zugrunde und berücksichtigt in Personalunion besetzte Posten nicht, was vielleicht das aussagekräftigere Verfahren ist, so kommt man auf ein Verhältnis von 57 Männern zu zwei Frauen, das entspricht 3,5 Prozent.

Frauen sind also gerade einmal mit der Hälfte des Anteils, der ihrem Gesamtanteil in der Jägerschaft entspricht, in den wichtigsten Gremien des Jägerschaft vertreten. Ein beschämendes, ja blamables Ergebnis, ein Armutszeugnis für Verbände, die der Öffentlichkeit ein fortschrittliches, zeitgemäßes, frischeres Bild von der Jagd vermitteln sollten und vorgeben, dies auch anzustreben. Lippenbekenntnisse, muss man konstatieren.

Eine Einschätzung, die eher noch verschärft wird durch die Tatsache, dass Frauen in den Niederungen der Verbändehierarchie durchaus zahlreicher vorkommen: Als Beisitzerinnen, Referentinnen und natürlich Sekretärinnen und Buchhalterinnen in den Geschäftsstellen. Die Herren repräsentieren und entscheiden, die Damen arbeiten zu und kochen Kaffee – die 50er Jahre lassen grüßen.

Ein leicht differenziertes Bild ergibt sich demnach, wenn man die Präsidiumsmitglieder der LJV (ohne Beisitzer) und die Geschäftsführer in die Analyse einbezieht:

Frauenanteil in deutschen Jagdgremien. Stand: August 2017. Grafik: JAWINA

Hier zeigt sich, dass einige LJV einen deutlich höheren Frauenanteil in ihrem Gremien realisiert haben, als deren Anteil unter den Mitgliedern entspricht. Spitzenreiter ist der LJV Sachsen, mit einem Frauenanteil von 28,6 Prozent, gefolgt von Bremen mit 20 und dem LJV Hessen (16,7) und Mecklenburg-Vorpommern (14,3). Die LJV mit der überdurchschnittlich hohen Frauenquote sorgen hier für die Gesichtswahrung der Jagdgremien, da der Gesamtanteil der Frauen bei dieser Art der Berechnung bei knapp sieben Prozent liegt und somit in etwa dem realen Frauenanteil in der Jägerschaft entspricht.

Dies sollte aber keinesfalls von der Tatsache ablenken, dass immer noch diverse Verbände mit einem Frauenanteil von exakt null Prozent beschämen. Als schlechtes Beispiel geht der Dachverband DJV voran, gefolgt von Berlin, Thüringen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg. Besonders peinlich ist, dass gerade einige der mitgliederstärksten Verbände – NRW mit 63.932 Mitgliedern, Niedersachsen (49.097) oder Rheinland-Pfalz (17.552) – rein männlich besetzte Gremien aufweisen. Sollte unter so vielen Jägerinnen keine geeignete Kandidatin für einen Präsidiumsposten zu finden sein? SE

Beitragsbild: Unterrepräsentiert – teutsche Weidfrau. Foto: SE

27 Gedanken zu „Hat die Jagd ein Frauen-Problem?

  1. Horst

    Himmelherrgottsakrament!

    Kann ich denn nicht einmal auf einer Jagdseite von intersektionalistischer, neofeministischer Propaganda verschont bleiben????
    Dass Frauen nicht in Führungspositionen, sei es in Jagdverbänden, oder in der Wirtschaft, so stark verstreten sind, wie die “piefigen” Männer, hat vielleicht ganz andere Gründe. Und damit meine ich nicht Mangel an Qualifikation, falls mir das schon wieder jemand unterstellen würde!
    Es hat vielleicht mit persönlichen Interessen zu tun!
    Wisst ihr, wie aufwändig es ist, Vorstandsvorsitzender zu sein? Das sind 80-Stunden-Wochen! Die Frage sollte nicht lauten: “Warum machen das nicht mehr Frauen?”, sondern “Warum macht das überhaupt irgendjemand?”
    Fakt ist nunmal: Sobald Frauen von Alter und der Erfahrung her für solche Stellen in Frage kommen, wird ihnen die Familie einfach wichtiger.
    Und sich ehrenamtlich im Jagdverband zu engagieren ist auch nicht unbedingt sie Sache jeder Frau! Und damit meine ich Interesse!

    Um die Statistik “ehrlich” zu machen, sollte man vielleicht auch noch anmerken, wieviele der Frauen überhaupt Lust haben, sich dergestalt zu engagieren. Das wird aber aus gutem Grund nicht gemacht.
    Ich garantiere euch: JEDE Frau, die Lust hat, sich im Jagdverband zu engagieren, wird mit Kusshand genommen.

    [Kommentar gekürzt, bitte Netiquette beachten, danke. admin.]

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  2. Georg Baumann

    Sind doch alles Wahlämter (bis auf die GF-Posten). Ich hab da leider keinen Kandidatinnen-Run erlebt. Muss evtl. auch erst noch wachsen. Die beschriebenen hohen Zahlen Kursteilnehmerinnen gibts ja noch nicht so lange. Aber wieso – wie im Artikel auch – Frauen in Ämtern oft mit Modernität und und Fortschritt gleichgesetzt werden, ist mir schleierhaft. Das ist doch kein Automatismus.

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    1. admin Beitragsautor

      Hi Georg, ich erinnere mich noch gut, wie Du seinerzeit als LJVB-Geschäftsführer Deine Befriedigung darüber äußertest, dass die in Rente gehende Sekretärin ihre Nachfolgerin gelehrt hatte, für den Chef (also Dich) Kaffee zu kochen. Meine Kritik an diesem für die Atmo in der Geschäftsstelle so charakteristischen Brauch, diesen angestaubten, vorgestrigen Rollenmustern, diesem Hierarchieding, als auch für die Außenwirkung eines Verbandes fatal, konntest Du nicht nachvollziehen. Ich bin daher geneigt, die von Dir konstatierte Schleierhaftigkeit als Unverständnis infolge diametral unterschiedlicher Auffassungen zu werten. Und was den Kandidatinnen-Run angeht: Vielleicht ist genau das das Problem: Dass immer dieselbe Sorte von Typen in diese Verbandsämter drängt und potenzielle Konkurrenten frühzeitig weggebissen werden. Beispielsweise sind beim LJVB sämtliche Vorschläge, Medientermine doch mal von den engagierten Leuten aus der IG Junge Jäger wahrnehmen zu lassen, allesamt ins Leere gelaufen, weil immer die sattsam bekannten Herren vor die Kameras und Mikrofone drängten. Es werden keine Nachfolger aufgebaut, sondern Ämter zäh verteidigt (man denke an die Kampfkandidatur Pfannenstiel vs. Bethe). Über den ausbleibenden Run auf die Ämter muss man sich unter diesen Bedingungen nicht wundern. Übrigens lag in meinem vor Urzeiten beim LJV Berlin absolvierten Jungjägerkurs der Frauenanteil schon bei knapp 50 Prozent – so neu ist die Entwicklung also nicht. SE

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  3. Martha Hansberg

    Für mich klingt dieser Artikel wie das frustrierte Geschwurbel einer Geschlechtsgenossin, die bei einer Wahl durchgefallen ist und sich ihr Scheitern nur mithilfe von “Sexismus” erklären kann und dafür halbgare Statistiken als “Beweis” anführt. Armselig. Wie der Vorredner schon sagte: Wer als sich als Frau in den Jagdverbänden engagieren will, ist immer willkommen. Die Probleme, in die obersten Zirkel vorzustoßen, haben Männer genauso, aber von denen beschwert sich keiner, schlichtweg weil man als Mann für sein Scheitern niemand anderes verantwortlich machen kann als sich selbst, wohingegen Frauen sofort “Sexismus” blöken, wenn irgendwas nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen.

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    1. admin Beitragsautor

      Kommentare wie dieser illustrieren, wie sehr der verordnete (Frauenquoten bei Vorstandsposten) und aggressive Kampagnen-Journalismus (Fall Tim Hunt, Team Gina Lisa etc.) einem ursprünglich berechtigten Anliegen geschadet haben.

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      1. Jochen S.

        Lieber Autor,

        meinen Sie mit “Kampagnen-Journalismus” den Artikel, den Sie hier verfasst haben? Denn was anderes ist das nämlich nicht. Es handelt sich um das, was man in den USA als “Identity Politics” bezeichnet, wo es gar nicht um Inhalte geht, sondern darum, das Individuum nach dessen Gruppenzugehörigkeit und nicht nach dessen Leistung zu beurteilen.

        Und einer der Vorredner hat durchaus recht, wenn er schreibt, dass Sie vollkommen unzulässig den Anteil der Jägerinnen mit dem Anteil der weiblichen Vorstände in Relation setzen. Dies suggeriert nämlich, dass Jägerinnen im selben Umfang Interesse haben, sich in Vorständen zu engagieren. Das bezweifle ich stark, schlichtweg aus Erfahrung.

        Mein Tip an Jägerinnen, die in Verbänden was bewegen wollen:
        Hört auf, zu jammern und macht es einfach! Niemand legt euch Steine in den Weg. Niemand hat was dagegen, wenn Frauen in den Vorständen sitzen. Wir haben schon alle Erfahrungen darin, dass Frauen kompetent jagen und gerade, was Umsicht und Waidgerechtigkeit betrifft, den Männern sogar oft voraus sind.

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  4. Anko

    “… zeigt sich, dass einige LJV einen deutlich höheren Frauenanteil in ihrem Gremien realisiert haben, als deren Anteil unter den Mitgliedern entspricht. Spitzenreiter ist der LJV Sachsen, mit einem Frauenanteil von 28,6 Prozent, gefolgt von Bremen mit 20 und dem LJV Hessen (16,7) und Mecklenburg-Vorpommern (14,3). ”

    Wenn in den genannten LJVs der Geschlechteranteil innerhalb deren Jägerschaft ähnlich hoch ausfiele, wäre das nur natürlich. Da er es nicht ist, sind Frauen dort statistisch gesehen (und vermutlich sogar schon deutlich) überrepräsentiert. Daraus macht auch niemand einen Aufreger, also bitte die Kirche im Dorf lassen.

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  5. Ralf K.

    Ich meine auch, dass man das mit Frauenquoten und Co. auch übertreiben kann. Wichtig ist, dass sich Leute finden lassen, die “Bock” darauf haben! Und nur eine Frau in einen Posten zu schieben, die vielleicht gar nicht so sehr geeignet erscheint, halte ich für falsch. Und hier mache ich keinen Unterschied zwischen der Wirtschaft oder den Jägerschaftsverbänden.
    Wenn sich eine Frau findet, die redegewandt ist, und die weiß, wovon sie spricht- warum nicht? Aber bitte nicht, um irgendeine Quote zu erfüllen!
    Finde es beeindrucken, dass man sich die Zeit nimmt und sich die Mühe macht, solche Statistiken zu erstellen. Wir haben, meine ich zumindest, andere Sorgen. Es gilt das Recht auf Jagd weiterhin zu verteidigen. Ob man das besser über eine Frauenquote schafft, wage ich zu bezweifeln.

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  6. Jochen S.

    Liebe Waidgenossen,

    ich halte diesen Artikel für problematisch, da er die Aufgabe der Vorstände auf die primären Geschlechtsorgane reduziert. Wir Jäger wollen in den Verbänden Leute haben, die unsere Anliegen bei der Politik optimal vertreten, die für gute Jagdgesetze und ein liberales Waffenrecht einstehen, die z.B. dafür sorgen, dass wir alle Schalldämpfer benutzen können. Ob das ein Mann, eine Frau, oder irgendein anderes der auf Facebook verfügbaren 72 Geschlechter macht, ist ABSOLUT IRRELEVANT!!!

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  7. Keule

    Köstlich! Dieser Artikel stellt eine gelungene Provokation dar und wenn man die peinlichen Kommentare hier liest muss man sagen, das diese Diskussion notwendig ist!

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    1. Jochen S.

      Lieber Keule,

      eine “Provokation” ist es ausschließlich deshalb, weil der Artikel auf unvollständigen Statistiken basiert. Wie bereits gesagt: Ich glaube nicht, dass irgendjemand was gegen Frauen in den Vorständen hat. Das interessiert heutzutage wirklich niemanden mehr. Ich selbst habe meinen Jagdschein bei einer Frau gemacht und war mehr als zufrieden und finde es sehr gut, dass sie sich auch im LJV engagiert. Sie ist aber deshalb im LJV, weil sie äußerst kompetent ist, und nicht deshalb, weil sie eine Frau ist. Wir brauchen keine Frauenquote, sondern eine Kompetenzquote. Wirklich viele Jäger wollen eine Modernisierung, ein Auflösen verkrusteter Strukturen in den Verbänden. Es ist aber ein intellektueller Fehler erster Güte, wenn man “Modernisierung” mit “Frauenquote” verwechselt. Die Frauenquote ist ein neomarxistisches Relikt aus den 80ern und alles andere als modern.

      Es ist halt wie bei allen Frauenquoten: Ich habe noch niemanden eine Forderung nach Frauenquoten bei Müllabfuhr, Kloakentauchern, oder Bombenräumern äußern hören. Ich habe auch noch nicht vernommen, dass sich irgendjemand beschwert hat, dass 95% der Gefängnisinsassen Männer sind. Wie wär’s denn da mit einer Frauenquote?
      Wissen Sie, warum so viele Leute allergisch auf Frauenquoten reagieren? Weil sich die Aktivistinnen ausschließlich die Rosinen rauspicken (sprich: viel Geld/ Anerkennung bei wenig Aufwand), aber keinen Bock haben, die Drecksarbeit zu machen.
      Es gilt nach wie vor: Starke Frauen gehen ihren Weg. Schwache Frauen fordern Quoten, weil sie es im offenen Wettbewerb zu nichts bringen.

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  8. Jochen

    Für die Behauptung das Frauen in der DDR-Jagd Normalität waren, gibt es doch sicher belastbare Zahlen? Ich tippe für 1985 auf einen Frauenanteil, der nicht über 1% gelegen hat. Zu den “gläserne Decken” Geschreibe, sage ich mal gar nichts, lohnt sich nicht.

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  9. admin

    Dem in diesem Beitrag getätigten Experiment liegt folgende Versuchsanordnung zugrunde: Man wendet einmal probeweise eine Anforderung, die absolut im gesellschaftlichen Mainstream zu verorten ist, auf die Jagd an. Das Ergebnis liegt vollkommen im Rahmen des Erwartbaren und Vorhersagbaren: Nein, pfui, igitt, das wollen wir nicht, das machen wir nicht, die Jungs vom Revanchistenclub machen es doch auch nicht, usw. Das kann man natürlich so halten und darauf hoffen, dass die 380.000 den 80 Mio. schon klarmachen werden, wo der Hammer hängt – nur muss man sich dann nicht wundern, wenn man als außerhalb des gesellschaftlichen Konsenses stehend wahrgenommen wird. Und da stellt sich dann die Frage, ob es nicht die Aufgabe von Verbänden wäre, deren Anliegen – unser Anliegen – so zu verkaufen, dass es auch angenommen wird, nach der altbekannten Devise, dass der Köder dem Fisch, nicht dem Angler schmecken muss. Dazu gehört z.B., dass man Klischeebilder nicht immer wieder zuverlässig bedient, sondern durch Konfrontation mit dem Ungewohnten eine positive Neubesetzung schafft. Der winzige ÖJV – übrigens mit Frau Emmert an der Spitze… – führt sehr geschickt und effizient vor, wie das geht.

    Antworten
    1. Jochen S.

      Lieber admin,

      “gesellschaftlicher Mainstream” ist es deshalb, weil sich die große Mehrheit der Journalisten (die sich in überwältigender Mehrheit den Grünen verbunden fühlen, der SPD und der Linken, und somit fast ausschließlich aus Marxisten besteht, was nichtmal ansatzweise das Wahlvolk widerspiegelt) dieser Ideologie verbunden fühlt. Auch hier gilt: veröffentlichte Meinung und öffentliche Meinung sind nicht deckungsgleich! Und selbst wenn: Nur weil etwas “Mainstream” ist, heißt es nicht automatisch, dass es auch gut für die Gesellschaft ist. Auch wenn Ihnen das vielleicht nicht schmecken wird, aber Quoten schaden letztendlich denjenigen, denen sie angeblich nutzen sollen. Das beste Beispiel hierfür ist in den USA die sog. “Affirmative Action”, die dafür sorgen soll, mehr Minderheiten (i.e.: Schwarze und Latinos) an Eliteuniversitäten unterzukriegen. Um das zu schaffen, macht man Folgendes: Bei den Eingangsprüfungen (SAT) bekommen Schwarze einen Bonus von (ich glaube) 140 Punkten, wohingegen Asiaten (auch wenn diese aus demselben sozialen Umfeld kommen) einen Malus von 80 Punkten bekommen. Wenn das kein Rassismus ist, weiß ich auch nicht.
      Diese Politik führt zwar vordergründig dazu, dass mehr Schwarze sich an guten Unis einschreiben. Es führt aber vor allem dazu, dass diejenigen, die über affirmative action einen Platz bekommen, letztlich an diesen Unis überfordert sind, das Studium abbrechen müssen und plötzlich mit einem Haufen Schulden, aber ohne Abschluss dastehen. Das führt zu noch mehr Verbitterung dem “System” gegenüber. Und wenn Schwarze einen erfolgreichen Abschluss in Händen halten und sich auf einen Job bewerben, wissen die Arbeitgeber nie, ob sie diesen Abschluss bekommen haben, weil sie ihn sich verdient haben, oder weil sie ihn über eine Quote gekriegt haben. Man schadet damit letztlich den Leistungsträgern.

      [Kommentar gekürzt, Netiquette beachten, admin.]

      Beste Grüße

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    2. Jochen

      Da ist keine einzige Antwort, auf die Einlassungen der meisten Kommentatoren dabei. Mir sind diese ominösen 80 Mio, die in ein paar Wochen das “weiter so” wählen werden tatsächlich vollkommen gleichgültig. Weshalb ich mich selbst außerhalb des gesellschaftlichen Konsens stehend wahrnehme und es auch ablehne mich bei denen mit “progressiven” Forderungen einzuschleimen.
      Hier hat ein andere Jochen eine Kompetenzquote verlangt und das ist tatsächlich etwas, was man unterstützen sollte. Was für ein verqueres Weltbild muß man haben, wenn man weiblich mit modern/fortschrittlich gleich setzt? Man sollte für einen Posten immer versuchen, die beste Person, unabhängig vom Geschlecht, zu bekommen. Jeder der in der Realität und nicht in seinem ideologischen Wolkenkuckucksheim zuhause ist weiß, niemand hält gute Frauen auf, ihren Weg zu gehen, auch nicht bei der Jagd.

      Der winzige ÖJV steht ja nicht alleine, sondern gehört zum informellen, linken Netzwerk, das über der gesamten BRD liegt. Seine PR Möglichkeiten und Fähigkeiten, haben also nichts mit seinen 5 Mitgliedern und der Frau an seiner Spitze zu tun.

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    3. Anko

      “Dem in diesem Beitrag getätigten Experiment liegt folgende Versuchsanordnung zugrunde: Man wendet einmal probeweise eine Anforderung, die absolut im gesellschaftlichen Mainstream zu verorten ist, auf die Jagd an.”

      Wenn das so ist, dann doch bitte gleich konsequent und mindestens auch noch

      – korrekt und vollständig gendern (“JägerInnen und Jäger”),
      – die Forderungen auf Trans*MenschInnen und -Menschen inkl. entsprechender Unisex-Toiletten auf den Gechäftstellen der LJV erweitern und
      – Diesel-Jagdfahrzeuge in mindestens der Schadstoffklasse EUR 6D (erhätlich leider erst ab September 2017) fordern.

      🙂

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  10. Grimbart

    Nein, hat sie nicht, die Jagd, ein Problem mit Frauen. Warum auch? Wer will, der kann doch auch nach einem Amt streben. Je größer die Anzahl, desto mehr werden auch Frauen gewählt werden. Auch die Herren der Schöpfung drängeln sich nicht unbedingt um Posten. Das ist zumindest mein Eindruck von einigen Versammlungen, bei der es um die Besetzung frei gewordener Positionen im Vorstand ging. Ich nehme mich da selber nicht aus, denn es kommt einiges an Mehraufwand auf einen zu, wenn man so etwas übernimmt. Beruf und Familie gibt es neben der Jagd ja auch noch. 😉

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  11. N. Bunke

    Auch ich habe mich oft gefragt, wo bleiben eigentlich all die Frauen, die in meinen Jungjägerkursen sitzen? Es gibt so viel zu tun, der Jagd ein positives frisches Image zu verleihen. Denen, die so forsch daherreden, es sei doch alles kein Problem mit den Frauen und der Verbandsarbeit sei gesagt, es ist ein Problem. Durch meine (ehemalige) Vorstandsarbeit bzw. Arbeit in der jagdlichen Aus- und Weiterbildung komme ich seit über 15 Jahren mit Jägerinnen (und Jägern) in der ganzen Republik zusammen und bekomme hier immer wieder zu hören, dass trotz steigender Frauenquote in der Ausbildung bzw. in der Seminarbesetzung, viele Bestrebungen sich einzubringen, gegen die Wand fahren. Frauen stoßen oft auf eine undurchdringliche Mauer von “dashabenwirschonimmersogemacht” und wenn keine Unterstützung seitens der Vorstände kommt, geben sie irgendwann entnervt auf bzw. machen einfach ihr eigenes Ding (Bereich Lernort Natur). Ich sehe, wie manch anderer hier, ebenfalls keinen Sinn in einer Frauenquote, sondern tatsächlich in einer Kompetenzquote. Aber solange die nicht kommt und es einfach nur nur um Gockelgehabe ” Me,myself andI” geht – tun die Frauen gut daran, diesem Irrsinn und Selbstdarstellungswahn aus dem Weg zu gehen. Es gibt immer wieder auch Unterstützung für gute Arbeit und gute Ansätze – aber die reichen eben nicht aus um das Blatt zu wenden. Die ignoranten Selbstdarsteller sind meist lauter als die anderen und Veränderungen sind so unbequem. Eigentlich schade, dabei sind viele Frauen geübt in der Orga von Familie und Job und wenn etwas Spaß macht und der familiäre Rückhalt da ist, dann ist so eine Vorstandstätigkeit auch keine Unmöglichkeit. Letztendlich geht es um die Jagd, um nichts anderes – diese Diskussion ist mehr als notwendig.

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      1. Jürgen Aurahs

        Ursprünglich haben die Männer gejagd (Essen) und die Frauen das Feuer bewacht. Heute wollen die Frauen jagen, weil jagen zu einem Sport gemacht wurde wie z.B. Golf, Tennis, Fußball. Die Vielzahl der Jagdschulen zeigen dies. Aber es ist und bleibt ein Handwerk!
        Als Prüfer der Jägerausbildung stelle ich fest, dass der Frauenanteil signifikant gestiegen ist. Aber nicht jede Frau wird die Jagd ausüben wollen oder können, so ist meine Wahrnehmung. Dazu gehört mehr als der Jagdschein; dazu gehört das Feuer der Jagdleidenschaft und die Bereitschaft zum kräftezehrenden Handwerk. Sofajäger/innen gibt´s wie Sand am Meer. Das ist zwar gut für einen Verein bei steigenden Mitgliederzahlen aber wenn es um ehrenamtliche Tätigkeiten geht, bleiben die Arme unten. Das ist aber nicht nur bei der Jägerschaft so denn die Freizeitgesellschaft möchte möglichst viele Angebote wahrnehmen. Da ist ein Ehrenamt, dazu noch für die unpopuläre Jagd, eine äußerst unangenehme weil zeit- und nervenaufreibende Angelgenheit. Heute kann jede/r ein Amt haben, wenn sie/er es anstrebt.

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  12. Ralf K.

    Frauenquote oder wie? Da kommt es nur noch drauf an, dass man Frau ist und bekommt einen Posten? Wegen des Geschlechtes?
    Im Gleichstellungsgesetz steht, dass kein Nachteil für ein Geschlecht bestehen darf. Wo ist es denn kein Nachteil für die Männer, wenn bei gleicher Qualifikation eine Frau bevorzugt wird?

    Nochmal zur Klarstellung:
    Ich möchte den Grundgedanken, dass engagierte und besser qualifizierte Frauen bevorzugt werden, nicht schlechtreden. Aber ich erlebe es in einer Landesbehörde, dass Frauen genau aufgrund des Passus in Stellenausschreibungen
    “bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt” bevorzugt werden. Da hat ein Mann keine Chance mehr, einen Posten zu bekommen. Ich wage die Frage zu stellen, ob das so richtig ist.

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  13. N. Bunke

    Man muss nur warten…… Herr Aurahs, Ihnen ist hoffentlich nicht entgangen, dass wir im 21. Jahrhundert leben und ich gehe ebenfalls davon aus, dass Sie als Prüfer nach dem Gleichheitsgrundsatz prüfen? – Sofajägerinnen und -jäger gibt es tatsächlich wie Sand am Meer, und nicht jeder Kandidat ist dafür geeignet – meine Wahrnehmung. Ihre Aussage, wer will der kriegt schon einen Posten, haben Sie selber allerdings ad absurdum geführt, da ja Frauen ihrer Meinung nach eher das Feuer zu bewachen haben – und für die Jagd, weil schweres Handwerk, nicht geeignet sind. Wie wäre es denn, wenn Frauen, einen Teil der jagdlichen Arbeit übernehmen – wie das Kommunikative, die Fallenjagd oder das Hundewesen? Jeder macht das, was er/sie gut kann – zum Wohle der Jagd? Den 80 kg Keiler zieht mein Mann auch nicht alleine aus´m Schilf, er holt sich Hilfe, zu mehreren macht´s eh mehr Freude. Sollte Ihnen das alles nicht zusagen, müssen Sie leider damit leben, dass ich meine Motorsäge nicht gegen den Kochlöffel tausche. Weil Jagd ist Passion und hat nichts mit Kraft zu tun!

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  14. Deschie88

    Frau Lessel hat überhaupt keinen Jagdschein und dürfte somit für den Artikel völlig unrelevant sein. Sie bearbeitet lediglich den naturschutzfachlichen Bereich. Ich bitte um Korrektur!
    Eine ordentliche Recherche ist alles meine Damen und Herren!!!

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    1. admin Beitragsautor

      Es geht in dem Beitrag um den Anteil von Frauen in den jagdlichen Gremien. Dafür ist es völlig unerheblich, ob die Fr. Lessel nun einen Jagdschein hat oder nicht. Klares Denken ist alles, meine Damen und Herren!!!!

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