Hasenpest im Landkreis Limburg-Weilburg

Wildtiere nicht anfassen – Hunde anleinen

Im hessischen Landkreis Limburg-Weilburg ist die auch für Menschen gefährliche Hasenpest (Tularämie) ausgebrochen. An drei Orten im Landkreis, und zwar in der   Gemeinde Dornburg, Gemarkung Langendernbach, Gemeinde Löhnberg, Gemarkung Obershausen sowie in der Gemeinde Beselich, Gemarkung Obertiefenbach wurde die Erkranakung bei tot aufgefundenen Feldhasen amtlich festgestellt. Das teilt der Landkreis in einer Presseerklärung mit.

Tularämie wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger lebt vor allem in Parasiten wie beispielsweise Flöhen, Läusen, Wanzen oder Zecken, die wiederum die Bakterien auf wild lebende kleine Säugetiere (Hasen, Wildkaninchen, Mäuse, Ratten, Eichhörnchen usw.) übertragen. Die Tularämie kann von Tieren auf Menschen übertragen werden. Erkrankte Wildtiere zeigen in der Regel kein typisches Fluchtverhalten, sondern wirken matt, teilnahmslos und verlieren ihre Schnelligkeit und angeborene Scheu. Man darf keinesfalls die Tiere anfassen. Auch sollte man vermeiden, dass Hunde mit erkrankten Tieren in Kontakt kommen. Es wird geraten, Hunde in Wald, Feld und Flur an der Leine zu führen.

Menschen infizieren sich vorwiegend durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit deren Organen. Die Inkubationszeit beträgt drei bis fünf Tage (Spannweite 1 – 21 Tage). Die Erkrankung beginnt meist mit einem Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers und einer Schwellung der lokalen Lymphknoten und/oder mit abrupt einsetzendem hohen Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen und Erschöpfungszuständen. Das Krankheitsbild kann aber je nach Eintrittspforte des Erregers stark variieren. Rechtzeitig erkannt, lässt sich Tularämie mit Antibiotika behandeln. Die Heilungschancen sind dann sehr gut. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kommt praktisch nicht vor. Ein Merkblatt mit weiteren Informationen befindet sich auf der Startseite der Kreishomepage, www.landkreis-limburg-weilburg.de.

Die Jägerschaft wird auf die notwendigen Sicherheits- bzw. Hygienemaßnahmen im Umgang mit erlegten Tieren beim Aufbrechen und Zerwirken hingewiesen.

Wer ein auffälliges Tier entdeckt, sollte den örtlich zuständigen Jagdausübungs-berechtigten benachrichtigten, ist dieser nicht erreichbar, wäre die örtliche  zuständige Gemeindeverwaltung oder direkt das Amt für den Ländlichen Raum, Umwelt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz, FD Veterinärwesen u. Verbraucherschutz, Gymnasiumstr. 4, Schloß Hadamar, 65589 Hadamar, Tel. 06431- 296 5869, Email: poststelle.avv(at)limburg-weilburg.de  zu informieren. PM LK Limburg-Weilburg/SE

Beitragsbild: Junger Feldhase, Copyright: SE

Ein Gedanke zu „Hasenpest im Landkreis Limburg-Weilburg

  1. FRank

    Hmm, die Hartnäckigkeit francisella tularensis in hessichen Hasenrevieren stimmt schon nachdenklich. Erinnere mich eines Falles in einem anderen, nicht sehr weit entfernten Landkreis – ich meine es war Darmstadt-Dieburg – wo es vor längerer Zeit, vielleicht vor 10 Jahren oder so, schon mal einen spektakulären Fall des Hasenpest-Auftretens gegeben
    habe. Spektakulär insofern es im Anschluss an eine Jagd Infektionen gegeben hat, wobei Jagdbeteiligte – die nicht gezielt untersucht worden waren, erkrankten und nicht allzu viel später auch verstarben.

    Auch danach hatte ich mal von einem Tularämiefall ebenfalls in Hessen gelesen – und mich über die nun auch hier wieder erwähnte, mutmaßlich den Landesgesundheitsbehörden zuzuschreibende Beruhigung gelesen, die Erkrankung werde “praktisch nicht von Mensch zu Mensch” übertragen.

    Geärgert hat mich dies insofern, dass ft ein hochinfektiöses Bakterium ist, dass nach meiner Kenntnis durchaus von Mensch zu Mensch übertragen wird – und dass es “praktisch nicht” der Fall sein soll, dies eigentlich nur zutreffen kann, weil die Humaninfektion recht selten vorkommt. Infizieren sich aber mehrere Menschen auf engerem Lebensraum, wie im o. a. genannten Fall in Hessen, sieht die Sache ganz anders aus. Je nach Symptormatik rsp. Klinik – Tularämie findet unterschiedliche Erscheinungsformen – sind Infektionen von Mensch zu Mensch durchaus denkbar und soweit ich weiß in der Geschichte des Erregers (Skandinavien) auch schon nachgewiesen worden.

    Man muss ja nun deshalb keine Hysterie schüren – aber derartige “Beruhigungspillen” passen für meinen Geschmack wenig zu den gerade in Sachen Jagd und Gesundheitsschutz sonst so auf Prävention gerichteten behördlichen Verhaltensmustern. Gibt es da in Hessen ggf. ein älteres Problem, nach dem bitte niemand genauer fragen möge?

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