GWJF: Offener Brief an Ministerin Klöckner zur Waldstrategie 2050 und Novelle des Bundesjagdgesetzes

Die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V. (GWJF) hat einen Offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) verfasst. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e. V. ist eine Vereinigung von Wildbiologen, Jagdwissenschaftlern, Ökologen, von an Wildtier- und Jagdforschung und an Natur- und Umweltschutz interessierten Wissenschaftlern und Praktikern sowie Institutionen und Einrichtungen, die mit Wildbiologie und Jagd befasst sind. Sie ist mit knapp 300 Mitgliedern die größte einschlägige wissenschaftliche Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Als Mitglieder dieser Gesellschaft wenden wir uns an Sie, verehrte Frau Ministerin, in großer Sorge um die Wildtiere und das Jagdwesen in unserem Land.

In der gegenwärtigen Diskussion um eine Waldstrategie 2050 und eine Novelle des BJagdG wird von allen Seiten betont, der Wald stelle ein Ökosystem dar. Der Begriff Ökosystem beinhaltet allerdings alle biotischen und abiotischen „Player“ in diesem komplizierten Zusammenspiel. Schon aus dieser schlichten Überlegung wird deutlich, dass die Maxime „Wald vor Wild“, die 2006 in Bayern Gesetzeskraft erlangt hat, mit Ökologie nichts zu tun hat. Wir plädieren daher nachdrücklich dafür, Wald tatsächlich als Ökosystem zu betrachten und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung neuer Paradigmen des Waldbaus nicht ausschließlich den Wildtieren zuzuweisen. Auch die globale Erwärmung, die Trockenheit der letzten Jahre und die damit im Zusammenhang stehenden Käferkalamitäten sind nicht unseren Wildtieren anzulasten.

Die laufende Diskussion um die Jagdgesetzgebung ist extrem einseitig auf den Wald fokussiert. Die Tatsache, dass zwei Drittel unseres Landes unbewaldet sind und dort auch hinsichtlich des Umgangs mit Wildtieren andere Bedingungen als im Wald herrschen, wird dabei nahezu vollständig ausgeblendet. Der immer wieder zitierte vermeintliche “Wald-Wild-Konflikt” – da sind sich die relevanten Wissenschaftler weitestgehend einig – existiert in dieser Form nicht und kann – einen ökosystemaren Ansatz zugrunde gelegt – naturgemäß auch nicht existieren. Wohl aber gibt es in unserer Gesellschaft eine Vielzahl von Partikularinteressen um Wald und Wild, welche ihrerseits zu – teilweise großen – Konflikten führen können. Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tourismus, Tierschutz und viele andere Interessengruppen spielen hier eine Rolle, und jede dieser Gruppen ist in sich keineswegs homogen.

Ein Entwurf der Waldstrategie 2050 der Bundesregierung betont die erwähnten Punkte, um dann allerdings in altbekannter Form lediglich einen einzigen Faktor, die Wilddichten der pflanzenfressenden Huftierarten, aufzugreifen und diese als zentralen Störfaktor der Waldentwicklung anzuprangern. Diese sehr einseitige Sichtweise wird durch verschiedene wildbiologisch und jagdkundlich definitiv unrichtige, ideologisch überformte Aussagen aus dem Wissenschaftlichen Beirat Waldpolitik des BMEL noch unterstützt. Hier gilt es, grundsätzliche Missverständnisse zu klären.

Sowohl die Landesforstbetriebe als auch kommunale oder mittelgroße und große Privatforstbetriebe, welche den bei weitem größten Teil der Waldflächen hierzulande bewirtschaften, sind gleichzeitig Grundeigentümer. Somit sind diese auch Inhaber des Jagdrechts und des Jagdausübungsrechtes. Entsprächen die oben erwähnten Argumente den Tatsachen, so stellt sich die Frage, warum die vermeintlichen oder tatsächlichen Probleme in der Vergangenheit nicht gelöst wurden.

Gesunde und an die landeskulturellen Verhältnisse angepasste Wildbestände mit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis stehen nach wie vor mit wildbiologischen Erkenntnissen in voller Übereinstimmung. Wir bezweifeln nicht, dass es lokal Wildbestände gibt, die den geplanten Waldumbau und die dabei im Vordergrund stehende Naturverjüngung behindern. Wir bezweifeln allerdings, dass die geforderten jagdrechtlichen Änderungen diesbezüglich zielführend sind. Das Bundesjagdgesetz gehört derzeit zu den liberalsten Jagdgesetzen weltweit. Eine weitere Liberalisierung entspricht weder den gesellschaftlichen Forderungen nach zunehmender Berücksichtigung von Naturschutz- und vor allem von Tierschutzargumenten, noch erscheint sie aus forstlicher Sicht erforderlich, da die meisten betroffenen Forstbetriebe als staatliche oder private Eigenjagdbezirke bereits jetzt weitestgehende Freiheiten in der Ausgestaltung ihrer Jagdpraxis innehaben. Diese wird – etwa aufgrund betriebsinterner Zielkonflikte wie der Erzielung von Einnahmen aus der touristischen Vermarktung von Jagdgelegenheiten – allerdings vielfach nicht genutzt.

Wir erkennen durchaus die Notwendigkeit an, Wildbestände mit lokal zu hohen Dichten zurückzuführen. Was dabei aber nicht geschehen darf, ist das planlose Zusammenschießen von Beständen, die anschließend nicht mehr ihrer natürlichen Sozialstruktur entsprechend leben können. Genau das aber ist offensichtlich geplant, wenn Abschusspläne abgeschafft werden sollen, Mindestabschuss die Regel werden soll, Jagdzeiten extrem verlängert werden, flächendeckende Vegetationsgutachten durch Forstbehörden erstellt werden sollen und kurze Laufzeiten von Jagdpachten propagiert werden. Alle diese Maßnahmen haben zugleich eine zunehmende Enteignung von Jagdrechtsinhabern zur Folge.

Aus Sicht der Wildbiologie empfehlen wir daher dringend, neben den vor allem forstlichen Partikularinteressen auch andere gesellschaftlich relevante Interessen in Bezug auf unsere einheimischen Wildtiere, insbesondere diejenigen des Arten- und Tierschutzes, im Auge zu behalten. Eine immer weitergehende Liberalisierung der Jagdgesetzgebung ist diesen Zielen abträglich und wird mit Sicherheit zu weiteren Konflikten führen.

Stattdessen wäre es an der Zeit, die wildbiologischen Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte in die Diskussion einzubeziehen. Gerade zu Fragen der Lebensraumnutzung, der Nahrungssituation und des Ruhebedürfnisses der pflanzenfressenden Huftiere wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen Ergebnisse erzielt, die belegen, dass ein reiner wilddichteorientierter Ansatz, wie ihn die Waldstrategie 2050 noch immer verfolgt, definitiv nicht mehr dem aktuellen Stand des Wissens entspricht.

Seit etwa fünf Jahrzehnten versucht man, zunehmenden forstlichen Schäden durch Wildtiere mit zunehmenden Abschusszahlen zu begegnen. Ganz offensichtlich ist diese Strategie gescheitert, sonst hätten wir heute die Probleme gelöst. Daher ersuchen wir Sie, sehr geehrte Frau Ministerin, die Fehlentwicklungen der Vergangenheit nicht in einer Waldstrategie 2050 erneut für weitere 30 Jahre festzuschreiben und ein neues BJagdG nicht im Sinne einer einseitigen Wald vor Wild-Maxime zur grundlegenden Änderung unseres Jagdsystem zu nutzen. Stattdessen sollten die mittlerweile durch die Wissenschaft bereitgestellten innovativen Instrumente im Wildtiermanagement nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern insbesondere durch die staatlichen und großen Privatforstbetriebe auch genutzt werden, um damit endlich Probleme zu lösen, statt sie erneut über Jahrzehnte zu konservieren und immer wieder aufs Neue politisch zu instrumentalisieren.

Mit freundlichem Gruß

gez.      gez.     gez.
Prof. Dr. M. Stubbe   Prof. Dr. H.-D. Pfannenstiel   Prof. Dr. Dr. S. Herzog

Beitragsbild: Offener Brief der GWJF an Ministerin Klöckner (Screenshot, Ausschnitt).

11 Gedanken zu „GWJF: Offener Brief an Ministerin Klöckner zur Waldstrategie 2050 und Novelle des Bundesjagdgesetzes

  1. Jörg Stendel, Jagdverband Bernau

    Ein herzliches Weidmannsdank der Gesellschaft für Jagd- und Wildtierforschung und den Verfassern diese wichtigen Briefes. Leider führen Maulkorberlass und andere sachfremde Erwägungen vielfach dazu, dass sich nicht mehr Fachleute äußern. Umso wichtiger ist diese Statement – auch für jene, die sich zum Schweigen entschlossen haben.

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  2. Ralf

    Waidmannsdank für die Zeilen!
    Es gibt allerdings ein Problem!
    Der CDU, der Frau Klöckner angehört, fehlt derzeit ein Koordinator. Der letzte “wirkliche” Koordinator wohnte Lessingplatz 3 in Braunschweig.
    Er war quasi Moderator, um Ziele der CDU festzulegen. Worte seines Schwagers von Lüneburg aus Essenrode brachten mich zur Internet-Recherche.
    Wenn der Koordinator erkannte, es läuft etwas schief in diesem Land, dann rief er aus: “wir haben eine Lage”,. Die CDU’ler wurden z.B. auf einen Rheindampfer geladen und einigten sich auf Ziele.
    Das, was derzeit in der unter Kohl noch augenscheinlich einheitlich darstehenden CDU fehlt, ist Einheitlichkeit!
    Man könnte es an der Corona-Krise festmachen. Die Kleinstaaterei mit der Menge teils unterschiedlicher Regularien (allein schon der Unterschied bisher zwischen Land und Kommune), die es für die Bürger unübersichtlich/ nicht mehr nachvollziehbar macht. Kommt nur mir das so vor, oder verderben gerade viele Köche den Brei!? Das MUSS sich ändern! Wenn man nur danach schielt, wie man BUND- und NaBu-Mitgliedsbeitragszahler als Wähler gewinnen kann (das wird nicht klappen-sagt mir mein Gefühl), dann hat man den Gesunden Menschenverstand in grüner Suppe schlicht ersaufen lassen.
    Es kann und darf nicht sein, dass man sein Fähnchen in den Wind nach aktuellen Umfragen hängt, sondern es müssen Ziele nach Gesundem Menschenverstand aufgestellt werden. Ansonsten wird man bald zum Spielball extremistischer Mächte. Und sowas wollen wir, meine ich, nicht wirklich wieder haben!

    Es gäbe so viele Beispiele, die mich zweifeln lassen. Bestes Beispiel für fehlenden Gesunden Menschenverstand wäre der Wolf. Warum ist er nicht längst im Jagdrecht mit Festlegung von Jagdzeit und Abschusszahlen? Es wäre machbar- aber warum wird es nicht umgesetzt?
    Herabstufung in der FFH-Richtlinie (wie in anderen europäischen Ländern auch) und gut! Warum passiert das nicht? Erklärungsansatz:
    Lobbyarbeit der Bundesumweltministerin für den NaBu?
    Könnte sein. Siehe:
    nabu-muenster.de/der-nabu-gratuliert-svenja-schulze-zum-neuen-amt-als-bundesumweltministerin/
    Zitat:
    “…Für mich macht der NaBu eine Lobbyarbeit im besten Sinne – und das werde ich mit aller Kraft weiter unterstützen”
    Gibt es eigentlich ein Neutralitätsgebot für den Umweltministerposten (wie auch bei jedem anderen Ministerposten auch?)? Frau Schulze wurde zitiert mit den Worten, dass sie Lobbyarbeit des NaBu weiter “mit aller Kraft” unterstützen wolle. Ist da Neutralität weiter gegeben? Ich habe da Zweifel!

    Und mir geht es NICHT darum, einmal eine Wolf erlegen zu wollen. Es geht mir um’s Prinzip. Mich hat u.a. lange beschäftigt, warum ein Wolf nicht das Recht wie andere Tiere hat, von seinen Unfall-Leiden vom Polizeibeamten und /oder Jäger sofort erlöst werden zu dürfen. Ist der Punkt, prinzipiell Jagd und Jäger außen vor lassen zu wollen, um gegenüber uns die Deutungshoheit behalten zu können? Ich verstehe es nicht! Vielleicht kann es mir jemand plausibel erklären. Bin dafür offen!

    Dann wäre da noch die Aufklärung bezüglich Hybridisierung. Sollen wir “für doof verkauft” werden?
    Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Landwirtschaft z.B.. Die Leute würden sich umgucken, wenn sie deutlich tiefer für ihr Essen, gerade in Corona-Zeiten, in die Tasche greifen müssten. Irgedwie wirkt das alles unnatürlich. Oder kommt das nur mir so vor?

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    1. Thorsten Hardel

      Lieber Ralf,

      zunächst ist ja ersteinmal nicht verkehrt, wenn eine Umweltministerin sich auch privat für Natur- und Umweltschutz einsetzt und eine entsprechende Organisation unterstützt. Wir haben ja auch eine Landwirtschaftsministerin, die die Agrarindustrie unterstützt und einen Verkehrsminister, der die Autolobby unterstützt. Wobei ich bei den beiden letztgenannten das Ansinnen für deutlich problematischer halte, da es dem Natur- und Umweltschutzgedanken massiv entgegensteht.
      Ein Tier, dessen Bestand bisher noch nicht den erforderlichen Erhaltungszustand erreicht hat, aus Prinzip bejagen zu wollen, widerspricht ebenfalls dem Artenschutzgedanken. Regional mag es so aussehen, als ob hinter jeder Ecke ein hungriger Wolf auf Beute wartet, doch wer sich mit Beutegreifer im Allgemeinen näher beschäftigt hat wird schnell erkennen, dass es ziemlich albern ist. Wir sehen das ja nun eindrucksvoll an der Fuchsjagd, die zugegeben auf immer perfidere Jagdmethoden zurückgreift, den Bestand aber explodieren lässt. Das hat die Natur mal so festgelegt. Der Nebeneffekt durch den hohen Jagddruck ist der immense Schaden durch Nager in der Landwirtschaft. Der Bestand der Beutegreifer richtet sich nach dem Beuteangebot. Gibt es genug Wild, so wird der Wurf größer ausfallen, als wenn der Wildbestand stark reduziert wurde. Auch das ist Natur und zugegeben ziemlich schlau. Da Wölfe territorial leben, wird es automatisch zu einer Bestandsregulierung des Rudels kommen. Allerdings ist die Welpensterblichkeit bei Wölfen überdurchschnittlich hoch und auch der Autoverkehr hat dabei einen hohen Anteil. Wobei wir bei der nächsten Frage wären, weshalb Jagdausübende angefahrene Wölfe nicht erlösen dürfen. Zunächst einmal sind die Kollisionen mit einem Fahrzeug in der Regel für den Wolf tödlich. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Aufprall meist in Kopfhöhe und mit großer Geschwindigkeit erfolgt. Demnach wäre die Zahl der noch zu erlösenden Wölfe sehr gering.
      Durch viele Gespräche, die ich mit Jagdausübenden geführt habe, komme ich für mich aber zu dem Schluss, dass, sobald Jagdausübende „angefahrene“ Wölfe erlösen dürfen, die Zahl der angefahrenen Wölfe stark ansteigen wird. Es ist ein Leichtes, einen illegal geschossenen Wolf nachträglich mit dem Auto zu überfahren und damit die Todesursache zu verschleiern. Das soll keine pauschale Unterstellung sein, denn viele Jäger leben schon lange mit dem Wolf und wissen die Vorzüge um gesundes Wild zu schätzen, aber es gibt leider einige schwarze Schafe, wie die in der Vergangenheit gefundenen Wolfskadaver zeigten.
      Zum Thema Hybridisierung. Ja, früher dachte man tatsächlich, dass Hybridisierung bei Wölfen eher nicht vorkommt. Mittlerweile gab es seit der Rückkehr des Wolfes aber zwei Fälle, die uns anderes lehrten. Da die Rückkehr der Wölfe aber wissenschaftlich begleitet wird, fallen solche Hybridierungen schnell auf. Die Frage ist, ob man den erfahrenen Biologen glaubt, oder einem Hamburger Genforschungslabor, dass bei nahezu jeder DNA-Untersuchung Hybriden erkannt haben will. Aufgrund der Entnahmeregelungen haben natürlich viele Wolfskritiker glänzende Augen bekommen. Doch schnell stellte sich heraus, dass die Untersuchungen lange nicht so intensiv sind, wie beim Senckenberg-Institut, die mit der DNA-Bestimmung beauftragt sind. Es würde schlichtweg auch keinen Sinn machen, eine flächendeckende Hybridisierung der Wölfe zu verheimlichen, da Aussehen und Verhalten bei den meisten ihrer Nachkommen verräterisch wären.
      Lange hielt sich das Gerücht, Wölfe seien bewusst angesiedelt worden. Selbst Belege über die Wanderrouten und Dementis der Bundespolizei überzeugten nicht alle. Nun ist es das Gerücht der flächendeckenden Hybridisierung. Niemand will Sie „für doof“ verkaufen, außer diejenigen, die solche Gerüchte verbreiten.
      Eine Bejagung des Wolfes – wie von einigen Politikern gewünscht – wäre mehr als kontraproduktiv. Jungwölfe, die ihre Eltern verloren haben, werden häufiger Nutztiere angreifen. Ebenso kann es passieren, dass eine Wölfin ohne ihren Partner ein ganzes Rudel allein versorgen muss,. Da wird leichte Beute auf dem Speiseplan stehen.
      Auch wenn mancher es anders sieht, aber die meisten unserer Wölfe verhalten sich unauffällig. Es wäre deutlich effektiver, Nutztiere so zu schützen, dass sie für Wölfe als Beute unattraktiv werden. Wölfe sind schlaue Tiere, die schnell erfassen, ob Beute einfach zu erlegen ist oder nicht.
      Eine intakte Natur und Landwirtschaft kann gemeinsam funktionieren, wir müssen uns nur ein Stückweit darauf einlassen.

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      1. Ralf

        Ich weiß nicht, wer sie sind. Aber der Comic-Zeichner “Thorsten Hardel” sind Sie mit Sicherheit nicht!
        Siehe:
        wolfsschutz-deutschland.de/tag/thorsten-hardel/

        Im Grunde hat E. Hahlweg schon alles zurechtgerückt, was verworren am 02.06.2020 um 14:54 Uhr aufgestellt wurde.
        Wenn die Population der Wölfe doch so steigt nach Abschüssen, dann frage ich mich, wie man sie in Deutschland einst ausrotten konnte. Und ich behaupte, dass wir den Bestand an Füchsen klein halten und es zu keiner Fuchsexplosion in der Folge kommt. Auch der Schaden durch Mäuse nimmt komischerweise nicht zu. Und ich weiß nicht, ob z.B. die Räude bei Füchsen für “Ihre” Wölfe gut ist! Warum sollte man auch die Wölfe nicht regulär bejagen können?

        Sie sollten sich über die Bedeutung des Begriffes “Jagddruck” schlau machen. Wie von Ihnen verwendet, so macht er im Zusammenhang keinen Sinn.

        Ich bin schon der Meinung, dass ForGen aus Hamburg an den Genanalysen beteiligt werden müsste. Warum gibt es hier nicht mehr Transparenz? Weil es vom NaBu, ähem vom Bundesumweltministerium (und die dort vetretenen NaBu-Mitglieder) eine Schmach wäre und es ihrem (/ Ihrem?) Verein das Wasser- oder auch Geld abgraben könnte? Ich meine schon, dass wir ein Recht auf die Wahrheit haben!

        Mir sind Fälle bekannt in Niedersachsen und in Berlin, in denen ein Wolf nach einem Verkehrsunfall unnötig lange leiden musste. Sowas lässt sich meiner Ansicht nach NICHT mit dem Tierschutzgedanken vereinbaren! Wer weiterhin fordert, dass erst ein Amtstierarzt den Wolf begutachten muss, ehe der Jagdberechtigte oder auch ein Polizeibeamter den Fangschuss setzen darf, der sollte sich bezogen auf die psychische Gesundheit untersuchen lassen!

        Und ich behaupte, dass dort, wo bereits Nutztiere nicht nur einmal angegriffen wurden, es egal ist, ob ein Alpha-Tier erlegt wird. Notfalls müssen die Wölfe so lange bejagt werden, bis die Angriffe auf die Nutztiere aufhören. Und wenn dabei das ganze Rudel “entnommen” wird, dann ist es halt so. Alles andere entspräche nicht dem gesunden Menschenverstand. In Nds. hat man es erkannt und handelt in Zukunft danach. Ich bezeichne dies nicht als “gut”, sondern mehr als “notwendig”. Dieses linksgrüne Gequacksalbere geht mir dermaßen auf den Geist…

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      2. Ralf

        “Die Frage ist, ob man den erfahrenen Biologen glaubt, oder einem Hamburger Genforschungslabor, dass bei nahezu jeder DNA-Untersuchung Hybriden erkannt haben will”.
        Kann Jawina in diesem Bereich für Klarheit sorgen? Was sind das für erfahrene Biologen, die hier genannt wurden und warum wurden angeblich so viele Hybriden von ForGen erkannt? Ist da was dran? Aufklärung wäre dringend geboten!

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  3. E. Hahlweg

    Lieber Herr Hardel,
    wenn sich eine Umweltministerin für die Umwelt einsetzt ist natürlich nichts dagegen einzuwenden- es sei denn, sie unterstützt die Ziele eines einseitigen und selektiven Naturschutzes (z.B. NABU). Hier gelten die gleichen Bedenken wie bei den anderen genannten Ministern.
    Es ist natürlich die übliche Argumentation, den „günstigen Erhaltungszustand“ zahlenmäßig soweit wie möglich nach oben zu schrauben, um die Geldquelle Wolf nicht versiegen zu lassen. Die Realität wird dann gerne geleugnet, man ist ja später für die Folgen seiner Forderungen nicht verantwortlich. Folgen wir Ihrer Argumentation, lieber Herr Hardel, dann müsste die Jagd auf den Wolf massiv intensiviert werden, da dadurch ja Ihrer Meinung nach der Bestand „explodieren“ wird. Auch der Irrglaube, der Fuchsbestand würde den Mäusebestand regulieren und umgekehrt, ist mittlerweile so oft widerlegt- das ist Wissensstand von vorgestern.
    Natürlich darf in diesem Zusammenhang die Unterstellung, Jäger würden das Töten angefahrener Wölfe zum Missbrauch nutzen, nicht fehlen. Da lässt man diese Kreaturen doch lieber jämmerlich leiden und fühlt sich noch gut dabei- oder? Hauptsache die Ideologie stimmt!
    Es ist immer einfach den „deutlich effektiven Schutz“ der Nutztiere zu fordern, solange man selbst damit nichts zu tun hat und auch die Kosten der Mehrarbeit nicht tragen muss. Wie aber in diesem Zusammenhang die angeblich „intakte Natur“ z.B. mit Kilometer langen Einzäunungen zurechtkommt bleibt ein weiteres Geheimnis.

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  4. Jäger aus Walhall

    Danke Herr Hahlweg und Ralf, dass ihr das gequatsche von Herrn Hardel erwidert!
    Vor allem der letzte Absatz-von wegen mehr Herdenschutz, wenn es Wolfsrisse an Nutztieren gibt, bringt jeden normal denkenden Nutztierhalter auf die Palme. Typisch links-grüne Ideologie. Nicht mehr auch nicht weniger.
    Ich könnte jetzt auf ihre Argumente eingehen, Herr Hardel. Dafür ist mir meine Zeit schlicht zu schade, denn ich ahne, dass sie sich in ihrer Ideologie so verrannt haben, dass eine gewisse Beratungsresistenz dabei heraus gekommen ist. Eigentlich haben Herr Hahlweg und Ralf auch schon alles gesagt.

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  5. Waldjäger

    Immer wieder interessant, dass eine konsequente Bejagung verbeissenden Schalenwildes gleich einer Ausrottung nahekommen soll. Eine Abschaffung des Reviersystems hin zu staatlich festgelegten Abschüssen auf die man sich bewerben kann, wäre sicherlich ein zu harter Einschnitt in das jagdliche Eldorado, was einige Pächter und Großgrundbesitzer sich erschaffen haben. Aber es wäre definitiv zielführend. Denn diese kleinen privaten Wildzoos überall sind doch die Wurzel des Übels. Bayern finde ich ist in diesem Zusammenhang ein gutes Vorbild, abgesehen von den festgelegten Rotwildgebieten. Aber dort wird seit Jahren Rehwild nachhaltig stark bejagt und das Ergebnis gibt den BASF Recht. Weiterhin ist der Mindestabschuss der bisherigen Struktur in Hegegemeinschaften unbedingt vorzuziehen. Denn die Hegegemeinschaften sind doch der Grund weshalb Waldbesitzer und Landesforst nicht mehr schießen dürfen. Nach Mehrheitsbeschluss wird dort frei nach Schnauze entschieden wieviel geschossen werden soll. Egal wieviele Hektar oder Wald/Wiese bejagt werden, jeder hat eine Stimme. Geht gar nicht..Meiner Meinung nach ist die unsolidarische Haltung der meisten Pächter, der Grund weshalb dieses System ins straucheln kommt. Hätte man früher von sich aus reagiert und die Verjüngung im Wald möglich gemacht, müsste jetzt nicht der Gesetzgeber eingreifen. Also wer hat hier seine Hausaufgaben nicht gemacht..? Also mir für meinen Teil ist nach dieser ewigen Diskussion hier und den düsteren Wetterprognosen für diesen Sommer mittlerweile egal wie wir es schaffen. Fakt ist aber wir müssen was tun! Bleibt alles wie es ist, sieht’s übel aus um unseren Wald. Nicht nur im Sinne der Forstwirtschaft. Diese muss sich auch umorientieren und neue Prioritäten setzen.

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    1. E. Hahlweg

      Entschuldigung, das ist ziemlich viel dummes Zeug, was Sie da schreiben #Waldjäger. Es wäre gut, wenn Sie sich vorher einmal informieren würden, wie Hegegemeinschaften funktionieren oder wie die Zielstellungen von Forstwirtschaft vor dreißig bis achtzig Jahren ausgesehen haben.

      E. Hahlweg, Leiter einer HG, Waldbesitzer

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    2. Ralf

      @ Waldjäger:
      Wissen Sie wirklich, wovon Sie hier schreiben? Wenn Sie schreiben: “Denn die Hegegemeinschaften sind doch der Grund weshalb Waldbesitzer und Landesforst nicht mehr schießen dürfen”, dann muss ich feststellen, dass es zumindest auf den Bereich, in dem ich lebe, anders ist. Dort kann nachbeantragt werden.
      Wieso sollte das System ins straucheln kommen? Das sehe ich anders! Es funktioniert.
      Und zumindest in den Revieren, in denen ich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt zur Jagd gehen darf, kann von “Wildzoo” NICHT die Rede sein. Ich weiß nicht, was dieses Stimmungsmache von ihnen soll!

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