Gutachten zum Schießunfall in Westerbeck liegt vor

“Hülsen möglicherweise zu oft wiedergeladen”

In dem Fall des durch eine Explosion seiner Waffe auf dem Schießstand Westerbeck schwer verletzten Jägers (JAWINA berichtete) liegt jetzt der Bericht des Sachverständigen vor. Demnach kam es durch einen Materialfehler der Patronenhülse zu einem Abriss des Hülsenbodens und in der Folge zu einen seitlichen Austritt von Pulvergasen. Anders als in der ersten Polizeimeldung berichtet, erfolgte die Waffensprengung also nicht im Bereich des Vorderschafts / Laufs, sondern tatsächlich im Patronenlager bzw. Verschluss. Der Verschluss der verwendeten Ruger-Blockbüchse gilt als extrem belastbar. Das Kaliber der bei dem Unglücksfall zerstörten Waffe war 7×57. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber JAWINA, möglicherweise habe der 68 Jahre alte Schütze die Patronenhülsen zu oft wiedergeladen. Bei der zerstörten Hülse sei nach Auffassung des Gutachters die Schwächung des Materials jedoch äußerlich nicht erkennbar gewesen. Der Fall sei insbesondere in Anbetracht von Waffentyp und Kaliber so selten “wie ein Sechser im Lotto.”

Der Schütze hat bei dem Unfall den Ringfinger der linken Hand eingebüßt. Er befindet sich bereits wieder zu Hause, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Der 68jährige ist seit ca. 50 Jahren Jagdscheininhaber, er gilt als sehr umsichtiger und erfahrener Jäger und Wiederlader. Er ist auch als Ausbilder tätig.  JAWINA wünscht gute Besserung. SE

Beitragsbild: Beitragsbild: Blockbüchse Ruger No. 1. Autor: Arthurrh, Quelle, Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic Lizenz.

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