Grizzly attackiert Bogenjäger

In der Gravelly Range im US-Bundesstaat Montana ist am Montag ein Bogenjäger von einem Grizzly attackiert und schwer verletzt worden. Der 57jährige Tom Sommer war mit einem Jagdfreund in dem abgelegenen Gebirgszug auf Wapitijagd, als sie den Bär entdeckten, der an einem Wapiti-Kadaver fraß. Der Bär griff sofort an, biss Sommer in den Oberschenkel, zerfetzte mit einem Prankenhieb sein Handgelenk und brachte ihm schließlich eine 41 Zentimeter lange klaffende Wunde am Kopf bei, die mit 90 Stichen (!) genäht werden musste. Sommers Jagdkumpan schaffte es, eine Dose mit Bärenspray zu leeren, was den Angriff etwas verlangsamte. Sommer selbst, so ist in der New York Times zu lesen, griff nach seiner Bärenspraydose so schnell, dass er es nicht schaffte, die Sicherung zu entriegeln. Während des Angriffs habe er es sich nicht erlauben können, nach unten auf die Dose zu gucken. Er rannte zweimal um einen Baum herum, wobei der die Dose verlor.

Er zog dann seine Pistole und wandte sich um, um dem Bären gegenüber zu treten, als dieser seinen Arm niederschlug. So plötzlich und unvermittelt, wie der Angriff begann, endete er auch: “Der Bär hörte auf, mich zu beißen, stand auf und rannte weg”, berichtet Sommer.

Sommers Jagdfreund hatte Blutgerinnungspulver dabei, sie fertigten einen turbanartigen Wundverband an, und nach einer Viertelstunde hörte die Wunde auf zu bluten. Nach dem Angriff liefen die Jäger eine Meile (1,6 km) zurück zu ihrem Camp, ritten von da aus weitere 4 Meilen zu ihrem Basislager, von dem aus weitere zwei Stunden Fahrt im Pickup zurückzulegen waren, bis Sommer im Hospital in Ennis seine Wunden versorgen lassen konnte. So wie es aussieht, werden nur einige Kratzer und Narben als Andenken an dieses Abenteuer zurückbleiben.

“Ich bin mein ganzes Leben lang Jäger gewesen”, sagte Sommer zur New York Times, “ich habe dem Bären nichts vorzuwerfen. Er hat nur getan, was Bären eben tun. Aber ich hätte ihn trotzdem erschossen.” SE

Beitragsbild: Sommer mit Turban. Foto: Facebook / Mike Asker

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