Gigantischer Waffenfund in Pinneberg

114 Schusswaffen, etwa 71.000 Schuss scharfe Munition mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne sowie weitere 1,5 Tonnen Hülsen und Geschosse stellte die Polizei Donnerstag früh in Pinneberg sicher. Im Zuge einer gerichtlich angeordneten Durchsuchung passten Zivilkräfte der Polizeidirektion Bad Segeberg den 62-jährigen Besitzer dieses beachtlichen Arsenals ab, nachdem dieser das zu durchsuchende Objekt verlassen hatte, wie es in einer Pressemitteilung der Polizei heißt.  Es folgte die Aushändigung einer Verfügung der Ordnungsbehörde des Kreises Pinneberg, nach der der Mann alle in seinem Gewahrsam befindlichen Waffenteile und Munition herauszugeben hatte, da er die erforderliche Zuverlässigkeit nach dem Waffengesetz nicht mehr besitzt. Dieser Umstand sei gerichtlich und unanfechtbar bestätigt.

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Sichergestellte Langwaffen. Foto: Polizei

Gemeinsam mit dem Kampfmittelräumdienst entdeckten die Polizistinnen und Polizisten nach dem Betreten des Hauses eine Unmenge an Waffen und Munition in dem Gebäude. Neben den Lang- und Kurzwaffen nebst Munition entdeckten sie darüber hinaus diverse Hieb- und Stichwaffen, diverse Gebinde an Chemikalien zur Herstellung von Munition und Sprengstoffen im zweistelligen Kilogrammbereich, Spezialwerkzeug zur Herstellung von Munition sowie umfangreiches Schriftmaterial.

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Sichergestellte Munition und Komponenten. Foto: Polizei

Der verhaltensauffällige Mann störte im Rahmen des Polizeieinsatzes die Amtshandlungen und leistete bei deren Durchführung Widerstand, so dass er schlussendlich dem Polizeigewahrsam zugeführt und erst nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen wurde.

Die sichergestellten Waffen unterliegen der Einziehung. Sie werden bis zur endgültigen Entscheidung durch die Staatsanwaltschaft polizeilich asserviert. Die Bundeswehr übernahm aufgrund der hohen Menge an Munition deren Einlagerung. PM/SE

Beitragsbild: Die Kurzwaffen-Kollektion des Pinneberger Waffensammlers. Foto: Polizei

2 Gedanken zu „Gigantischer Waffenfund in Pinneberg

  1. Anko

    Wieso “Waffenfund”? Die Waffen waren offensichtlich schon vorher der Behörde bekannt und damit registriert, immerhin hatte der Mann laut Bericht bis vor kurzem auch eine waffenrechtliche Erlaubnis. Und von illegalen Waffen war bisher nicht die Rede. Den abgebildeten zahlreichen Kurzwaffen nach zur urteilen, dürfte u.a. eine Sammler-WBK bestanden haben. Interessant wären die Gründe für die Entziehung seiner waffenrechtlichen Erlaubnisse.

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