Getötete Schwangere – Jägern zweifeln an Beteiligung von Jagdhunden

Im Fall der durch Hundebisse getöteten schwangeren 29-jährigen (JAWINA berichtete), haben beteiligte Jäger Zweifel daran geäußert, dass die Hunde der eingesetzten Meute für den Tod der Frau verantwortlich sein sollen. Die Verstorbene hatte vor ihrem Tod eine Nachricht an ihren Lebensgefährten gesendet, in dem sie von einem Problem mit mehreren aggressiven Hunden berichtete. Dabei sei es jedoch auch um einen Konflikt mit dem Besitzer eines Malinois, eines belgischen Schäferhundes gegangen. Die Frau selbst besaß einen oder mehrere (Die Medienberichte widersprechen sich in diesem Punkt) American Staffordshire Terrier, eine Kampfhundrasse. Der Lebensgefährte der Verstorbenen gab an, etwa 45 Minuten nach ihrem letzten Anruf in dem Waldgebiet eingetroffen zu sein. Einem Bericht des Figaro zufolge gab der Mann an, erst Jagdhunden und dann einem Reiter begegnet zu sein. Dann seien etwa dreißig Jagdhunde aus der Schlucht gekommen, in der sich der Leichnam der Frau fand. Es könnten nur die Jagdhunde gewesen sein, folgerte er.

Antione Gallon, Pressesprecher des französischen Jagdverbands Société de Vènerie bezweifelt dies: Ein Staffordshire Terrier sei ein Kampfhund und hätte sich gegen angreifende Hunde verteidigt, so Gallon. Alle Hunde der Jagdmeute seien jedoch von der Gendarmerie untersucht worden – keiner habe irgendwelche Verletzungen gehabt.

Der ehemalige Präsident der Société de Vènerie, Pierre de Boisguilbert, sagte im Figaro: “Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wurde die junge Frau von den Jagdhunden getötet, aber  das ist in fünf Jahrhunderten nie vorgekommen. Oder es gab einen Kampf zwischen ihrem Amstaff und streunenden Hunden, und sie versuchte einzugreifen.”

Timothee Gaget von der Société de Vènerie mahnte zur Vorsicht: “Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen deutet nicht auf eine Beteiligung der Jagdhunde am Tod der jungen Frau hin.” SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im Figaro. (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

12 Gedanken zu „Getötete Schwangere – Jägern zweifeln an Beteiligung von Jagdhunden

  1. D. Seiler

    Ich habe wohl alle bisher erschienenen Berichte in Frankreich gelesen und alle Videos gesehen – in der Originalsprache. Wölfe und streunende Hunde kann man meines Erachtens ausschließen. Das wahrscheinlichste Szenario scheint mir derzeit die Begegnung der jungen Frau mit Jagdhunden. Dass ihr Staff – angeleint! – einem Hunderudel gegenüber nicht vernünftig kommunizieren konnte, selbst wenn er vormals als durchaus sozial kompatibel beschrieben wurde, ist nur logisch. Ebenso logisch, dass es zur Auseinandersetzung zwischen dem angeleinten Staff und dem Rudel Hunde gekommen sein kann. Ohne die junge Frau persönlich zu kennen: Sie war wohl endlos hundenärrisch, wie ich es auch bin. Und lief bestimmt nicht davon! Womöglich versuchte sie auch ihren Hund zu schützen, indem sie sich dazwischenstellte. Womöglich kam es hier auch zu einer Übersprungshandlung durch ihren Hund. Ohne Verletzungsabsicht, aber das Phänomen dürfte bekannt sein. Ihr Familienhund – komm bloss keiner mit dem blöden Etikett Kämpft und! – ist verletzt und in tierärztlicher Behandlung.
    Für mich sehr auffallend: verschiedene Jäger und Halter von Jagdhunden in Frankreich versuchten schon gestern, mit NACHGEWIESENEN Unwahrheiten eine Beteiligung der Jagdhunde auszuschließen! So nicht, liebe Jagdhundefreunde!

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    1. Anko

      Französische Zeitungen erwähnten, dass *keiner* der 62 eingesetzten und als Verdächhtige frisch DNA-beprobten Jagdhunde Verletzungen aufwies. Wobei nach meinem Dafürhalten Verletzungen bei einem vorangegangenen Krawall eines der Hunde mit dem American Staffordshire der Getöteten wohl unvermeidlich gewesen sein dürften.

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    1. Seiler

      Verlass Dich drauf. Ursprünglich dachte wohl nicht nur ich an Wölfe. Weil hier ja auch alles Hunden und notfalls kleinen Füchsen zugeschrieben wird. Aber hier, fürchte ich, bleibt nur ein Angriff durch Jagdhunde. Ich werde ggf meinen bisherigen Eindruck korrigieren.

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  2. Seiler

    Verlass Dich drauf. Ursprünglich dachte wohl nicht nur ich an Wölfe. Weil hier ja auch alles Hunden und notfalls kleinen Füchsen zugeschrieben wird. Aber hier, fürchte ich, bleibt nur ein Angriff durch Jagdhunde. Ich werde ggf meinen bisherigen Eindruck korrigieren.

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  3. Kasimir Klawitter

    Kann man den Körper dieser Verstorbenen nicht gezielt auf DNA-Spuren oder auf Speichelrückständen von etwaigen Jagd- oder Kampfhunden hin untersuchen, um Klarheit zu erlalten?

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  4. Inge Bassi

    Ich kann mich nur dem Sprecher des Meuteverbandes anschließen. Ich halte diese Meutehunde seit 20 Jahren, in Spitzenzeiten waren es 22 Anglos/Poitevin. Alle aus schlechter Haltung in Frankreich kurz dem Verhungern gerettet.
    Nie, ich betone, nie hat mich einer dieser sanftmütigen menschenfreundlichen Riesen angegegriffen, auch nicht, wenn ich in meinem großen Gelände mal stürzte. Ich habe auch nie erlebt, dass sie irgendwelche Besucherhunde hier bei mir auch nur angeknurrt haben, selbst wenn diese nicht gut kommunizierten. Mich haben schon Staffis, Bullis, franz. Bulldoggen, die ja nicht ganz ohne sind in ihrem Größenwahn, besucht. Sie wurden einfach ignoriert.
    Ich bin jetzt seit den ganzen Jahren in dieser Szene und habe noch nie gehört, dass diese Meutehunde einen Menschen angriffen. Was ich aber erlebt habe, dass auch ein foxhound-lastiger Anglo aus der Krebsforschung bei mir aus Angstaggression nach vorne ging. Aber mit viel Arbeit und Vertrauensaufbau, hat er sich zu einem tollen Kerl entwickelt und wurde am Ende ein wunderbarer Leithund.
    Man muss einfach auch unterscheiden: Die Anglos werden zum Hetzen gezüchtet, sie dürfen nicht an das gestellte Wild. Solche Hunde werden aussortiert. Das Töten des Wildes, vorzugsweise Rothirsch oder Wildsauen, übernimmt der Mensch.
    Im Gegensatz dazu ist der Foxhound in England darauf gezüchtet, den Fuchs zu zerreißen.
    Es kommt nicht selten vor, dass “verlorene” Anglos in Frankreich in den Wäldern verhungern, ich habe hier in den letzten Jahren über 50 solcher Skelette aufgepäppelt.

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  5. GerlindeTeuber Krause

    Es ist sehr schlimm das arme Baby die arme Frau aber bitte kein Vorurteil gegen Jagdhunde .DNA wird es beweisen

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  6. Ronbi

    Gegen Bogenjagd etwa sind alle, aber so eine Parforce Jagd.
    Vielleicht sollte man, so einige Jagdarten der Geschichte überlassen.
    Und soll ich das glauben, dass diese Hunde alle so lieb und nett sind.
    Überlassen wir es der DNS-Analyse, hoffen, dass alle ihr Geschäft verstehen und vielleicht war alles ganz anders.

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