Gericht verbietet massenhaftes Aussetzen von Enten

Es sind genau solche Dinge, die die Jagd in Verruf bringen und uns Jäger als Naturschützer unglaubwürdig machen: Über Jahre hinweg hatten die Betreiber eines Jagdgeheges alljährlich “mehrere tausend” Enten gekauft und auf sieben Teichen durchgefüttert, äh, “ausgewildert”. Naturschützer (So kommt der vermeintliche Gegensatz zwischen Jägern und Naturschützern zustande, der sich so trefflich zu Ungunsten der Jagd ausschlachten lässt…) hatten die Zustände aufgedeckt und die verheerenden Auswirkungen dieser Umtriebe auf die Gewässerqualität dokumentiert.

Ein Gericht hat diese Praxis jetzt untersagt. Der stellvertretende Vorsitzende der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst, Helmut Blauth, äußerte sich in der Hannoverschen Allgemeinen angewidert über diesen “Schießsport auf lebende Tiere, der mit Jagd nichts zu tun hat.” Natürlich wird jeder wirkliche Jäger es ablehnen, halbzahme Viecher abzuschießen. Schade, dass es offenbar genügend Ahnungslose oder sonstwie Minderbemittelte gibt, die den lukrativen Betrieb von “Jagdgehegen” ermöglichen. Im Interesse der Jagd wäre zu hoffen, dass den verbliebenen Jagdpuffs in Deutschland umgehend die Betriebsgrundlage entzogen wird. SE

In der Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Lüneburg heißt es zu dem Urteil:

“Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Lüneburg hat mit Beschluss vom 12. Februar 2015 (Az.: 6 B 2/15) entschieden, dass eine Anordnung des Landkreises Lüneburg rechtmäßig ist, die das Aussetzen und Füttern von Enten aus Gründen des Gewässerschutzes untersagt.

Die Antragstellerin ist Eigentümerin eines Jagdbezirkes in Lüdersburg. Sie führt dort einen Betrieb mit Hotel, Golfplatz, Land- und Forstwirtschaft sowie ein Jagdgatter. Die Antragstellerin setzt jährlich in dort vorhandenen 7 Teichen nach kurzer Anzucht in Folientunneln bis zu einige Tausend Enten aus, die sie zur Auswilderung gekauft hat, und füttert diese über mehrere Monate. In der Jagdsaison führt sie mehrere Entenjagden durch, bei denen jährlich ca. 2000 Enten erlegt werden.

Der Landkreis Lüneburg stellte aufgrund von Hinweisen des NABU Mitte 2014 fest, dass die Teiche durch den hohen Besatz mit Enten einen viel zu hohen Nährstoffgehalt aufwiesen, der Sauerstoffgehalt zu niedrig war und ein „Umkippen” der Gewässer infolge zu starker Pflanzen-/Algenbildung drohte. Vom NLWKN entnommene Proben bestätigen eine sehr hohe Belastung der Teiche mit Phosphor, Stickstoff und organischen Stoffen. Der Landkreis untersagte daher das Aussetzen der Enten sowie das Ausbringen von Futter und die Fütterung von Wasservögeln im Eigenjagdbezirk der Antragstellerin und gab ihr auf, ein fachgutachterliches Konzept zur Sanierung der sieben Teiche erstellen zu lassen, wie die Teiche in einen guten ökologischen Zustand zurückgeführt werden können. Gleichzeitig ordnete er den Sofortvollzug an, d. h. die Anordnungen wurden sofort wirksam.

Die 6. Kammer lehnte den hiergegen erhobenen Eilantrag ab: Das Aussetzen der Enten in derart großer Zahl habe die Teiche und einen angrenzenden Graben so stark verunreinigt, dass der Naturhaushalt erheblich gestört sei. Die Teiche drohten im Sommer wieder ganz „umzukippen”. Andere Tiere als die Enten könnten dort infolge von deren „Hinterlassenschaften” nicht mehr überleben. Der Gewässerschutz sei ein hohes Gut und rechtfertige auch die Anordnung eines Konzeptes zur Sanierung der Teiche. Angesichts der gemessenen Werte sei ein sofortige Einschreiten erforderlich gewesen und eine grundlegende Sanierung der Teiche durchzuführen. Die Antragstellerin habe es durch zügige Durchführung der Sanierung selbst in der Hand, künftig wieder Entenjagden durchführen zu können – allerdings nur in einem gewässerverträglichen Maße.”

Beitragsbild: Jagdhund mit apportierter Stockente: Gegen die nachhaltige jagdliche Nutzung der natürlichen Ressource “Ente” ist nichts einzuwenden, wenn sie ordnungsgemäß und weidgerecht betrieben wird. Copyright: SE

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