Gemeinsamer Aktionsplan Wolf: Verbände fordern Regulierung

“Regulierung des Wolfes zum Schutz der Weidetierhaltung erforderlich”

Die im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Verbände haben einen “Gemeinsamen Aktionsplan Wolf (GAW)” vorgelegt, in dem unter anderem Maßnahmen gegen die weitere uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfs gefordert werden. “Der Wolf als Bestandteil der biologischen Vielfalt Deutschlands stellt eine enorme Herausforderung dar. Das Zusammenleben kann nur dort dauerhaft gelingen, wo hierfür die Akzeptanz in der Gesellschaft und vor allem auch im ländlichen Raum vorhanden ist”, heißt es im GAW: Und weiter: “Die zunehmende Ausbreitung des Wolfes in Deutschland führt im ländlichen Raum zu wachsenden Konflikten und stellt gleichzeitig die Haltung von Weidetieren grundsätzlich in Frage. Die Verbände des Aktionsbündnisses Forum Natur und die Verbände der Weidetierhalter fordern, dass der Schutz des Menschen eindeutig Priorität vor der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland haben und die Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben muss.

Ebenso dürften die gesellschaftlichen Ziele des Erhalts der vielgestaltigen, offenen Kulturlandschaft, des Hochwasserschutzes, des Erhalts von Weideland und einer diversifizierten, bäuerlich getragenen Landwirtschaft nicht der Rückkehr des Wolfes geopfert werden, fordern die Verbände. Eine Strategie für den Wolf dürfe daher nicht an den Bedürfnissen und dem  mpfinden der Menschen im ländlichen Raum vorbei entwickelt werden. Es dürfe nicht weiterhin der Eindruck entstehen, dass die Belange des Wolfsschutzes so weit gehen, dass die Lebensqualität und die Lebensgrundlagen von Menschen im ländlichen Raum nach Sicherheit und Freiheit nicht zur Kenntnis genommen und berücksichtigt werden.

Konkret fordern die im AFN zusammengeschlossenen Verbände, darunter der Deutsche Bauernverband (DBV, der Deutsche Jagdverband (DJV), der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) und die Bundesarbeitgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), “Transparenz über Population, Auswirkungen und Erhaltungszustand des Wolfes” zu schaffen. Zahlen zum aktuellen Wolfsbestand müssten “vollständig und halbjährig” in allen Bundesländern und auf Bundesebene veröffentlicht werden.

Der Herdenschutz zur Prävention vor Wolfsrissen habe Grenzen, die “Lasten der Ausbreitung des Wolfes dürfen nicht den Haltern von Weidetieren aufgebürdet werden.” Kleinparzellierte Einzäunung aller Weideflächen sei der falsche Weg. Gefordert wird desweiteren eine vollständige Förderung der Kosten für Herdenschutzmaßnahmen und eine vollständige Entschädigung von Nutztierrissen durch Wölfe. Dazu müsse das Begutachtungsverfahren geändert und die Auszahlung der Entschädigungen beschleunigt werden.

“Regulierung des Wolfes zum Schutz der Weidetierhaltung erforderlich”

Die Verbände betonen, dass “zu einem vernünftigen Umgang mit dem Wolf künftig auch die Entnahme gehören” werde: “Die Erhaltung der Weidetierhaltung in einer vielgestaltigen Kulturlandschaft mit großflächigen Grünlandregionen ist mit einer uneingeschränkten Ausbreitung des Wolfes nicht vereinbar. Es wird erforderlich sein, Wölfe zu entnehmen, die die Nähe zum Menschen suchen, Schutzmaßnahmen überwinden oder sich auf den Riss von Weidetieren spezialisiert haben. Darüber hinaus kann es Regionen geben, in denen eine dauerhafte Ansiedlung eines Wolfsrudels zu unauflöslichen Konflikten mit anderen Zielen führt, etwa der Deichsicherheit oder dem Erhalt der Almwirtschaft, und in denen Präventionsmaßnahmen nicht umsetzbar sind bzw. die nicht flächendeckend wolfsabweisend eingezäunt (z. B. Grünlandregionen) werden können. In diesen Fällen wird eine Entnahme von Wolfsrudeln zur Verhinderung der Ansiedelung nötig sein. Die Politik ist gefordert, hierfür eine Güterabwägung vorzunehmen sowie Zielvorstellungen und Kriterien zu formulieren. Bestehende Ziele des Natur- und Landschaftsschutzes dürfen nicht der Ausbreitung des Wolfes untergeordnet werden.” SE

Beitragsbild: Gemeinsamer Aktionsplan Wolf des Aktionsbündnisses Forum Natur (Ausschnitt, Screenshot).

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