Gemeinsam stark – Jäger unterstützen Jäger

Unter diesem Motto greift die Arbeitsgemeinschaft Junge Jäger Revierinhabern unter die Arme. Ziel ist es, die Gemeinschaft der Jäger innerhalb des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB) zu stärken.

Die Idee: Junge Jäger des Verbandes unterstützen bei Bedarf Jagdpächter bei anstehenden Revierarbeiten. Dies können zum Beispiel biotopverbessernde Maßnahmen oder Reparaturen an Ansitzeinrichtungen sein. Im Gegenzug sorgen die Jagdpächter für die Verpflegung und stellen ihr Revier für ein gemeinschaftliches Jagderlebnis zur Verfügung. Während die Vorteile dieses Projekts für die Jagdpächter auf der Hand liegen, ist das Interesse der jungen Jäger und Jägerinnen mittel- und langfristiger Natur. Sie lernen verschiedene Reviere kennen, sammeln jagdliche Erfahrungen und erweitern ihr Netzwerk. Der Probelauf fand nun in einem Jagdrevier in Rheinsberg statt.

Pünktlich um 10 Uhr nimmt Robert Franck vier Mitglieder der AG Junge Jäger am Bahnhof Rheinsberg in Empfang. Kurz darauf geht es im Konvoi in den Wald. Jagdpächter Franck fährt vorweg. Auf seinem PKW-Anhänger liegen 15 Fledermauskästen, eine lange Leiter und allerlei Werkzeug. Im Revier angekommen, erläutert er noch einmal die Aufgabenstellung. Eine zustimmende Geste der jungen Jäger und dann geht es an die Arbeit. In den nächsten Stunden installierten Tobias Wagner, Katja Gottwald, Marvin Dreher und Lukas Kopsch 15 Fledermauskästen, die fortan als Kastenquartier für die verschiedenen heimischen Fledermausarten dienen.

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Junge Jäger in Aktion. Copyright: LJVB

Durch die intensive Waldbewirtschaftung stehen in unseren Wäldern nur noch wenige Totholzbäume, die den Fledermäusen Sommerquartiere bieten. Finden die Fledermäuse tagsüber keinen geeigneten Unterschlupf, verlassen sie das Biotop und können ihrer ökologischen Funktion nicht mehr nachkommen. Fledermäuse übernehmen die Aufgabe der Vögel in der Nacht. In rasantem Jagdflug erbeuten sie Nachtfalter, Käfer und Mücken. Aufgrund ihres enormen Nahrungsbedarfs und ihrer Anpassung an die nächtliche Insektenjagd kommt den Fledermäusen eine große ökologische Bedeutung als Schädlingsvertilger zu. Dort wo es keine Fledermäuse gibt, können sich nachtaktive Insekten ungehindert vermehren. Fledermäuse sind die einzigen Tiere, die in der Nacht fliegende Insekten erbeuten. Jede Fledermausart bevorzugt bestimmte Insekten und besitzt eine eigene Art zu jagen. So wird zwischenartliche Konkurrenz um Nahrung vermieden. Manche Arten jagen im freien Luftraum, andere sammeln Insekten von Blättern oder sogar vom Boden auf. Besonders Mücken, Schnaken, Fliegen und Nachtschmetterlinge stehen auf dem Speisezettel.

Obwohl die jungen Jäger konzentriert arbeiten, ist immer wieder Lachen zu vernehmen. Scherze machen die Runde, auch derbe. Die Angereisten kennen und mögen sich. Die Arbeit macht ihnen sichtlich Spaß, obwohl jedem der Schweiß auf der Stirn steht. Es sind knapp 30 Grad. Gegen 14:30 Uhr hängen die Fledermauskästen. Stolz auf das bisher Geschaffte stellt sich ein. Kurze Pause. Griff zur Wasserflasche. Danach geht es ans zweite Projekt des Tages, den Bau eines Untergestells für eine Jagdkanzel. Tobias, Lukas, Marvin und Katja sind immer noch gut gelaunt, obwohl die Arme in den vergangenen Stunden gefühlt um mindestens zehn Zentimeter gewachsen sind. Nach einer kurzen Arbeitsbesprechung ist klar, welche Schraube wohin gehört und wer wo anzufassen hat. Um kurz vor 18:00 Uhr wird das Gestell mit vereinten Kräften aufgerichtet. Die Schraubverbindungen halten. Nun werden die Seiten mit zusätzlichen Verstrebungen stabilisiert. Gegen 18:30 Uhr ist es geschafft.

Ein kurzer Anruf von Tobias, wenig später biegt Robert Franck den Waldweg ein. Er steigt aus seinem Land Rover und lässt den Blick schweifen. Dann strahlt er übers ganze Gesicht. Er ist zufrieden. „Alle mir nach. Jetzt wird gegrillt. Fleißige Jäger dürfen auch essen…“ruft er in die Runde. Kurz darauf sitzen alle in Ihren Autos zurück in Richtung Rheinsberg. Dort angekommen, nehmen sie einen Grillplatz am Wasser, direkt gegenüber vom Rheinsberger Schloss, in Besitz. Zwanzig Minuten später brutzeln leckere Bratwürste auf dem Rost. Dazu gibt’s Kartoffelsalat, alkoholfreies Bier und Wasser. Währenddessen erfolgen die Auslosung der Schützenstände sowie die Ansprache des Revierleiters für die bevorstehende Jagd. Freigegeben sind Böcke der Altersklassen eins und zwei, Dam- und Rotspießer sowie Schmaltiere und Sauen. „Ich fahre voraus und setze alle Jäger an. Hahn in Ruh ist 22:30 Uhr. Danach treffen wir uns an der Einmündung vor der Energiepappelplantage. Jeder ist für seinen Schuss selbst verantwortlich.“, gibt Robert Franck zu bedenken. Nun heißt es Kleidung wechseln, rein in die Autos und ab ins Revier. Die Stimmung ist prächtig. In den nächsten 2,5 Stunden wird gejagt …

Wie kann ich mitmachen?

Revierpächter, die Mitglied im LJVB sind und Interesse haben, am Projekt „Gemeinsam stark – Jäger unterstützen Jäger“ mitzuwirken, melden sich bitte in der Geschäftsstelle des LJVB. Ansprechpartner ist Dr. Tino Erstling (Tel: 033205/ 210926 oder Email: erstling@ljv-brandenburg.de). PM LJVB

Beitragsbild: Installation von Fledermauskästen. Copyright: LJVB

 

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