Gefahr durch Zecken: Neue FSME-Risikogebiete

“Im Jahr 2018 erkrankten in Deutschland 583 Menschen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer durch Zecken übertragenen Form der Hirnhautentzündung. Dies entspricht einer Zunahme von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (486 FSME-Erkrankungen), heißt es im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI)

In der Zusammenfassung zur FSME-Situation in Deutschland stellt das RKI fest: “In Deutschland besteht weiterhin ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen (Landkreis [LK] Marburg-Biedenkopf ), im Saarland (LK Saar-Pfalz-Kreis) und in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld). Nun wird als erster Kreis in Niedersachsen der LK Emsland zum Risikogebiet erklärt und ist damit das nördlichste deutsche Risikogebiet.

Weiterhin kommen 4 neue Risikogebiete hinzu, welche alle an bekannte Risikogebiete grenzen: 1 Kreis in Sachsen (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) sowie 3 Kreise in Bayern (LK Garmisch-Partenkirchen, LK Landsberg a. Lech, Stadtkreis [SK] Kaufbeuren). Somit sind aktuell 161 Kreiseals FSME-Risikogebiete definiert. Es wurden auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet, so dass besonders während der Zeckensaison bei entsprechender Symptomatik überall in Deutschland differentialdiagnostisch an FSME gedacht werden sollte.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Nach einem Anstieg der Impfquoten in diesen Gebieten bis ca. 2009/2010 stagnierten sie in den letzten Jahren oder nahmen sogar ab. Die Mehrzahl (98 %) der 2018 gemeldeten FSME-Erkrankten war gar nicht oder unzureichend geimpft. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte also durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden.

Jäger und Hundebesitzer bzw. Hundeführer sind bekanntlich einem besonders hohen Risiko von Zeckenbissen ausgesetzt. Insbesondere in Risikogebieten ist eine Impfung daher empfehlenswert. red.

Beitragsbild: Epidemiologisches Bulletin zur FSME des RKI (Ausschnitt, Screenshot).

Ein Gedanke zu „Gefahr durch Zecken: Neue FSME-Risikogebiete

  1. Kr.-Itisch

    Hier sollte man wissen, dass FSME-Risikogebiete durch die Anzahl der darin vorkommenden FSME-Erkrankungen beim Menschen bestimmt werden. Und das auch nur als Ex-Post-Betrachtung. So kommen also durchaus auch infizierte Zecken in Nicht-Risikogebieten vor! Der Main galt lange als natürliche Grenze. Mittlerweile kommen aber infizierte Zecken bis in die Hochlagen des Taunus und weit darüber nach Norden hinaus vor. Es ist also ein trügerischer Rückschluss zu glauben, man wäre in den „weißen“ Gebieten vor einer FSME sicher. Letztlich hilft nur adäquate Kleidung und entsprechende Zecken-Hygiene und natürlich die Impfung.

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