Fuchs krankgeschossen und liegen gelassen: Jäger und Pächter verurteilt

Ein 54 Jahre alter Jäger, der in der Nacht auf Weihnachten 2015 einen Fuchs krankgeschossen und nicht nachgesucht hatte, sowie der zuständige Jagdpächter, der es unterließ, eine Nachsuche zu organisieren, sind vom Amtsgericht Göppingen zu Geldstrafen verurteilt worden. Das berichten die Göppinger Kreisnachrichten. Der Schütze behauptete zunächst, “intensiv nach dem Fuchs gesucht”, jedoch nichts gefunden zu haben, weshalb er nach Hause ging. Das nahm dem Schützen nicht einmal der Jagdpächter ab: Er habe gar nicht gesucht, sondern sei “zu faul zum Aufräumen” gewesen, so zitieren die Göppinger Kreisnachrichten den Pächter. Früh am darauf folgenden Tag fand eine Zeugin das schwer verletzte Tier. Sie verständigte den Jagdpächter, der bereits um 7.30 Uhr den Jäger informierte. Der Pächter vertrat die Ansicht, das derjenige “das zu Ende bringen müsse”, der geschossen habe.

Der Jäger fuhr in das Revier, fand diesmal auch den Fuchs, der noch lebte. Da der Mann davon ausgegangen war, dass das Tier mittlerweile tot war, hatte er keine Waffe dabei. Deshalb musste er nochmal nach Hause fahren, um diese zu holen, wodurch es es 16.30 Uhr wurde, bis der Fuchs endlich erlöst werden konnte. Der 77-jährige Jagdpächter unternahm weiter nichts. Vor Gericht versucht er sich damit herauszureden, dass er bettlägerig gewesen sei, was Zeugen allerdings bestritten.

Der Jagdpächter hatte zunächst die Auffassung vertreten, das Verhalten der Weidmänner  sei “einwandfrei.” gewesen: “Optimaler hätte man nicht vorgehen können.” Das Gericht sah das anders und verurteilte den Jäger zu 40, den Pächter zu 50 Tagessätzen à 50 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte 70 Tagessätze gefordert, was den Verlust von Jagdschein, WBK und Pacht zur Folge gehabt hätte. SE

Beitragsbild: Weidgerechtigkeit gilt auch für Füchse. Foto: SE

4 Gedanken zu „Fuchs krankgeschossen und liegen gelassen: Jäger und Pächter verurteilt

  1. Joachim Orbach

    Jede Wildart – ob Hirsch oder Fuchs – muss nachgesucht werden, wenn man waidgerecht und tierschutzkonform jagd. Hierzu zählt aber auch die Führung entsprechender Hunde -oder wenigstens einen Hundeführer benachrichtigt. Wenn sich der Sachverhalt so verhält, war das Urteil richtig.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.