Frankreich: Paar postet Erlegerfotos und verliert Jobs

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Ein französisches Paar hat Erlegerbilder von einer Safari in Afrika gepostet, auf denen sie mit diversen erlegten Tieren wie Löwe, Leopard, Nilpferd, Antilope oder einem Alligator zu sehen sind. Dies löste eine Welle von Beleidigungen und Drohungen gegen das Paar in den sozialen Medien aus. Schnell wurde bekannt, dass die beiden in leitender Position in einem Supermarkt der Kette Groupe U in L’Arbresle (Département Rhône) arbeiteten, was Boykottdrohungen gegen den Supermarkt nach sich zog. Das blieb nicht ohne Folgen für das Jägerpaar: Auf Twitter und Facebook teilte das Unternehmen, bei dem die beiden beschäftigt waren, mit, dass die Veröffentlichungen der Supermarktleiter sowohl Internetnutzer als auch andere Mitarbeiter schockiert hätten. Die Veröffentlichungen stünden in totalem Gegensatz zu den Werten und Engagements des Unternehmens. Auch wenn es sich um private Aktivitäten der – ehemaligen – Mitarbeiter handele, verurteile das Unternehmen diese entschieden, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

“Angesichts des Missfallens, das diese Machenschaften bei den Beschäftigten des Unternehmens ausgelöst haben und der legitimen Aufregung in der Öffentlichkeit”, hätten die ehemaligen Marktleiter entschieden, das Unternehmen mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Die Einsetzung eines neuen Managements sei bereits im Gang. Um die Übergabe zu organisieren und dem neuen Managementteam die Einarbeitung zu ermöglichen, bleibe der Supermarkt einige Tage geschlossen, wie LyonMag berichtet.

Beitragsbild: Pressemitteilung der Groupe U. (Screenshot)

7 Gedanken zu „Frankreich: Paar postet Erlegerfotos und verliert Jobs

  1. Zündelnerlaubt

    Das selbsteverliebte Raushauen von privaten Dingen in den sog. sozialen Medien hat eben Konsequenzen, ist nichts Neues und mein Mitleid hält sich arg in Grenzen.

    Bedauerlich ist das mengelnde Rückgrad des Arbeitgebers bzgl. siener (auch noch) leitenden Angestellten

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  2. Ronbi

    Ist es ein selbstverliebtes Raushauen oder das Bedürfnis Freunde und Verwandte teilhaben zu lassen.
    Wir befinden uns auf einem Weg in Selbstzensur und Kadavergehorsam.
    Kitzelt die Supermarktkette die Tiere, die ihren Fleischprodukten zu Grunde liegen, zu Tode?
    Alligatoren Amerika/Krokodile Afrika.
    Ich schlage vor, Erlegerfotos an der Kühltheke, mit der Steakpackung in der Hand ins soziale Netz.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Genau das ist es, was die Zuckerbergs und Co wollen, jeder Depp + Deppin meinen sich in asozialen Netzen austoben zu können. Lasst die Finger davon, ignoriert doch diesen ganzen amerikanischen Ausspähscheiß.
      Als es noch keine Smartphones gab, haben wir auch gelebt und konnten uns verständigen, da brauchte ich kein Wotsäpp und brauche es heute immer noch nicht.

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    2. Zündelnerlaubt

      von meinen Freunden und Verwandten habe ich die persönlichen Daten und erreiche sie direkt.
      Wenn mensch öffentlich postet muss er damit rechnen, dass jemand Anstoß darin nimmt, das ist beim z. B. nackten Po genauso wie beim Erlegerfoto.

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  3. Chris

    Klar, einerseits ist es leicht, zu sagen: selbst schuld, wer seine privaten Angelegenheiten in den SM an die große Glocke hängt.

    ABER…
    Andererseits ist jedoch auch nicht einzusehen, dass zunehmend jede private Neigung (egal ob von den Betroffenen in den SM gepostet oder auf andere oftmals zweifelhafte Art publik geworden) erfolgreich von einer gut geölten Empörungs-Maschinerie genutzt wird, um eine ebenso naive wie orientierungslose und weitgehend anonyme Menschenmasse aufzustacheln. Vor dieser Masse den Kotau zu machen wie besagtes Unternehmen – um sich selbst als den „Guten“ zugehörig zu bestätigen – ist äußerst gefährlich. Denn wie man erkennen kann, macht der „Erfolg“ derartiger Kampagnen Lust auf mehr: Die Hetze nimmt zu, die Auslöser werden immer geringfügiger. Und wer dabei permanent glaubt, zeigen zu müssen, dass er zu den „Guten“ gehört, muss sich immer mehr anstrengen, dies zu zeigen und wird so selber zum Gehetzten.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Die Menschen waren schon immer so, man braucht nur in der Geschichte zurück blicken. Heute nennt man das neudeusch Hype, ich nenne das Mob, der durch Meldungen ob falsch oder wahr, auf die Straßen ging und geht bis hin zur Lynchjustiz. Die Blödzeitung hat schon in meiner Jugend vorgemacht wie man das Volk aufwiegelt. Heute geht´s für Jedermann bequem elektronisch vom Bierkasten aus, nur hapert´s meistens an der Rechtschreibung. 🙂

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