FACE: UN-WASSERVOGELKONFERENZ SETZT NEUE SCHWERPUNKTE FÜR WASSERVOGELJAGD IN EUROPA

Die Zukunft des europäischen und afrikanischen Wasservogelschutzes wurde in der letzten Woche (4.-8. Dezember 2018) im südafrikanischen Durban beschlossen. 78 Parteien nahmen an der 7. Konferenz der Vertragsstaaten des Afrikanisch-Eurasischen Wasservogelabkommens (AEWA) teil, in deren Rahmen wichtige Entscheidungen für die künftige Erhaltung und Bewirtschaftung von Wasservögeln, einschließlich der jagdbaren Wasservögel Europas, beschlossen wurden. Auch FACE, der CIC, die nationalen Jagdverbände BASC (GB) und FNC (Frankreich) sowie das Forschungsinstitut OMPO nahmen an der Konferenz teil und wirkten aktiv an den Diskussionen über die Zukunft der Wasservögel mit.

Schwerpunkt zurückgehende Entenbestände

Alle drei Jahre untersucht AEWA die Bestandssituation aller, im Abkommen aufgeführten Wasservogelarten. Dabei bestimmt der Bestandsstatus dieser Arten deren rechtlichen Status in dem Abkommen. Wichtig dabei für Jäger ist, ob diese Arten bejagt werden können oder nicht. Der jüngsten Einschätzung zufolge hat sich die Bestandssituation vieler jagdbarer ebenso wie nicht jagdbarer Wasservogelarten verschlechtert. Die Gemeinschaft der Jäger brachte daher auf der Konferenz ihre große Besorgnis über den Zustand der Tafelente und des Austernfischers zum Ausdruck. Für die Zukunft ist es wichtig, dass internationale Aktionspläne sowohl für diese (als auch andere) Arten entwickelt werden, damit sich deren Bestände erholen und diese wieder nachhaltig bejagt werden können.

Internationale Koordination des Gänsemanagements

Nicht nur zurückgehende Artenbestände benötigen die Aufmerksamkeit von AEWA. Auf der letzten Konferenz (Meeting of the Parties, MOP) hatte AEWA bereits die Ausarbeitung von Managementplänen für die häufig vorkommende Graugans sowie Nonnengans beschlossen. Dies wurde auch von der im Mai 2016 in Paris eingerichtete Plattform für das europäische Gänsemanagement weiter vorangebracht. Bestandsüberwachungen hatten dramatische Bestandszuwächse nachgewiesen, welche mit zunehmenden Konflikten in vielen Ländern, vor allem für die Landwirtschaft und Luftsicherheit, aber auch die Biodiversität, einhergehen. Die Regierungen, insbesondere der EU-Länder, sahen einen klaren Bedarf nach internationaler Koordination für die Bewirtschaftung dieser Arten.

Der unterschiedliche Rechtsstatus dieser Arten in der EU und das Novum eines internationalen Managements ließen diese Pläne zu einer echten Herausforderung werden. Heute nun nahm die MOP diese Pläne einstimmig an. Die europäischen Jäger sind jedoch sehr enttäuscht, dass bestimmte Länder diese Pläne nicht umsetzen werden. Dies könnte die Wirksamkeit der internationale Zusammenarbeit erheblich beeinträchtigen.

Strategischer Wasservogelschutz für die Zukunft

Der AEWA-Strategieplan für den Zeitraum von 2019 bis 2027 wurde entwickelt, um AEWA, seine Vertragsparteien sowie die Interessengruppen bei der Umsetzung des Abkommens zu unterstützen. Je nach Erhaltungs- bzw. Bewirtschaftungserfordernis sowie verfügbarer Ressourcen werden bestimmte Maßnahmen priorisiert. Für die europäische Jagdgemeinschaft enthält dieser Plan sehr wichtige Maßnahmen. So wird AEWA die internationale Koordination für die Erhaltung zurückgehender Jagdwildarten sowie konfliktträchtiger Arten fördern, bei der Jäger eine Führungsrolle übernehmen können. Während der Konferenz wurde deutlich, dass viele Länder die Notwendigkeit konzertierter Maßnahmen für die Erhaltung und Bewirtschaftung von Wasservögeln erkennen. Es ist daher enttäuschend, zu sehen, dass viele Vertragsparteien nicht in der Lage sind, den erforderlichen Aufstockungen des AEWA-Haushaltes nachkommen zu können. Dies wird sich erheblich auf die Umsetzung dieses ehrgeizigen, jedoch dringend benötigten strategischen Plans auswirken. Die nächste AEWA-MOP wird 2021 in Ungarn in Verbindung mit der World Hunting and Nature Expo stattfinden.

Nebenveranstaltungen

Während der einwöchigen Konferenz spielte FACE eine Schlüsselrolle bei vier Nebenveranstaltungen, bei denen Diskussionen mit Regierungen und Interessengruppen zur Thematik der Erhaltung von Lebensräumen für Wasservögel, der Bekämpfung illegaler Tötungen von Wasservögeln, der Förderung der Flight of the Swans Initiative stattfanden sowie die Thematik der bleihaltigen Munition mit Schwerpunkt auf den stufenweisen Ausstieg aus der Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten erörtert wurde. In den vergangenen Jahren wurde viel in Sachen bleihaltiger Munition unternommen. FACE und der CIC unterstützen AEWA’s Politik des stufenweisen Ausstiegs aus der Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten. Nach wie vor bedenklich ist jedoch die mangelnde Umsetzung dieser Politik in verschiedenen AEWA-Vertragsstaaten. PM FACE

Beitragsbild: Wasservogeljagd. Foto: SE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.