Euthanasieverschleppung: Naturschützer quälen Storch zu Tode

Für “Fee” ist ein jahrelanges Martyrium endlich zu Ende gegangen: Das Storchenweibchen hat vor gut einem Jahr sein linkes Bein bei einem Unfall mit einer Stromleitung verloren. Seitdem haben “Tierfreunde” vom Nabu an dem dem armen Tier herumgedoktert. Ein Orthopädie-Fachbetrieb hatte eine Prothese gebastelt, die der Storch nie wirklich nutzen konnte, weil sich der Beinstumpf immer wieder entzündete. Zwei weitere Prothesen wurden angefertigt, aber nach ewigem Rumexperimentieren musste die Storchendame nun eingeschläfert werden: “Das rechte Bein hat die einseitige Belastung nicht dauerhaft vertragen und sich extrem entzündet”, erklärte Friedrich-Karl Schöttelndreier, Betreiber der NABU-Vogelstation Rüdershausen im Landkreis Göttingen gegenüber dem NDR. Der Storch hatte “an der Sohle ihrer Kralle eine 5-Cent-Stück-große, stark eiternde Entzündung gehabt. Innerhalb von acht Tagen hätte sich der Zustand des Tieres verschlechtert. Eine Tierärztin sei zu dem Schluss gekommen, dass die Schmerzen für die Störchin zu groß geworden seien. Es habe keine Aussicht auf Heilung mehr bestanden.”

Man fragt sich, wie verblendet gewisse Tierfreunde sein müssen, um ein Tier mit so perverser Ausdauer quälen zu können und sich aufgrund eines extrem unreflektierten Helferkomplexes dabei vermutlich noch als Wohltäter fühlen. Starke Entzündungen auf beiden Beinen, wahrscheinlich konnte das arme Viech über Monate hinweg nicht schmerzfrei stehen. Das Ganze serviert man dann noch medien- und spendenwirksam mit einer süßlich sentimentalen Soße und alle spenden gerührt Beifall. Selbst wenn das grausame Gepfusche “gut” ausgegangen wäre: Der bestmögliche Ausgang wäre ein trostloses Dasein in lebenslanger Gefangenschaft in einem “Artenschutzzentrum” gewesen – für einen Zugvogel!

Ein erschütternden Beispiel für Tierquälerei aus falsch verstandener Tierliebe, demonstriert an einem Exemplar einer laut IUCN nicht gefährdeten Art. Man kann nur hoffen, dass die für die Nabu-Vogelstation zuständigen Amtstierärzte diese Praxis kritisch begutachten und beim geringsten Verdacht auf schuldhaftes Handeln der Verantwortlichen Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstatten. SE

Beitragsbild: Störche auf einem Feld in Brandenburg. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Euthanasieverschleppung: Naturschützer quälen Storch zu Tode

  1. Ralf K.

    Das muss Gedankenübertragung sein. Habe eben über “Fee” im Garten beim Abflammen des Unkrautes in den Ritzen zwischen den Gehwegplatten und Pflastersteinen über Folgendes nachgedacht:
    Da muss ein Tier leiden, weil die Menschen es “retten” wollen.
    Ich bin bislang davon ausgegangen, dass das Tierschutzgesetz bindend sei. Wenigstens die Tiere hatten bislang ein Recht, von tödlich endenden Leiden erlöst zu werden. Das war bei uns Menschen bis zur Möglichkeit der Patientenverfügung ja undenkbar.
    Und das wiederum führt mich zu den Fragen:
    Wo zieht man die Grenze?
    Warum vermenschlichen wir die Tiere, obwohl wir nicht in einer Sekte sind!?
    Wieviele Menschen würden sich über einen derartigen Aufwand, bezogen auf ihre körperlichen Gebrechen wünschen, aber bekommen ihn nicht?

    Vielleicht sollten wir langsam wieder normal werden!

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