Europaparlament stimmt Wolf-Pilotprojekt zu

Während der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) beim sächsischen Umweltministerium die – selbstverständlich abgelehnte – “Entnahme” von Problemwölfen beantragt hat, weil diese sämtliche geförderten Schutzmaßnahmen inkl. 1,40 m hoher Zäune überwinden und Schäfer in ihrer Existenz bedrohen würden, während in Niendorf an der Rögnitz im mecklenburgischen Landkreis Ludwigslust-Parchim eine weitere Rinderherde von Wölfen angegriffen wurde, wobei eine Färse getötet wurde und im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald der freilaufende Hund eines Spaziergängers im Wald von Wölfen getötet worden sein soll, hat das Europaparlament einem Pilotprojekt zum Wolf zugestimmt. Es ist also zu erwarten, dass alle Probleme, die sich aus der Rückkehr der Wölfe ergeben, alsbald gelöst sein werden.

Der langjährige CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz (nach eigenem Bekunden “selber Landwirt”) erklärt zu dem Wolf-Pilotprojekt: “Gerade die Rückkehr des Wolfes polarisiert in Deutschland in den letzten Jahren sehr und macht Viehzüchtern das Leben schwer. Aber auch in vielen anderen EU-Ländern ist eine Zunahme des Großraubtierbestands zu verzeichnen, was sowohl positiv als auch negativ aufgenommen wird – Konflikte vorprogrammiert.” Dies habe den Ausschlag für die Projektidee gegeben.

Florenz, der zudem Präsident der Intergruppe Biodiversität, Jagd, ländliche Aktivitäten im Europaparlament ist, führt weiter aus: “Ich möchte daher alle Betroffenen und Interessenträger – Landwirte, Jäger, Natur- und Tierschützer, Behörden, Politiker und die Bevölkerung – im Rahmen einer lokalen Großraubtier-Plattform an einen Tisch bringen, um Lösungen passend für die Konfliktregion auszuarbeiten. Dieses Modell, sollte es von Erfolg gekrönt sein, kann dann in anderen Regionen ebenfalls etabliert werden. Es soll die Koexistenz fördern, sodass wir vom Wolf lernen, aber der Wolf auch vom Menschen”.

“Als langjährige Umwelt- und Agrarpolitiker ist es uns wichtig, dass wir Naturschutzanstrengungen wertschätzen, aber auch Landwirte und Viehzüchter nicht alleine lassen. Gerade sie sehen sich durch die Rückkehr des Wolfs in ihrer Existenz bedroht, daher muss ihre Arbeit für die Kulturlandschaften Europas gewürdigt und anerkannt werden. Gerissene Tiere müssen entsprechend entschädigt werden. Die Plattform soll dem Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie der Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen dienen, die lokale Konflikte zwischen den Beteiligten lösen sollen. Ökologische, ökonomische und soziale Faktoren sind dabei zu berücksichtigen”, geht es nach den Vorstellungen der beiden Europaabgeordneten.

Die vom Europaparlament verabschiedeten Pilotprojekte müssen in den kommenden Wochen noch mit dem Ministerrat ausverhandelt werden. Der EU-Parlamentarier Florenz wird die Verhandlungen weiter begleiten und ist optimistisch, dass auch der Rat den Fördermitteln zustimmen wird. PM/SE

Beitragsbild: Wolfsfutter. Foto: SE

Die Redaktion dankt JAWINA-Leserin J.C. für den Hinweis!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.