EU-Waffenrecht: “Am Problem vorbei”

Obwohl es wie eine Binsenweisheit erscheint, dass die Bekämpfung legalen Waffenbesitzes nicht das Problem von Terrortaten mit illegalen Waffen lösen wird, scheinen viele deutsche und europäische Politiker Probleme mit dieser simplen Einsicht zu haben. Eine wohltuende Ausnahme stellt Roman Váňa dar, Leiter des Sicherheitsausschusses im tschechischen Abgeordnetenhaus. Er hat sich in einem lesenswerten Interview mit Radio Praha (das auch auf deutsch vorliegt) zu dem jüngsten europäischen Vorstoß zur Waffenrechtsverschärfung geäußert: “[…] der Vorschlag der Europäischen Kommission zielt am Problem vorbei. Mit ihm wird versucht, den Terrorismus zu bekämpfen, indem die Möglichkeit legalen Waffenbesitzes stark eingeschränkt wird. Dieses Prinzip ist falsch. Wir machen zum einen darauf aufmerksam, dass die Richtlinie nicht funktionieren wird. Sie wird den europäischen Staaten große Probleme bescheren mit legalen Waffenhaltern, die sich wehren werden.”

In dem Interview äußert sich Váňa auch zu den wirtschaftlichen Verlusten, die etwa aus einem Verbot von Halbautomaten folgen würden und welche Maßnahmen zur Bekämpfung von illegalem Waffenhandel und Terrorismus vermutlich wirksamer wären. Leseempfehlung! SE

http://www.radio.cz/de/rubrik/schauplatz/das-prinzip-ist-falsch-sicherheitspolitiker-vana-ueber-das-eu-waffenrecht

Beitragsbild: Internetseite von Radio Praha mit dem zitierten und verlinkten Beitrag. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

2 Gedanken zu „EU-Waffenrecht: “Am Problem vorbei”

  1. Frank

    Wie unsinnig das Ganze ist, hat mir ein kürzlich mit einem österreichischen Jagdfreund geführtes Gespräch gezeigt. Den fragte ich nach dem Wahrheitsgehalt des bei uns bisweilen Kolportierten, in Österreichs Waffenhandlungen gäbe es derzeit einen Flintenengpass, weil das Land seit der Flüchtlingsdebatte eine xenophobe Aufrüstungswelle erlebe. Seine Antwort: Könne schon sein, in Österreich wären glatte Läufe ja erwerbscheinfrei…
    Ich: Wie bitte? Er: Jo, bei uns musst Du für einen Flintenkauf nur Deinen Personalausweis vorlegen – nur der Waffenerwerb mit gezogenen Läufen erfordere die Vorlage einer Jagdkarte. Und bis vor kurzem – das ändere sich mit der unsachlich geführten Waffenrechtsdiskussion nun aber – hätten Jäger ihre Waffen nicht mal anzeigen (amtlich registrieren) lassen müssen.
    Gleichwohl ist mir als langjährigem Besucher dieses 8-Mio.-Einwohner-Staates nie zu Ohren gekommen, dass es dort in höherem Maße Schusswaffendelikte gäbe, als bei uns. Merkwürdig, nicht wahr…

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  2. J. O.

    Offensichtlich haben wir in der EU auch noch sachlich vernüftige Politiker. Die Poltiker sollten sich doch einmal Fragen, aus welchen Quellen kommen die illigalen Schußaffen und was für Waffen sind das, die zu Anschlägen gebraucht werden? Flugzeuge,Fahrzeuge und Bomben werden jedenfalls nich beim Jagdausrüster gekauft. Oder?

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