EU-Staaten lehnen Einfuhrverbot für Jagdtrophäen ab

Die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände, FACE, äußerst sich erleichtert darüber, dass die Mehrheit der EU-Staaten die vom deutschen Bundesumweltministerium vorgeschlagenen massiven Einfuhrbeschränkungen für Jagdtrophäen nicht-bedrohter CITES-Arten (CITES Anhang B) mehrheitlich abgelehnt hat. Der deutsche Vorschlag sei von den CITES-Beauftragten der Mitgliedsstaaten vom 20. bis 21. Juni in nicht-öffentlichen Gesprächen in Brüssel diskutiert worden, so FACE in einer Pressemitteilung. Der deutsche Vorstoß sei wegen des offensichtlichen Mangels an wissenschaftlichen Belegen abgelehnt worden, so FACE. Der Vorschlag sei allem Anschein nach nur eingebracht worden, um die Tierschutz-Lobby zufrieden zu stellen, die im Mai 2017 eine entsprechende Petition an die deutsche Regierung gerichtet habe.

Noch entscheidender für die Ablehnung sei gewesen, dass im Vorfeld keine ordnungsgemäße Konsultation der betroffenen Länder stattgefunden habe, wie es eine 2016 beschlossene CITES-Empfehlung vorsieht. Insbesondere die afrikanischen Länder, die mit den jeweiligen Wildtieren lebten und für ihre Erhaltung sorgten, seien nicht gehört worden.

FACE-Generalsekretär Ludwig Willnegger sagte in Brüssel, die gesamte Jagd-Communitiy in Europa und außerhalb müsse weiterhin gegen ungerechtfertigte Beschränkungen bei der Einfuhr von Jagdtrophäen kämpfen, zumal dieses Thema im Herbst 2017 wieder auf der Tagesordnung stehen wird: “Dieser Vorschlag stellt die reinste Form von Neokolonialismus und Paternalismus dar”, kritisierte Willnegger.

Die Regierungen in der EU sollten anerkennen, dass

Pauschalverbote oder Beschränkungen der Trophäenjagd den wesentlichen Nutzen für die  Naturerhaltung und Existenzsicherung der lokalen Bevölkerung aufs Spiel setzen können;

eine gut geregelte Trophäenjagd sowohl der Erhaltung von Wildtieren als auch der Existenzsicherung und dem Wohle der einheimischen und lokalen, mit diesen Wildtieren lebenden Gemeinschaften, zugutekommt;

eine gut geregelte Trophäenjagd Anreize und Einkünfte für Regierungen sowie private und  kommunale Landeigentümer zur Erhaltung und Erholung von Wildtierbeständen schafft, Land entsprechend zu nutzen und Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen;

die Trophäenjagd großen Landgebieten einen “Erhaltungswert” verleiht und damit dem anhaltenden Verlust an Biodiversität entgegenwirken kann;

In vielen Gebieten der Tourismus keine ausreichenden Einkünfte für die Gemeinschaften gewährleistet, eine Kombination aus Trophäenjagd und Tourismus für enorme Zuwächse an  ourcen  zur  Finanzierung  von  Naturschutz  und  Maßnahmen  zur  Bekämpfung  der Wilderei sorgen kann und die Trophäenjagd häufig in Gebieten durchgeführt wird, welche für den Tourismus nicht geeignet sind.

Im April 2016 verfasste die Weltnaturschutzunion IUCN eine Informationsschrift mit Entscheidungshilfen zur Trophäenjagd für das Europäische Parlament “Informing Decisions  on Trophy Hunting“.

FACE veröffentlichte ebenfalls vor kurzem ein Informationsblatt zur Trophäenjagd (siehe hier). PM

Beitragsbild: FACE-Informationsblatt zur Trophäenjagd (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

2 Gedanken zu „EU-Staaten lehnen Einfuhrverbot für Jagdtrophäen ab

  1. Ralf K.

    Da ist es wieder, das deutsche Umweltministerium. Ob das wohl was damit zu tun hat, dass der Umweltstaatssekretär der SPD, Herr Flasbarth, NABU-Lobbyarbeit macht?
    Diese grüngefärbte SPD-Politik muss abgewählt werden!

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    1. S.F.

      Ja sicher, denn auch die Ministerin könnte eine Schwester von Herrn Remmel sein. Was hat sich diese Frau auch schon so alles erlaubt. Ich glaube, auch die SPD braucht dringend eine Erneuerung, die nicht auf die Themen der Grünen und auf deren Art und Weise ausgerichtet ist. Diese Politik will die Mehrheit der Menschen nicht. Nur begreifen muss man das -und da ist der Mangel bei der SPD bisher erheblich. Was soll man auch von dem SPD – Vorsitzenden halten? Einer der Kanzler werden will sollte sich auch beherschen können.

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