Erschossene Wölfin: Draht laut Obduktionsbericht “vor dem Versterben” durch die Pfote gezogen

Eine Woche nach dem Fund der illegal erschossenen Wölfin im LK Gifhorn hat das niedersächsische Umweltministerium einen ersten Obduktionsbericht des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung erhalten. Demnach wurde dem Tier kurz vor dessen Tod ein Draht durch die Pfote gezogen, heißt es in dem Bericht. Ursächlich für das Verenden sei aber die Schussverletzung, die dem Tier zugefügt wurde. Das teilt das niedersächsische Umweltministerium mit.

In dem Bericht heißt es: „Bei dem zur Sektion übersandten (…) weiblichen Wolf wurde als Todesursache ein Trauma infolge eines illegalen Beschusses bestätigt. (…) Der Nachweis der geringgradigen Blutung im Bereich der Drahtschlinge durch die rechte Vordergliedmaße spricht für ein intravitales Geschehen. Wahrscheinlich wurde der Draht kurz vor dem Versterben des Tieres durch den Fuß getrieben. Die dreifach um den Hals gelegte Drahtschlinge führte nicht zu Einschnitten in der Haut. Auch war der Kehlkopf intakt. Daher ist zu vermuten, dass die Blutungen im kaudalen Hals-Nackenbereich und kranialen Brustbereich ausschließlich durch die Geschosseinwirkungen hervorgerufen wurden. Das Tier wies keine Veränderungen auf, die auf das Vorliegen einer Infektionskrankheit hindeuten. Weitere Untersuchungen stehen noch aus.“

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies verurteilte das Geschehen erneut aufs Schärfste. „Die illegale Tötung dieser Wölfin zeigt, dass der oder die Täter völlig skrupellos sind, die Tatsache, dass dem Tier vor seinem Tod ein Draht durch die Pfote gezogen wurde, zeugt darüber hinaus von einer schwer vorstellbaren Grausamkeit. Beides ist nicht hinnehmbar.“ PM

Ob dem hochgradig politisierten und ideologisierten Institut für Zoo- und Wildtierforschung IZW, an dem die Untersuchung der Wölfin durchgeführt wurde, hundertprozentig zu trauen ist, sei dahingestellt. Die “geringradige Blutung”, die es den Untersuchern “wahrscheinlich” erscheinen lassen, dass der Draht “kurz vor dem Versterben” – also möglicherweise kurz nach der Schussabgabe? – appliziert wurde, scheint einen gewissen Interpretationsspielraum zuzulassen. Ein Zweitgutachten wäre empfehlenswert, um Zweifel an den Untersuchungsergebnissen auszuräumen. SE

Beitragsbild: Erschossene Wölfin.

4 Gedanken zu „Erschossene Wölfin: Draht laut Obduktionsbericht “vor dem Versterben” durch die Pfote gezogen

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Eigentlich hängt mir das Gezeter um tote Wölfe zum Halse raus. Doch die Wortwahl des UM Olaf Lies in o.g. PM ist Blödzeitungsjargon, denn skrupellos bedeutet gewissenlos, und das war der Schütze mit Sicherheit nicht, denn seine Geisteshaltung hat ihn ja zu dieser Handlung bewegt. Eine Grausamkeit bezieht sich sprachlich auf eine Mensch-Mensch-Handlung und die liegt hier auch nicht vor. “kurz vor dem Versterben” den Draht appliziert, ja und jetzt? Wie geht das bei den Organspenden?
    Der Wolf war und ist tot. Es wäre der Sache wesentlich dienlicher, wenn künftig unabhängige Pathologen diagnostizieren und nicht von der Politik ausgesuchte.

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  2. Ronbi

    Die Wölfin sollte gefunden werden, sonst wären die oder der Täter ziemlich einfältig.

    Die letzte Wolfsattacke gegen einen Menschen, war am 24.07.2019.
    Eine Frau in Estland. Sie musste ärztlich versorgt werden.
    Quelle: engl. Wikipedia

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  3. kilalli

    “Der Nachweis der geringgradigen Blutung im Bereich der Drahtschlinge durch die rechte Vordergliedmaße spricht für ein intravitales Geschehen. Wahrscheinlich wurde der Draht kurz vor dem Versterben des Tieres durch den Fuß getrieben.”

    Eine Blutung (Austritt aus einem Blutgefäß) ist kein Nachweis für intravitales Geschehen. Sonst wäre mir schon manche Rehkeule nach 2 Tagen in der Kühlung vom Tisch gesprungen. Intramuskuläre Einblutungen/Hämatome wären ein Hinweis für intravitales Geschehen, aber so etwas wird im “Gutachten” nicht aufgeführt. Der Draht kann nicht kurz vor dem Tod durch den Fuß getrieben worden sein, weil das Tier bei diesem Treffersitz und der Flugbahn nahezu schlagartig verendet sein muss.

    Einen Wolf illegal zu schießen, halte ich aber für eine große Eselei.

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